DAX-Führungsspitzen: Internationaler und weiblicher

Ausländeranteil steigt auf 28 Prozent - Mehr Frauen in Vorstandsämter berufen als je zuvor

(PresseBox) (Bonn, ) Es kommt Bewegung in die Vorstandsetagen der DAX-Unternehmen. Der Anteil ausländischer Vorstände ist auf ein Allzeithoch von rund 28 Prozent gestiegen. 60 Prozent der im vergangenen Jahr neu berufenen Vorstände stammen aus dem Ausland. Noch bemerkenswerter ist, dass sich der Frauenanteil in den letzten zwölf Monaten vervierfacht hat - jedoch ausgehend von einer sehr niedrigen Basis auf aktuell zwei Prozent. Dies zeigen die Ergebnisse der alljährlichen Erhebung der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

Bei der Besetzung des Vorstandsvorsitzes berufen die DAX-Unternehmen immer öfter gezielt ausländische Manager, stellen die Autoren der Studie, Christoph Lesch und Jan Merkel, fest. Wenn im Oktober dieses Jahres der Niederländer Marijn Dekkers die Führung des Bayer-Vorstands übernimmt, werden bereits 30 Prozent der DAX-Konzerne von ausländischen Vorsitzenden geführt. "Die Internationalisierung der Vorstandsebene war in den vergangenen zehn Jahren ein klarer Trend in Deutschland", so Lesch.

Starke Konzentration auf zwei Nationalitäten

Immer mehr DAX-Unternehmen bilden die gestiegene Bedeutung ausländischer Aktionäre, Umsätze und Mitarbeiter auch auf der Führungsebene ab. "Mittlerweile haben nur noch acht der dreißig Unternehmen keinen ausländischen Vorstand, vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele", stellt Lesch fest.

Die scheinbar kulturelle Vielfalt relativiert sich jedoch etwas, wenn man die dahinter stehenden Nationalitäten betrachtet. So stellen US-Amerikaner (15) und Österreicher (10) knapp die Hälfte aller ausländischen Vorstände. Besonders diese beiden Gruppen sind für den Anstieg auf 28 Prozent verantwortlich. Von den zwölf im letzten Jahr neu berufenen ausländischen Vorständen stammen acht aus Österreich oder den USA. Viele der amerikanischen Manager sind über zugekaufte US-Unternehmen oder als ,Eigengewächse' der US-Tochtergesellschaften in DAX-Vorstände aufgestiegen. Den Grund für den hohen Anteil Österreicher sieht Jan Merkel in der nicht existenten Sprachbarriere: "Dadurch bieten sich für österreichische Manager jenseits der Grenzen sehr gute Karrierechancen."

Bewegung beim Frauenanteil

Der Österreicher Peter Löscher war es auch, der Siemens als Vorreiter beim Thema Diversity etabliert hat. Nachdem Löscher den Anteil ausländischer Vorstände bis Mitte 2008 auf 38 Prozent gesteigert hat, wurden mit Barbara Kux und Brigitte Ederer zwei Frauen in den Siemensvorstand berufen. Da beide eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen - Kux ist Schweizerin, Ederer Österreicherin - liegt die Ausländerquote nun bei 44 Prozent, die Frauenquote bei 22 Prozent.

Neben Siemens treibt die Deutsche Telekom die längst überfällige ,Feminisierung' der obersten Unternehmensebene voran. Personalvorstand Sattelberger hat das klare Ziel vorausgegeben, bis 2015 weltweit 30 Prozent der Positionen im Top-Management mit weiblichen Managern zu besetzen. "Dies spiegelt sich zwar noch nicht auf der Vorstandsebene wider, legt man jedoch die jährliche Fluktuation von 10 bis 15 Prozent der vergangenen Jahre zugrunde, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis Sattelbergers Ziele sich bis in den Telekomvorstand auswirken", so Lesch.

Diversity-Trends der neuen Dekade

Nachdem sich der Ausländeranteil in den vergangenen zehn Jahren auf fast 30 Prozent verdoppelt hat, glaubt Lesch nicht an einen weiteren starken Anstieg dieses Anteils. Er sieht zwischen 30 und 40 Prozent eine Art natürlicher Grenze, die auch nicht überschritten werde, wenn die acht verbliebenen rein deutschen DAX-Vorstände in den nächsten Jahren ausländische Mitglieder berufen würden. Stattdessen wird sich das Thema weibliche Führungskräfte als das prägende Diversity-Thema der neuen Dekade etablieren. "In zehn Jahren werden mit Sicherheit über zehn Prozent der DAX-Vorstände weiblich sein", prognostiziert Lesch. Die von der Politik angestoßene und von Unternehmen wie Siemens und der Telekom aufgegriffene Diskussion sieht Lesch als einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung.

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