Ressourceneffizienz durch Faserverbundtechnologie als Erfolgsfaktor für Industrie und Handwerk

Unternehmen, Investoren und Fachkräfte profitieren von Synergien in den Kompetenzfeldern Faserverbundtechnologie, Luft- und Raumfahrt, Mechatronik und Automation, Umwelttechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie

(PresseBox) (Donauwörth, ) Ressourceneffizienz nimmt in der Wirtschaft einen doppelten Stellenwert ein: Sie entlastet nicht nur die Umwelt, sondern steigert auch die Wettbewerbsfähigkeit. 30 Prozent des schwindenden Erdöls verbraucht die Industrie. Um Bestand zu haben, müssen für die Wirtschaft folglich alternative Technologien entwickelt werden. Auch die Produkterzeugung eröffnet großes Potential für einen effizienteren Ressourceneinsatz: 40 Prozent der Bruttoproduktionskosten sind Materialkosten. Als größter Kostenblock bieten sie das höchste Einsparpotential. Neben der Optimierung von einzelnen Technologien oder Produkten ist es für eine umfassende Ressourceneffizienz jedoch wichtig, die gesamten Wertschöpfungsketten inklusive der Erstellung, Nutzung und Entsorgung zu analysieren. Zusätzliche Potentiale kann die Kopplung von Wertschöpfungsketten erschließen bis hin zur integrierten Betrachtung ganzer Systeme wie z.B. Regionen. Im Wirtschaftsraum Augsburg bündeln die Kompetenzfelder Faserverbundtechnologie, Luft- und Raumfahrt, Mechatronik und Automation, Umwelttechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie ihre Ressourcen. Durch fachliche Kooperation und räumliche Integration im Augsburg Innovationspark treiben Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Innovationen effizient voran.

Um die Umwelt zu entlasten und nachhaltig im globalen Wettbewerb bestehen zu können, reicht es schon längst nicht mehr aus, nur einzelne Produktkomponenten hinsichtlich ihres Ressourcenverbrauchs zu verbessern, sondern es gilt, die gesamten Wertschöpfungsketten zu optimieren. Besonders für Industrie und Handwerk wird es immer wichtiger, dass sie auf Forschungsfortschritte zurückgreifen können, die ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Hervorgetan hat sich in den letzten Jahren die Faserverbundtechnologie, die unter anderem im und mit dem Augsburg Innovationspark - als Innovationsfokus des Wirtschaftsraums Augsburg mit seinen Kompetenzfeldern Aerospace, Mechatronik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Umwelttechnik - vorangetrieben wird. In fachlichen Kooperationen und in räumlicher Integration finden im Augsburg Innovationspark Unternehmer, Investoren und Fachkräfte exzellente Standortbedingungen. Konkret heißt das: idealer Zugang und Austausch zu hoch verdichtetem Know-how, Synergien in Forschung und Produktion, geballte Innovationskraft und ein riesiges Potential an Herstellern und Zulieferern. Europaweit beachtete Beispiele sind die Kooperationen im Wirtschaftsraum Augsburg zum ressourceneffizienten Werkstoff Carbon und die räumliche Integration aller Kompetenzen zum Thema Ressourceneffizienz im Augsburg Innovationspark. Der Erfolg des regionalen Projektes MAI Carbon im bundesdeutschem Spitzencluster-Wettbewerb unterstreicht dies ebenfalls.

Carbon - erfolgreiche Kooperationen für den Werkstoff der Zukunft

Schon früh erkannte der Wirtschaftsraum Augsburg die Chancen von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Belastbarer als Stahl, aber deutlich leichter eignet er sich für Anwendungsfelder, in denen Effizienz und das Einsparen von Energie im Vordergrund stehen - das Kernthema für den Wirtschaftsraum.

Gleich zwei namhafte Einrichtungen forschen im Wirtschaftsraum Augsburg zu Leichtbau: Die Fraunhofer Gesellschaft mit zwei Forschergruppen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das in einem neuen Zentrum für Leichtbautechnologien seine Kompetenzen in der Struktur- und Werkstofftechnik mit denen auf dem Gebiet der Robotik und Mechatronik verknüpft. Die Kooperationspartner der Wirtschaft sitzen direkt vor Ort: SGL Carbon ist das einzige europäische Unternehmen, das den Hochleistungs-Werkstoff in großem Maßstab herstellt. Für die industrielle Produktion bzw. Verarbeitung von Carbon-Teilen kommt das Kompetenzfeld Mechatronik & Automation hinzu. Im Verbundprojekt CFK-Tex entwickelt das iwb Anwenderzentrum Augsburg mit Partnern wie dem Technologieführer KUKA Roboter GmbH die automatisierte Produktion von CFK-Bauteilen. Das neue Forschungsverbundprojekt FORCIMA beschäftigt sich mit CFK/Metall-Mischbauweise im Maschinen- und Anlagenbau. Schließlich vereint die Aerospace Area Augsburg noch die führenden Vertreter der wichtigen Anwenderbranche Flug- und Raumfahrt. 50 Prozent eines Fluggeräts aus leichten Verbundwerkstoffen werden zukünftig auf Basis von Carbon-Fasern gefertigt. Als Lieferanten für Airbus und Ariane 5 sind MT Aerospace AG, Premium Aerotec und Eurocopter bedeutende Geschäfts- und Forschungspartner für Entwicklung, Herstellung und Produktion des innovativen Werkstoffs. Sämtliche einzigartigen Kompetenzen des Wirtschaftsraums Augsburgs zu Carbon laufen im CCeV zusammen - ein Kompetenznetzwerk, das die gesamten Wertschöpfungsketten der Faserverbundtechnologien umfasst und das den Spitzenclusterantrag MAI Carbon erfolgreich platziert hat.

Vortragsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Schwaben und der Handwerkskammer für Schwaben

Rund 150 Gäste waren der Einladung auf das Firmengelände der Eurocopter Deutschland GmbH gefolgt, um sich dort aus erster Hand zum Thema Ressourceneffizienz durch Faserverbundtechnologie zu informieren. Ein illustrer Kreis an Rednern zeigte die Bedeutung der Faserverbundtechnologie im Wirtschaftsraum Augsburg mit den Landkreisen Augsburg und Aichach Friedberg. Für die Region Nordschwaben begrüßte Stefan Rößle, Landrat des Landkreis Donau- Ries, die Gäste.

Friedrich-W. Hormel, Mitglied der Geschäftsführung Eurocopter Deutschland GmbH, Dr. Andreas Kopton, Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben, und Jürgen Schmid, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, hießen als Einladende die Gäste ebenfalls zu den Vorträgen willkommen.

Über die komplexe CFK Türenproduktion in energieeffizienter Umgebung und dem damit verbundenen fortschrittlichen Technologien besonders im Leichtbau referierte Wilhelm Rosskopf, Firma Eurocopter Deutschland GmbH. Wie wichtig Faserverbundwerkstoffe im Bootsbau sind, erläuterte Gerhard Nusser, Nusser Yachtbau. Franz Weißgerber, Geschäftsführer der iii-Carbon sprach für die Mittelständler der Region. Aus seiner Sicht als Unternehmer und Wissenschaftler informierte Herr Prof. Dr.-Ing. Manfred Hirt, ehemaliger Vorstandssprecher der Renk AG und aktueller Sprecher des Kompetenzrates Augsburg Innovationspark, zum Vorhaben Augsburg Innovationspark, der gerade auf einem Gelände von 70 ha benachbart zur Universität Augsburg am Entstehen ist.

Hier einige Zitate aus den Grußworten und Vorträgen:

Friedrich-W. Hormel, Mitglied der Geschäftsführung Eurocopter Deutschland GmbH:

"Um auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig zu sein, ist es wichtig, den technologischen Fortschritt vor Ort voranzutreiben. Gerade in der Faserverbundtechnologie sehen wir durch die Kooperation mit anderen Branchen und Unternehmen der Region ein zusätzliches Potential für ECD und letztendlich die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie."

Dr. Andreas Kopton, Präsident Industrie- und Handelskammer Schwaben:

"Die IHK Schwaben hat ein Team "Ressourceneffizienz" ins Leben gerufen. Mit diesem Team steht der schwäbischen Wirtschaft Kompetenz von der Materialeffizienz über die Energieeffizienz, dem effizienten und ressourcensparenden Einsatz von IT- Kompetenz bis hin zur Stärkung der Innovationsfähigkeit des Unternehmens zur Verfügung! Am deutlichsten ist diese Entwicklung am Augsburg Innovationspark abzulesen.

Die Entscheidung, die von der Staatsregierung oder von den Unternehmen getroffen wurden, im Großraum Augsburg für ganz Bayern und für den gesamten süddeutschen Raum etwas ganz Besonderes zu schafften, sind nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa sehr beachtlich."

Jürgen Schmid, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben:

"Ich freue mich sehr, dass heute Handwerksunternehmer aus sehr unterschiedlichen Gewerken teilnehmen. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass es für Faserverbundwerkstoffe im Handwerk breite Anwendungsmöglichkeiten gibt. Daher steht die Handwerkskammer für Schwaben voll und ganz hinter diesem Projekt und wir haben eine eigene Stelle bei der HWK, die sich ausschließlich um dieses wichtige Thema kümmert."

Gerhard Nusser:

"Wer sich wie Nusser-Yachtbau mit qualitativ hochwertigen Produkten auseinandersetzt, dem bietet die CFK-Technologie zukünftig außergewöhnliche innovative Möglichkeiten. Der Augsburg Innovationspark könnte dafür ideale Voraussetzungen schaffen, wie die Hochschule Augsburg bereits demonstriert."

Franz Weißgerber, Geschäftsführer der iii-Carbon:

"Gerade kleinere und mittlere Unternehmen haben häufig innovative Ideen, die aufgrund von technischen Gegebenheiten des eigenen Betriebs nicht umsetzbar sind. Mit dem Augsburg Innovationspark und dem geplanten Technologiezentrum Augsburg kommt es zu einer optimalen Synergie zwischen Forschung und Wirtschaft. Besonders in der Faserverbundtechnologie kann auch die Forschung von dem Wissen der kleineren Unternehmen profitieren."

Prof. Dr.-Ing. Manfred Hirt, Sprecher des Kompetenzrates Augsburg Innovationspark:

"Faserverbundtechnologie ist, neben Mechatronik, IT und Umwelttechnik, eine der wesentlichen Technologien, mit denen sich auch der Augsburg Innovationspark befassen wird. Wir freuen uns, dass der Bau des DLR und der Fraunhofergruppen auf dem Gelände des Augsburg Innovationspark Gestalt annehmen und bald mit der Forschung auf dem 70 ha großen Areals begonnen werden kann."

Zur Veranstaltungsreihe

Die Veranstaltung vom 24. Januar 2012 bei der Firma Eurocopter Deutschland GmbH ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Schwaben, der Handwerkskammer für Schwaben sowie der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Weitere Veranstaltungen für den Bereich Süddeutschland zum Thema Ressourceneffizienz und dem damit eng verbundenen Vorhaben Augsburg Innovationspark werden in den kommenden Monaten folgen.

Informationen finden Sie unter: http://www.augsburg-innovationspark.com/sidebar-navi/presse/presse-20120224/
Hier finden Sie auch in Kürze die Bilder zur Veranstaltung.

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