Ertragssteigerung durch bessere CO2-Nutzung von Pflanzen

(PresseBox) (Limburgerhof / Köln, ) .
- BASF Plant Science und die Universität zu Köln arbeiten im Bereich Pflanzenbiotechnologie zusammen
- Ertragssteigerung und erhöhte Stresstoleranz für Nutzpflanzen als Ziel

BASF Plant Science und das Botanische Institut der Universität zu Köln geben bekannt, dass sie in der Pflanzenbiotechnologie zusammenarbeiten werden. Im Vordergrund stehen Pflanzeneigenschaften, die die Erträge von Nutzpflanzen wie Sojabohne, Reis und Raps steigern und ihre Toleranz gegenüber widrigen Umweltbedingungen wie beispielsweise Kälte, Trockenheit oder Versalzung verbessern. Die Kooperation umfasst sowohl einen Lizenz- als auch einen Forschungs- und Entwicklungsvertrag. Verhandelt wurde der Vertrag von PROvendis, der Patentvermarktungsgesellschaft der Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam mit BASF Plant Science arbeiten Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge und Dr. Verónica G. Maurino vom Botanischen Institut der Universität zu Köln daran, die Energiegewinnung von weltweit wichtigen Nutzpflanzen zu optimieren. Bei der Photosynthese, das heißt der Umwandlung von Kohlendioxid (CO2) in Kohlenhydrate (z. B. Stärke), wird bei vielen Pflanzen das CO2 in der Luft nicht optimal genutzt. Bestimmte Pflanzenarten wie Mais sind über einen zusätzlichen Stoffwechselprozess aber in der Lage, mehr CO2 zu nutzen. Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, diesen biochemischen Mechanismus auf andere Pflanzen zu übertragen. Die Kölner Forscher haben dazu bereits erfolgreich eine Testpflanze, die so genannte Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) gentechnisch verändert: Durch die zugefügten Gene bildet die Pflanze spezielle Enzyme, die dafür sorgen, dass die Pflanze mehr Kohlendioxid nutzt und dadurch mehr Biomasse bildet.

"Der wirtschaftliche Nutzen unserer Entwicklung liegt auf der Hand: Pflanzen, die mehr Biomasse bilden, liefern auch einen höheren Ertrag", sagt Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge vom Botanischen Institut der Universität zu Köln. "Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit BASF Plant Science, in der wir unsere Erkenntnisse auch auf wichtige Nutzpflanzen übertragen wollen", ergänzt der Kölner Forscher. In einem weiteren Ansatz konnten die beiden Forscher außerdem die Stressempfindlichkeit von Pflanzen verringern. Bestimmte Gene bewirken, dass die Ackerschmalwand auch auf sehr salzhaltigen Böden gut wächst.

"Ertragreichere Pflanzen sind wichtig, um die Effizienz in der Landwirtschaft zu steigern. Wir werden die erfolgversprechenden Ergebnisse der Universität zu Köln nutzen. Unser Ziel ist es, ertragreichere Kulturpflanzen zur Marktreife zu bringen", sagt Dr. Jürgen Logemann, Vice President Technology Management der BASF Plant Science. Die Zeitspanne von der Entwicklung eines gentechnisch optimierten Produkts bis hin zu deren Marktreife umfasst dabei ungefähr zehn Jahre. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.

PROvendis, Patentvermarktungsgesellschaft der Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, hat für die Universität zu Köln die Lizenzverträge mit BASF Plant Science ausgehandelt. Vor dem Technologietransfer hatte Dr. Jürgen Walkenhorst, PROvendis-Manager für Patente & Lizenzen, geprüft, ob die Erfindungen des Botanischen Instituts patentierbar und wirtschaftlich verwertbar sind.

Über BASF Plant Science

BASF Plant Science ist das Pflanzenbiotechnologieunternehmen der BASF - The Chemical Company - und beschäftigt zurzeit etwa 700 Mitarbeiter. Seit 1998 arbeitet das Unternehmen an der Optimierung von Pflanzen für folgende Bereiche: eine effizientere Landwirtschaft, eine gesündere Ernährung sowie die Nutzung als nachwachsende Rohstoffe. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung von ertragreicheren Nutzpflanzen, Ölpflanzen mit einem höheren Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren und Kartoffeln mit einer optimierten Stärke-zusammensetzung für industrielle Anwendungen. Weitere Informationen über BASF Plant Science finden Sie unter www.basf.de/plantscience.

Über die Universität zu Köln

Die Universität zu Köln ist eine der erfolgreichsten Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Das Ergebnis des Exzellenz-Wettbewerbs bestätigt die Spitzenstellung der ABC-Region (Aachen, Bonn und Köln) als Standort für exzellente Forschung. Zahlreiche Drittmittelprojekte, von der Versicherungsforschung bis hin zur molekularen Grundlagenforschung, geben Impulse in die regionale und überregionale Wirtschaft. Auch in der medizinischen Forschung wird gemeinsam von Fakultät und Klinik der Ansatz verfolgt, Erkenntnisse der Grundlagenforschung über klinische Studien in die Krankenversorgung zu tragen.

PROvendis GmbH

Die Patentvermarktungsgesellschaft betreut mehr als 22.000 Wissenschaftler aus den Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit Projektstart bearbeitete PROvendis über 2000 Erfindungsmeldungen und leitete über 400 Patentanmeldungen in die Wege. Die Experten von PROvendis beraten die Forscher und Entwickler und bewerten deren Erfindungen. Sie steuern das Fristen-, Vertrags- und Schutzrechtsmanagement bis zur Vermarktung der neuen Technologien. Außerdem werden zahlreiche Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten.

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