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SGL Group: Gesamtergebnis 2015 durch Sondereinflüsse belastet - Strategische Neuausrichtung im Zeitplan

(PresseBox) (Wiesbaden, )
Konzernumsatz mit 1.323 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau
EBIT vor Sondereinflüssen verbessert sich von 2,7 Millionen auf 32,6 Millionen Euro
Operativer Turnaround des Geschäftsbereichs Carbon Fibers & Materials (CFM)
Schwacher Graphitelektrodenmarkt belastet Ergebnis des Geschäftsbereichs Performance Products (PP) und des Gesamtkonzerns
Ausblick für 2016: Umsatz und Gesamtergebnis erneut durch Graphitelektrodengeschäft belastet
Jürgen Köhler: „Wir haben den Prozess für die Prüfung der strategischen Optionen für den Geschäftsbereich Performance Products bereits auf den Weg gebracht“


Das Geschäftsjahr 2015 war für die SGL Group operativ ein weitgehend zufriedenstellendes Jahr. Die beiden Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Materials (CFM) und Graphite Materials & Systems (GMS) sowie das Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden innerhalb des Geschäftsbereichs Performance Products (PP) haben gute Betriebsergebnisse (EBIT) erwirtschaftet und die gesetzten Ziele erreicht. Allerdings hat der deutliche Einbruch im Graphitelektrodenmarkt zum Jahresende 2015 das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereinflüssen) der PP im vierten Quartal unter den Wert des Vorjahres gedrückt. Die Schließung des Standortes Frankfurt-Griesheim sowie vorgenommene Wertminderungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens haben das Ergebnis des Gesamtkonzerns stark belastet.

„Die Entwicklung des Geschäftsjahres 2015 unterstreicht, dass unsere strategische Neuausrichtung die richtige Entscheidung war und ist“, sagt Dr. Jürgen Köhler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group. „Wir haben die Wachstumsinitiativen für die Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Materials (CFM) und Graphite Materials & Systems (GMS) ausgearbeitet und mit ihrer Umsetzung begonnen. In beiden Bereichen setzen wir auf Innovationen und Technologien, die von den globalen Megatrends Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung profitieren. Damit werden wir in Zukunft ein weniger volatiles Portfolio haben. Die rechtliche Verselbstständigung von Performance Products (PP) liegt voll im beschleunigten Zeitplan und ist weit fortgeschritten. Wir haben auch bereits den Prozess für die Prüfung der strategischen Optionen auf den Weg gebracht.“

Im Berichtsjahr 2015 lag der Umsatz der SGL Group mit 1.323 (Vorjahr: 1.336) Millionen Euro rund ein Prozent unter dem Vorjahr. Das EBIT vor Sondereinflüssen hat sich deutlich auf 32,6 (Vorjahr: 2,7) Millionen Euro verbessert. Maßgeblich hierfür war der Ergebnis-Turnaround des Geschäftsbereichs CFM, dessen EBIT von minus 22,5 Millionen auf plus 9,3 Millionen Euro anstieg. GMS hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen und des Wegfalls eines Großauftrags aus dem Vorjahr respektabel abgeschnitten. Auch das Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden im Geschäftsbereich PP hat sich gut entwickelt, während das Geschäft mit Graphitelektroden unter dem schwachen Stahlmarkt litt. Über das Effizienzprogramm SGL2015 hat die SGL Group im Berichtsjahr rund 45 Millionen Euro an Einsparungen erzielt. Das Programm wurde 2015 erfolgreich abgeschlossen und hat die ursprünglich avisierten Einsparungen von 150 Millionen Euro mit bereits jetzt realisierten 202 Millionen Euro deutlich übertroffen.

Insgesamt hat sich der Verlust der SGL Group 2015 aufgrund von Sondereinflüssen auf minus 295 (Vorjahr: minus 247) Millionen Euro erhöht. Die Sondereinflüsse gehen vor allem auf Wertminderungen und Restrukturierungsaufwendungen im Geschäft mit Graphitelektroden und auf den Verkauf des Geschäfts mit Flugzeugstrukturbauteilen von HITCO zurück. Ohne diese beiden Effekte hätte sich das Konzernergebnis auf minus 47 Millionen Euro verbessert.

