Technologietransfer zwischen der Universität Stuttgart und der scireum GmbH

(PresseBox) (Remshalden, ) Das Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung der Universität Stuttgart (IMS) und die scireum GmbH aus Remshalden vereinbaren zum 1. November 2010 eine Kooperation zum beidseitigen Technologietransfer.

Es geht dabei um die automatische Verarbeitung von geschriebener Sprache durch Computersysteme. Ein Thema, auf das beide Kooperationspartner spezialisiert sind. Die Motivation für diese Zusammenarbeit liefert die Tatsache, dass zwei unterschiedliche Perspektiven auf dieselben Herausforderungen vorliegen. Das IMS führt wissenschaftliche Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung durch, die scireum GmbH hat für eines ihrer Produkte eine Suchtechnologie entwickelt, die Fachsprache erkennen und verarbeiten kann. Nun soll das Know-How aus Wissenschaft und Praxis zusammengeführt werden.

Verwendung findet die Suchtechnologie von scireum im CatalogPortalSystem, einer Lösung für die Kommunikation von Produkt- und Marketinginformationen zwischen Industrie, Großhandel und Handwerk. Das junge Softwareunternehmen hat selbst seine Wurzeln im Umfeld der Uni Stuttgart, so konnte über gemeinsame Kontakte der Weg zur Zusammenarbeit schnell gefunden werden.

„Die schnelle und präzise Suche ist ein zentraler Bestandteil des CatalogPortalSystems. Es durchsucht rund eine Million Katalogseiten pro Sekunde und meistert dabei auch Fachbegriffe oder Bestellnummern in unterschiedlichen Schreibweisen“, so Andreas Haufler, Softwareentwickler bei scireum. „Mit steigenden Ansprüchen wächst allerdings auch der Aufwand. Insbesondere beim Thema Verarbeiten von natürlicher Sprache wurde uns klar, dass hier die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung eine wichtige Rolle spielen.“ Viele der Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Fachbegriffen hat die scireum GmbH schon erfolgreich lösen können, doch die Software-Tüftler aus dem Remstal stecken sich hohe Ziele: „Unser System soll die Sprache unserer Kunden vollständig verstehen – ohne wenn und aber. Denn das ist die Voraussetzung für intuitive Bedienbarkeit.“

Ein Beispiel für die grundlegende Problematik ist das Wort „Akkubohrschrauber“. Es ist aus drei Teilworten zusammengesetzt – das ist eine Eigenschaft, die ein Computer nicht ohne weiteres erkennt. Umgangssprachlich sagen die meisten Menschen schlicht „Akkuschrauber“ und tippen es exakt so in eine Suchmaske ein. Damit der Rechner trotz dieser Kurzform das richtige Ergebnis liefern kann, muss das eingegebene Wort zuvor in seine Bestandteile zerlegt und analysiert werden. Verfahren dieser Art zählen zu einem der Fachgebiete der Maschinellen Sprachverarbeitung, mit denen sich die Forscher des IMS befassen.

Um die Softwarebausteine des IMS weiter zu entwickeln und zu ergänzen, ist der Kontakt zu einem Wirtschaftsunternehmen mit mittelständischem Kundenkreis sehr nützlich. Prof. Dr. Ulrich Heid ist bei dieser Kooperation auf Seiten des IMS federführend: „Die Praxiserfahrung von scireum in Bezug auf die Verarbeitung von Dokumenten in Fachsprache ist höchst interessant und wertvoll für uns. So hilft uns das Unternehmen dabei, unsere Datenbank diesbezüglich zu erweitern.“ Im Rahmen des Technologietransfers kann das Softwarehaus scireum von nun an im Gegenzug auf wertvolles Wissen aus der Forschung zugreifen und in seine Produkte einfließen lassen.

Das Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung (IMS) gehört zur Universität Stuttgart. Es führt Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung durch und bildet Studenten aus, um Werkzeuge für die automatische Verarbeitung gesprochener und geschriebener Sprache aufzubauen.

Kontakt Uni Stuttgart:

Prof. Dr. Ulrich Heid
Prof. Dr. Jonas Kuhn
Universität Stuttgart
Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung
Abteilung Grundlagen der Computerlinguistik
Azenbergstraße 12
70174 Stuttgart

scireum GmbH

Die scireum GmbH startete 2008 als Ausgründung aus dem Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart. Während der Förderphase über das Programm "EXIST" war scireum als sogenanntes Transfer-Gründungs-Unternehmen Teil der TTI GmbH Stuttgart. Heute ist das Unternehmen als scireum GmbH eigenständig und durch die beiden Geschäftsführer Andreas und Michael Haufler inhabergeführt. Das Kernprodukt von scireum ist das CatalogPortalSystem, eine Lösung für die Kommunikation von Produkt- und Marketinginformationen zwischen Industrie, Großhandel und Handwerk.

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