Service-orientierte Architekturen auf dem Prüfstand

Bringt SOA die erhoffte Flexibilität?

(PresseBox) (Ismaning,, ) Erste Ergebnisse einer branchenübergreifenden aktuellen Analyse der Experton Group zum Thema Service-orientierte Architekturen (SOA) und Enterprise Resource Planning (ERP) bei deutschen Unternehmen zeigen, dass sich jedes zweite der befragten Anwenderunternehmen mit Service-orientierten Architekturen bereits beschäftigt hat. Allerdings wird auch deutlich, dass die Intensität, mit der sich dieses Themas angenommen wird, stark variiert: Das Gewinnen von Informationen und eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema, übrigens beides Kennzeichen einer frühen Lebenszyklusphase, dominieren. Bei Projekten und Umsetzungen des SOA-Frameworks halten sich Anwenderunternehmen jedoch zurück. Flexibilität und damit eine rasche und kostengünstige Anpassungsfähigkeit der IT an die Businessanforderungen sind die wesentlichen Vorteile, die Anwender mit der Einführung von Service-orientierten Architekturen verbinden.

Traditionelle Softwarearchitekturen und Business Software weisen heutzutage Schwachstellen auf, wenn es um schnelle Reaktionen auf sich ändernde Geschäftsanforderungen, hohe Flexibilität und niedrige Wartungskosten geht. Bisher haben sich 52 Prozent der befragten Unternehmen damit auseinandergesetzt, mittels Service-orientierter Architekturen die beschriebenen Probleme zu lösen. Grundsätzlich ist das Konzept Service-basierter Dienste nicht neu. Aber erst unter dem Zugrundelegen offener Standards und Web-Technologien sowie dem Einbetten der Thematik in Anbieterstrategien, konnte ein breites Anwenderpotential in relativ kurzer Zeit für Service-orientierte Architekturen sensibilisiert werden.

Diejenigen Unternehmen, die sich dem Thema SOA bisher noch nicht zugewandt haben (48 Prozent), verweigern sich aber nicht grundsätzlich. Der überwiegende Teil nimmt eine abwartende Haltung ein bzw. hat anderen Aufgaben eine höhere Priorität zugemessen.

Der Kenntnisstand zu SOA und ihre Umsetzung ist unterschiedlich ausgeprägt. Weniger als zehn Prozent der befragten Unternehmen verweisen auf ein aktuelles Projekt bzw. auf eine konkrete Implementierung. 13 Prozent der Befragten haben sich intensiv mit SOA beschäftigt, 32 Prozent holten bisher „nur“ Informationen über Service-orientierte Architekturen ein.

„Unternehmen sind gut beraten, sich gründlich und intensiv mit SOA und den Versprechen der Anbieter auseinanderzusetzen. Schließlich handelt es sich bei der Software-Infrastruktur um ein zentrales Element der Unternehmens-IT. Noch bedeutender ist aber der mit der Ausrichtung auf Service-orientierte Architekturen verbundene Paradigmenwechsel im Zusammenspiel zwischen Business und IT. Eine SOA liefert das technologische Framework für Business Process Management und dieses unterscheidet sich grundlegend vom klassischen ERP-Ansatz.“, weiß Matthias Zacher, Advisor bei der Experton Group. Die Applikationsunabhängigkeit der Prozesse stellt ganz neue Anforderungen an das Zusammenspiel zwischen Management, Fachebene und IT-Organisation, was zu organisatorischen Veränderungen, neuen Themen und bereichsübergreifenden Ansätzen bei der Prozessbeschreibung sowie komplett anderen Kostenmodellen führen wird.

Anwender gehen davon aus, dass durch SOA eine stärkere Flexibilität und eine erhöhte Transparenz möglich sein wird und sich dies positiv in reduzierten Kosten auswirkt. Integrationsthematiken werden am häufigsten genannt, wenn es um Erfolg versprechende Ansatzpunkte für Service-orientierte Architekturen geht.

Für fast 50 Prozent der befragten Anwender steht dabei die interne Integration an erster Stelle. Somit zielen Service-orientierte Architekturen zunächst auf interne Aufgabenstellungen. Die Integration über Unternehmensgrenzen hinweg, an zweiter Stelle genannt, erfordert auch auf Seiten der Partner, Lieferanten und Kunden ein entsprechendes Framework. Hierfür fehlt derzeit noch die kritische Masse an Unternehmen.

Große Anwenderunternehmen mit komplexen IT-Landschaften und hohen Integrationsanforderungen dürften zukünftig am stärksten von SOA profitieren. Allerdings ist es auch für mittlere und kleine Unternehmen unerlässlich, sich mit Service-orienterten Architekturen auseinanderzusetzen. Insbesondere wenn Firmen in Lieferketten fest eingebunden sind, wird die Forderung nach „SOA-Readiness“ gestellt werden.

Erprobte und erfolgreich umgesetzte Projekte von Service-orientierten Architekturen sind bisher allerdings noch selten. In den USA, wo „Early Adopters“ bereits frühe Erfolge mit Web-Services verzeichnet haben, befinden sich insbesondere Großunternehmen schon in der Phase der strategischen Einführung von SOA. In Europa sind demgegenüber eher kleinere Investitionsvorhaben festzustellen, allerdings auch einige (große) „Vorzeigeprojekte“, beispielsweise bei der Crédit Suisse, der Hypovereinsbank, dem Flughafen Zürich oder der Deutschen Post. Die Situation in Asien hingegen ist durch eine derzeit verhaltene Entwicklung geprägt. Es wird noch circa 3-5 Jahre dauern, bis die asiatischen Länder nachziehen werden.

Aus Sicht der Experton Group gehören teilweise fehlende Standards und ungeklärte Sicherheitsfragen auf der technischen Seite zu den noch offenen Fragen. Unternehmen sollten sich aber trotzdem bereits jetzt mit der Idee und den Merkmalen der Service-orientierten Architektur auseinandersetzen. Auch wenn eine SOA noch nicht sofort umgesetzt wird, dürften Unternehmen doch künftig aus dem Umsetzen der Prinzipien Prozessorientierung, Automatisierung und Wiederverwendbarkeit von Services einen erheblichen Mehrwert ziehen.

S.M.A.R.T. Consult

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