Carbon Fibers & Materials gelingt der Ergebnis-Turnaround

Im Geschäftsbereich CFM stiegen die Umsätze um 10 (währungsbereinigt plus 4) Prozent auf 327,3 (Vorjahr: 296,4) Millionen Euro. Bereinigt um das Materialgeschäft der HITCO stieg der Umsatz von CFM um 3 Prozent auf 307 Millionen Euro. Das moderate Wachstum resultierte vor allem aus der Automobil- und Windindustrie. Dagegen ging der Umsatz im textilen Acrylfasergeschäft leicht zurück, da der Verkaufspreis stark an den Preis des zugrunde liegenden Rohstoffs Acrylnitril gekoppelt ist. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg signifikant auf 9,3 (Vorjahr: minus 22,5) Millionen Euro. Wesentlicher Grund für den Ergebnis-Turnaround waren das Ende der Aufbau- und Anlaufphase und die bessere Produktivität in den Gemeinschaftsunternehmen mit der BMW Group sowie die höhere Auslastung unserer Carbonfaserwerke.

Graphite Materials & Systems weiterhin mit positivem Ergebnisbeitrag

Der Geschäftsbereich GMS verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg von 3 (währungsbereinigt minus 4) Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 453,5 (Vorjahr: 440,4) Millionen Euro. Wesentliche Ursache für den währungsbereinigten Umsatzrückgang war der Wegfall eines projektbezogenen Großauftrags aus dem Jahr 2014. In den meisten Kundenindustrien, zum Beispiel in der Solar-, Halbleiter- und LED-Industrie oder in der Chemiebranche, gelangen stabile bis leicht höhere Umsätze. Auch das Geschäft mit Kunden aus der Lithium-Ionen-Batterien-Industrie bewegte sich auf einem weiterhin guten Niveau. Der Wegfall des Großauftrags verringerte die Auslastung in der Produktion. Daher lag das EBIT vor Sondereinflüssen des Bereichs GMS bei 34,1 (Vorjahr: 40,0) Millionen Euro.

Performance Products: EBIT im vierten Quartal stark belastet durch erneuten Einbruch im Markt für Graphitelektroden

Die geringe Nachfrage nach Graphitelektroden hat den Geschäftsbereich PP im abgelaufenen Geschäftsjahr belastet. Die höheren Umsätze im Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden konnten dies nur zu einem kleinen Teil kompensieren. Der Umsatz ging um 9 (währungsbereinigt minus 17) Prozent auf 533,4 (Vorjahr 588,2) Millionen Euro zurück. Das EBIT vor Sondereinflüssen ist um ein Viertel auf 19,4 (Vorjahr: 26,0) Millionen Euro gesunken. In den ersten neun Monaten entwickelte sich das EBIT vor Sondereinflüssen der PP wie prognostiziert noch positiv gegenüber dem Vorjahr aufgrund niedriger Kosten für Rohstoffe sowie der Einsparungen aus unserem Programm SGL2015, und das trotz niedrigerer Mengen und Preise für Graphitelektroden. Erst die deutliche Verschlechterung im Graphitelektrodenmarkt im vierten Quartal 2015 hat das EBIT vor Sondereinflüssen unter das Vorjahresniveau gedrückt. Um der Entwicklung im Bereich PP entgegenzusteuern, hat die SGL Group weitere Maßnahmen zur Standortoptimierung und Kapazitätskürzung beschlossen. In diesem Zusammenhang sind im Jahr 2015 zusätzliche Aufwendungen für Restrukturierungen angefallen, die jedoch größtenteils nicht zahlungswirksam sind. Dazu zählt die angekündigte Schließung des Werkes in Frankfurt-Griesheim. Diese Maßnahme in Verbindung mit der Umstellung des Geschäftsmodells soll ab 2018 zu jährlichen Einsparungen von nahezu 30 Millionen Euro führen, davon bereits etwa die Hälfte in diesem Jahr.

Die rechtliche Verselbstständigung des Geschäftsbereichs PP soll bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. Um künftig den unterschiedlichen Entwicklungen der Geschäfte mit Graphitelektroden gegenüber denen mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden besser gerecht zu werden, bündelt die SGL Group diese profitablen Bereiche innerhalb von PP in einer eigenen rechtlichen Einheit. Damit verschafft sich das Unternehmen zusätzliche Flexibilität bei der Nutzung strategischer Optionen.

