Siemens investiert in Windenergieforschung in den USA

Investitionsrisiken minimieren - Wirtschaftlichkeit verbessern

(PresseBox) (Erlangen, ) Siemens Energy und das Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) werden künftig in der Atmosphärenwissenschaft zusammenarbeiten. Ziel der zunächst auf zwei Jahre angelegten Forschungskooperation ist es, den Betreibern von Windparks zu helfen, ihre Anlagen effizienter zu betreiben und somit mehr Strom ins Netz einzuspeisen. Das in Livermore in Kalifornien ansässige LLNL wird hochauflösende Modelle zur numerischen Wettervorhersage bereitstellen, um bessere Prognosen der Windstromproduktion zu erstellen. Siemens wird die Vorhersagen wie Windgeschwindigkeit und Windrichtung auf jede Windturbine und deren mögliche Stromerzeugung übertragen.

Aufgrund unsicherer Prognosen erzeugen viele Windparks in den USA rund 20 Prozent weniger Strom als erwartet. Bessere Vorhersagen sind ein Vorteil für Windparkbetreiber, da sie Stunden oder Tage vorher wissen, wie die Windbedingungen die Stormerzeugung beeinflussen werden.

"Präzise und zeitlich genaue Vorhersagen über die Windstromproduktion werden Betreibern von Windenergieanlagen helfen, optimale Angebote zu erstellen. Dadurch wird sich neben dem finanziellen Nutzen auch die Netzauslastung erhöhen," sagte Henrik Stiesdal, Chief Technology Officer von Siemens Wind Power. "Präzisere Prognosen reduzieren zudem die Investitionsrisiken für Windprojekte. Darüber hinaus können diese Vorhersagen dazu beitragen, das Design von Windturbinen mit hohen Türmen zu verbessern, damit sie stärkeren Turbulenzen in höheren Luftschichten widerstehen."

Eine kürzlich veröffentlichte Studie über die installierte Windenergieleistung von 3300 Megawatt im Bundesstaat New York errechnete, dass verbesserte Prognosen ein Volumen von 125 Millionen US-Dollar jährlich haben. Nach einer konservativen Einschätzung dieser Zahl geht Stiesdal davon aus, dass die Windparkbetreiber ihre Einkünfte um zehn Prozent steigern könnten. Windenergie wird dadurch profitabler und die Energiekosten können gesenkt werden.

"Genaue Stromprognosen sind besonders wichtig beim Spothandel oder bei Termingeschäften mit Energie, wo es inzwischen auch Pönalen für Minderleistungen gibt, wenn zugesagte Leistungen nicht erbracht werden", sagte Julie Lundquist, Atmosphärenwissenschaftlerin bei Livermore und Leiterin des Projekts. "Wir haben am LLNL verbesserte Methoden entwickelt, um Turbulenzen in der unteren Atmosphäre zu simulieren. Dies wird einen wesentlichen Beitrag für die Vorhersagbarkeit der Windstromproduktion leisten."

Bereits im Jahr 2008 hat Siemens sein erstes US-amerikanisches Kompetenzzentrum für Windenergieforschung in Boulder, Colorado, errichtet. Ziel der Kooperation ist es, auf dem Gelände des National Wind Technology Center (NWTC) südlich von Boulder eine Pilotanlage mit einer Leistung von 2,3 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 101 Metern zu errichten und mindestens drei Jahre lang zu testen. Neben grundlegenden Leistungsmerkmalen von Windturbinen sollen neue leistungssteigernde Eigenschaften sowie die Zuverlässigkeit der Anlage unter extremen Wetterbedingungen detailliert überprüft werden.

2007 ist Siemens eine Kooperationsvereinbarung mit der Rheinisch-Technischen Universität Aachen (RWTH) eingegangen, um unter anderem den Antriebsstrang von Windenergieanlagen zu verbessern sowie Effizienz, Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Turbinen zu erhöhen. Dies war die dritte Kooperationsvereinbarung zwischen einer Universität und der Business Unit Wind Power von Siemens Energy.

Darüber hinaus verfügt Siemens bereits über Kompetenzzentren für die Forschung und Entwicklung von Windenergieanlagen in Kopenhagen (Dänemark), Delft (Niederlande) und in Keele (Großbritannien).

Siemens AG

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2008 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 22,6 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 33,4 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 1,4 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2008 rund 83.500 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter:www.siemens.de/energy.

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