Membranexperte Matthias Wessling verstärkt die RWTH-Verfahrenstechnik

Alexander von Humboldt-Professur an der Schnittstelle von Ingenieur- und Naturwissenschaften

(PresseBox) (Aachen, ) Als neuer Humboldt-Professor verstärkt Matthias Wessling seit dem 1. Januar die Aachener Verfahrenstechnik (AVT). Jetzt wird er in Berlin offiziell von der Alexander von Humboldt-Stiftung in sein Amt eingeführt. Der 46jährige Ingenieurwissenschaftler wird sich in Aachen aktuellen Forschungsthemen der Membrantechnik widmen. Dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit bei der Entwicklung von Membranen zur Unterstützung nachhaltiger Prozesse, wie sie beispielsweise bei der CO2-Abscheidung oder Wasseraufbereitung zum Einsatz kommen. Als Verfahrenstechniker nutzt Matthias Wessling neue Materialien mit spezifischen Eigenschaften für seine grundlagenorientierte Forschung.

Dabei hat er gleichzeitig Anwendungen aus der Chemie- und Energiewirtschaft sowie medizintechnische Lösungen im Blick.

Für die Aachener Hochschule stellt die Ansiedlung der Humboldt-Professur mit Prof.

Wessling eine besondere Auszeichnung dar. Der mit fünf Millionen Euro dotierte Forschungspreis sichert die Finanzierung der Arbeit dieses herausragenden Wissenschaftlers für die nächsten fünf Jahre. Die von einem hohen Maß an Interdisziplinarität geprägte Arbeit von Prof. Wessling, der als Grenzgänger zwischen den Natur- und Ingenieurwissenschaften bezeichnet werden kann, unterstützt in idealer Weise die Ziele des RWTH-Zukunftskonzepts 2020, das im Rahmen der Exzellenzinitiative entwickelt wurde.

"Matthias Wessling ist der fehlende Mosaikstein für unsere Hochschule", sagt RWTH-Rektor Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg. "Er bringt die Integration der Nanotechnologie mit der Verfahrenstechnik nach Aachen und vervollständigt damit unsere Kompetenz."

Matthias Wessling, 1963 im westfälischen Ahaus geboren, studierte Verfahrenstechnik an den Universitäten Dortmund und Cincinnati, USA, und promovierte an der Technischen Universität Twente im niederländischen Enschede. Danach zog es ihn erneut in die Vereinigten Staaten, wo er als Membran-Experte in der Privatwirtschaft arbeitete.

Zwei Jahre später kehrte er als Juniorprofessor an die Universität Twente zurück. Sein Erfahrungen setzte er für einige Jahre als Abteilungsleiter für Trennprozesse bei Akzo Nobel ein. Von 2000 bis 2009 leitete er dort den Lehrstuhl für Membrantechnologie.

Der neue Humboldt-Professor will als Ingenieurwissenschaftler an der RWTH sein Fach enger mit den Naturwissenschaften verzahnen. "Der Weg von der wissenschaftlichen Entdeckung bis zu ihrem Einsatz in der technologischen Landschaft ist lang. Ich will Grenzen überschreiten und ihn damit beschleunigen", sagt der Humboldt-Professor.

"Die RWTH hat dazu sowohl das Potential, um Neues zu entdecken und Grundsätzliches zu verstehen, als auch die Kenntnisse, um daraus Produkte zu realisieren."

Die engere Verzahnung von Ingenieur- und Naturwissenschaften verfolgt die RWTH zum Beispiel auch in der neuen Forschungsinitiative "New Generation Processes and Products". Dabei sollen Ingenieurwissenschaftler gemeinsam mit Chemikern und Physikern aus nachwachsenden Rohstoffen neue Bausteine für die Industrie von morgen entwickeln. "Unsere heutige Chemie basiert auf Erdöl. Das heißt, wir brauchen dringend Alternativen, und die gewinnen wir aus der Natur, zum Beispiel aus Holz, Gras oder Stroh", so Prof. Wessling. Die Membranen haben in hierbei eine zentrale Funktion.

Erst mittels Membranen können die einzelnen Bausteine und Moleküle, die im Aufschluss dieser Bio-Masse anfallen, getrennt und gesäubert werden und damit Ihren eigentlichen Wert erhalten. "Wir erhalten damit verschiedene Bausteine, aus denen wir neue Chemikalien entwickeln können." Im Fokus steht also der Schlüssel zu künftigen industriellen Großprozessen.

Die Aachener Verfahrenstechnik entwickelt hiermit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Forschungsstandort Aachen. Es ist aber auch ein Signal an die Studierenden, deren Ausbildung dem Forscher besonders am Herzen liegt: "Wir wollen die Besten anziehen und hoch motivierte Ingenieure und Naturwissenschaftler hervorbringen, die den globalen Herausforderungen von morgen gewachsen sind."

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