Sondereffekte beeinflussen Eigenkapital und Bilanzstruktur

Die Bilanzrelationen haben sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr stark verändert. So war das Eigenkapital insbesondere durch einen Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten sowie Sondereinflüsse belastet. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote zum Jahresende bei 15,6 (Vorjahr: 26,2) Prozent. Durch die Platzierung einer 167 Millionen Euro-Wandelanleihe mit Fälligkeit 2020 und dem Rückkauf der Wandelanleihe mit Fälligkeit 2016 hat sich das Fälligkeitsprofil der SGL Group verbessert. Der Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich auf minus 74,9 (Vorjahr: minus 121,3) Millionen Euro. Der negative Free Cashflow war im Wesentlichen von Einmalzahlungen geprägt, darunter Steuernachzahlungen aus Betriebsprüfungen, Restrukturierungszahlungen für SGL2015 sowie Zahlungen für die Beendigung von Währungssicherungsgeschäften. Ohne Sondereffekte würde der Free Cashflow bei 8 Millionen Euro liegen.

„Es ist uns 2015 gelungen, in unseren operativen Geschäften einen positiven Free Cashflow zu erzielen. Das zeigt die Innenfinanzierungskraft unserer Geschäfte“, sagt Dr. Michael Majerus, Finanzvorstand der SGL Group. „Unser nächstes Ziel ist nun, im Jahr 2016 das Jahresergebnis gegenüber dem Vorjahr, das durch hohe Sondereinflüsse belastet war, deutlich zu verbessern und mit der erfolgreichen Umsetzung unserer neuen Unternehmensstrategie die Bilanzqualität wieder zu erhöhen.“

Ausblick 2016

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die SGL Group einen leicht sinkenden Konzernumsatz. Wesentliche Ursache ist der voraussichtlich anhaltende Preisdruck im Graphitelektrodengeschäft. Aus diesem Grund rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang des Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen. In den Geschäftsbereichen GMS und CFM soll sich das Ergebnis dagegen verbessern. Darüber hinaus kalkuliert das Unternehmen mit positiven Effekten aus dem Kosteneinsparprogramm SGL2015. Insgesamt wird abermals ein Konzernverlust erwartet, der aber deutlich kleiner als 2015 ausfallen dürfte.

Im Geschäftsbereich CFM wird ein stabiler Umsatz erwartet. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie wird voraussichtlich zunehmen. Dagegen stehen geringere Acrylfaser-Umsätze wegen des gesunkenen Rohölpreises. Wegen höherer Auslieferungsmengen und Einsparungen sollte CFM das EBIT vor Sondereinflüssen überproportional zum Umsatz steigern.

Für GMS rechnet das Unternehmen mit einem leichten Umsatzplus. Die Effekte aus einer größeren Mengennachfrage vor allem aus den Solar-, Halbleiter- und LED-Industrien dürften zum Teil durch Preisrückgänge gedämpft werden. Aus der Lithium-Ionen-Batterie-Industrie wird weiter eine gute Auftragslage erwartet. Insgesamt rechnet GMS mit einer höheren Auslastung der Produktion. Einschließlich der Einsparungen dürfte das EBIT vor Sondereinflüssen in Relation zum Umsatz überproportional steigen.

Der Geschäftsbereich PP wird 2016 weiter vom Geschäft mit Graphitelektroden geprägt. Hier erwartet die SGL Group eine relativ stabile Nachfrage auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig werden die Preise für Graphitelektroden weiter sinken. Dagegen rechnet das Unternehmen mit einer positiven Entwicklung im Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden. Diese wird den neuerlichen Rückgang im Geschäft mit Graphitelektroden jedoch nur zum Teil kompensieren. Insgesamt wird für PP mit einem negativen EBIT vor Sondereinflüssen in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags gerechnet.

„Wir blicken mit Zuversicht auf das laufende Jahr. Das Geschäft mit Graphitelektroden bleibt zwar schwierig, aber in den übrigen Bereichen von PP sowie bei CFM und GMS sind wir optimistisch, die positive Entwicklung weiterführen zu können“, sagt Dr. Jürgen Köhler. „Entscheidend für die Bewertung des Jahres 2016 wird sein, wie erfolgreich wir bei der Umsetzung unserer Neuausrichtung sind. Wir haben alle Voraussetzungen, um unsere Ziele bis 2020 zu erreichen: engagierte Mitarbeiter, eine starke Marktposition und führende Technologien.“

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