Investionen in Recyclinganlagen brauchen Rechtssicherheit!

(PresseBox) (Essingen, ) Die Investitionen in neue Recyclingtechniken stehen auf unsicheren Füßen wegen weiter bestehenden erheblichen Überkapazitäten in der Verbrennung. Deshalb gibt es einen knallharten Wettbewerb unter den stofflichen und energetischen Verwertungsanlagenbetreibern. Die Aufbereitungsanlage für Shredderleicht- (SLF) und Shredderschwerfraktion (SSF) der Scholz-Gruppe in Leipzig-Espenhain, zählt zu den modernsten und komplexesten Aufbereitungsstandorten der Scholz Recycling AG & Co.KG: Sie gehört zudem zu einer der wenigen europaweit verfügbaren Anlagen, mit deren Hilfe die Einhaltung der Altfahrzeugverwertungsquoten gelingt. Durch innovative und modernste Aufbereitungstechnologien ist das Unternehmen in der Lage, die unterschiedlichen Shredderrückstandsfraktionen wie SLF und SSF konsequent in einzelne Stoffströme zu separieren und einer stofflichen Verwertung zuzuführen. Deshalb konnte bereits in 2006 erstmals nachgewiesen werden, dass es gelingt, die in der Altfahrzeugverordnung vorgesehene Gesamtverwertungsquote von 85 % sicher einzuhalten. Volker Grunert, Geschäftsführer der SRW metalfloat GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Scholz Recycling AG & Co.KG sagt dazu: "In den letzten Jahren waren unsere Anstrengungen auf die Abtrennung aller metallhaltigen Fraktionen aus der Shredderleichtfraktion konzentriert, seit einiger Zeit bemühen wir uns verstärkt um die verbleibenden Kunststoff-Fraktionen. Für die Quotenerfüllung ab 2015 ist dies unabdingbar." Hierzu hat die Scholz-Gruppe nicht nur Forschungsarbeiten vergeben, sondern kooperiert nun auch mit dem Kunststoffverwerter Wersag GmbH & Co.KG.

Die Wersag hat umfangreiche Erfahrungen mit der Sortierung komplexer Kunststoffgemische, wie sie beispielsweise als Fraktionen aus der Elektroaltgeräteverwertung oder aus Altfahrzeugen anfallen. Das Unternehmen nutzt für die Separation der Kunststoffe eine Kombination aus nassen und trockenen Verfahren. In einer vollautomatisierten Anlage werden zunächst Verunreinigungen wie beispielsweise Holz, Gummi, Metalle, Glas und Staub abgetrennt. Nach dieser mechanischen Vorbehandlung werden die Kunststoffe dann einer Trennung aufgrund ihres spezifischen Gewichts unterzogen. Kunststoffe mit Flammhemmern und andere unerwünschte Fraktionen können somit aus dem Produktstrom ausgeschleust werden. Danach erfolgen Trennschritte mit Hilfe elektrostatischer Separatoren. Dabei gelingt es, sortenreine Kunststoffe wie ABS, PS und PP zu erzeugen. Dr. Rainer Köhnlechner, Geschäftsführer der Wersag, versichert: "Wir haben die große Chance, Kunststoffgemische aus den unterschiedlichsten Verarbeitungsprozessen zu sortieren."

Eine weitere Erhöhung der Verwertungsquoten von Altfahrzeugen würde deshalb nichts mehr im Wege stehen, jedoch gibt es nach wie vor nicht ausgelastete Kapazitäten in der Müllverbrennung und im Bereich der Ersatzbrennstoffkraftwerke (EBS-Kraftwerke). Erst jüngst wurden von verschiedenen Institutionen von einer Minderauslastung in der Höhe von mehr als 10 Millionen Tonnen berechnet. Dies hat in den letzten Monaten dazu geführt, dass die Verbrennungspreise nahezu abgestürzt sind. Der von Kommunen und privaten Unternehmen voran getriebene Ausbau der Verbrennungskapazitäten hat deshalb ganz entscheidend dazu beigetragen, dass eine Aufbereitung von Shredderleichtfraktion wirtschaftlich kaum mehr darstellbar ist. Volker Grunert bezweifelt deshalb die veröffentlichten Zahlen über die Höhe der stofflichen Verwetung der SLF (s. Abb.1): "Nach unserer Erfahrung werden erheblich größere Mengen an SLF zur energetischen Verwertung genutzt." Deshalb solle der Vollzug aus seiner Sicht stärker prüfen, ob tatsächlich stofflich verwertet würde, schließlich gäbe es eine regelrechte Sogwirkung auf alle organikhaltigen Abfälle in die Verbrennung. Dadurch würde nicht nur die Gefahr der Nichteinhaltung der Verwertungsquoten bestehen, zukünftig sei auch die Umsetzung der neuen 5-stufigen Abfallhierarchie unmöglich. Um nicht der weiteren Vernichtung wertvollen Ressourcenpotenzials Vorschub zu leisten, müssen Unternehmen wie die Scholz-Gruppe für weitere Investitionen jedenfalls Rechtssicherheit haben. Volker Grunert ist jedenfalls überzeugt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist: "In wenigen Jahren können wir uns die schlichte Vernichtung von Ressourcen nicht mehr erlauben, schließlich gewinnen wir durch unsere Recyclingverfahren fossile Rohstoffe zurück, deren Preise weiter ansteigen werden. Dann brauchen wir die Umwelttechnik und das Know-How für eine effiziente Rückgewinnung aus unseren kompexen Konsumprodukten."

Informationen zur WERSAG:

Die WERSAG GmbH & Co. KG am Standort Großschirma/Sachsen beschäftigt 17 Mitarbeiter. Mit innovativer Aufbereitungstechnologie verarbeitet die Wersag gemischte Kunststoffe aus Elektro- und Elektronikschrott im Korngrößenbereich <50 mm zu sortenreinen, hochwertigen Mahlgütern.

Scholz Holding GmbH

Die Scholz-Gruppe beschäftigt weltweit rund 4 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte in 2009 einen Umsatz von ca. 3,5 Milliarden EURO. Die Scholz-Gruppe ist europaweit in mehr als 20 Ländern flächendeckend mit Sammelplätzen und Recyclinganlagen vertreten.

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