Neugierig auf Sicherheit

Gefängnis ohne Gitter

(PresseBox) (Berlin, ) Mit Fußfesseln und elektronischer Überwachung können Gesetzesbrecher in Großbritannien und den USA auf moderne Weise bestraft und die Justiz entlastet werden.

Das Licht blinkt unaufhörlich und ein Ton schrillt durch den Raum. Männer blicken konzentriert auf Bildschirme. Plötzlich klingelt das Telefon. Ein junger Mann meldet sich atemlos und behauptet, dass er seinen Ausgang überzogen hat, da ihm auf dem Heimweg schlecht geworden ist. Dass der junge Mann seine Bewährungsauflage übertreten hat, wussten seine Aufpasser schon durch eine Meldung der elektronischen Fußfessel an seinem Bein. In Kürze hätte das Aufsichtspersonal die Polizei alarmiert und sie auf den Meter genau zum Standort des Jugendlichen geführt. Dieses Mal bleibt es aber bei einer Verwarnung.

Das System, das Straffälligen bei der Resozialisierung helfen und die Gefängnisse entlasten soll, funktioniert aufgrund eines streichholzschachtelgroßen Senders am Fußgelenk des Häftlings, der kontinuierlich Signale an eine Empfangsbox im Wohnbereich abgibt. Weicht der Häftling von seinem gerichtlich festgelegten Wochenplan ab, schlägt das Gerät Alarm und der Bereitschaftsdienst rückt entweder aus oder verständigt die Polizei.

In den USA und in Teilen Großbritanniens ist dieses Szenario bereits fester Bestandteil im Umgang mit Strafgefangenen, denen das Gericht auf Erlass die Möglichkeit einräumt, eine Strafe in gewohnter Umgebung, aber unter elektronischer Überwachung zu verbringen. Die Resonanz ist positiv, denn erstmalig sind die gerichtlich angeordneten Maßnahmen und Auflagen zur gemeinnützigen Arbeit sowie Weisungen, die sich auf Arbeit und Freizeit beziehen, kostengünstig zu kontrollieren.

Electronic Monitoring: Nicht im Gefängnis und doch im Raster der Überwacher. Die elektronische Überwachung ist eine kostengünstige Alternative zum Gefängnis, die auf richterlichen Bescheid hin eingesetzt werden kann. Sie erlaubt Tätern mit geringem Strafmaß oder jugendlichen Tätern ihrer Arbeit nachzugehen, bei der Familie zu bleiben und lässt Raum für positive Entwicklung. Viele Straftäter erleben durch die Überwachung das erste Mal einen disziplinierten, strukturierten Alltag. Durch die Kontrolle können neue Verhaltensmuster gelernt und Rückfallquoten gesenkt werden. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg liefert nach einem Modellversuch „Elektronische Fußfessel" in Hessen erste wissenschaftliche Befunde für Deutschland. Im Abschlussbericht wird bestätigt, dass der Einsatz der Fußfessel vom Straftäter als deutliches Zeichen verstanden wird und somit gewisse Eigenheiten der bisherigen Lebensweise nicht mehr toleriert werden. Der wichtigste Gewinn der elektronischen Überwachung, so der Bericht des Instituts, liegt in der Vermeidung einer Inhaftierung und der damit verbundene Erhalt von familiären und privaten Kontakten.

Die Technik und der organisatorische Ablauf Durch die Nutzung modernster Technologien kann lückenlos überprüft werden, wo sich der Straftäter zu jeder Zeit befindet. Den Kern des Überwachungssystems stellt die elektronische Fußfessel. Ein nicht manipulierbarer Sender wird diskret am Fußgelenk des zu Überwachenden befestigt. Über eine Spracherkennungseinheit muss sich der Straftäter zu vereinbarten Zeiten, zum Beispiel nach seiner Rückkehr vom gemeinnützigen Sozialdienst, zurück melden.

Mittels GPS können Polizei und Bewacher flüchtige, elektronisch überwachte Straftäter auf den Meter genau ausmachen. Ein „Mobiles Empfangsgerät" vermittelt den Bewachern auch auf den Kontrollfahrten die Information, ob der Täter im Haus ist oder nicht.

In einer zentralen Überwachungsstation kontrolliert ausgebildetes Fachpersonal die An- und Abwesenheitszeiten der Gefangenen. Sobald Meldungen über Manipulationen an der Fußfessel oder Überschreitungen der Auflagen eintreten, tritt entweder der Bereitschaftsdienst selbst in Aktion oder er informiert die Polizei.

Elektronische Überwachung und Group 4 Securicor - eine Entwicklungsgeschichte Der Werdegang der elektronischen Überwachung und der Weg zur verlässlichen Zusammenarbeit mit Justizbehörden stellte mehr als die übliche Herausforderung dar.

Im Juni 2005 ergänzte das US-Amerikanische Sicherheitsunternehmen Wackenhut, das zur Group 4 Securicor Gruppe gehört, den Geschäftsbereich der elektronischen Personenüberwachung (Offender Monitoring) und stieg so zum weltweit führenden Unternehmen der Sparte elektronische Überwachung auf. Täglich überwachen die Group 4 Securicor Mitarbeiter 35.000 Straftäter in enger Kooperation mit der Polizei.

Rückfragen zu diesem Artikel beantwortet gerne Herr Dr. Hösel (Telefon: 030 / 89 66 15 30, juergen.hoesel@de.g4s.com)

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