Philipps-Universität vergibt erstmals Richard-Hamann-Preis

Kunsthistoriker Prof. Dr. Horst Bredekamp ist erster Preisträger

(PresseBox) (Marburg, ) Die Philipps-Universität Marburg wird am 26. März 2009 erstmals den Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte verleihen, um hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Kunstgeschichte oder in der Förderung der kunstgeschichtlichen Forschung zu würdigen. Erster Preisträger ist Prof. Dr. Horst Bredekamp, der Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin lehrt.

Der Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte ist dem Gedächtnis an den bedeutenden Kunsthistoriker und Begründer des Bildarchivs Foto Marburg geschuldet und wird in Würdigung seines wissenschaftlichen Gesamtwerkes und seines Wirkens an der Philipps-Universität vergeben: Richard Hamann (1879-1961) lehrte Kunstgeschichte in Marburg von 1913 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1949 und gründete das Bildarchiv Foto Marburg. Das heutige, von der Philipps-Universität Marburg getragene Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte, das mit derzeit 1,7 Millionen Bildern eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur ist, agiert international als Forschungs- und Serviceeinrichtung: Es sammelt, erschließt und vermittelt Fotografien zur europäischen Kunst und Architektur und erforscht die Geschichte, Praxis und Theorie der Überlieferung von visuellem Kulturgut.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis, der alle zwei Jahre verliehen werden soll, wurde gestiftet von Peter und Karin Ahrens. Die Marburger Kaufleute engagieren sich seit Jahren aktiv als Freunde und Förderer der Philipps-Universität im Universitätsbund und unterstützen ausgewählte kulturelle Veranstaltungen.

Bredekamp erhält den Hamann-Preis für seine Verdienste auf dem Gebiet einer interdisziplinär wirksamen und international sichtbaren Historischen Bildwissenschaft. Er habe wesentlich zur Öffnung der Kunstgeschichte beigetragen und sie in gesellschaftlich relevanten Fragen dialogfähig gemacht, so die Jury. Außerdem erfülle seine Bildwissenschaft heute eine zentrale Brückenfunktion zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, da sie die Rolle des Bildes und des bildhaften Denkens im Prozess der Erkenntnis reflektiert: von der wissenschaftlichen Illustration der Renaissance bis zu den aktuellen bildgebenden Verfahren in den Humanwissenschaften und in monographischen Untersuchungen zu Galilei, Leibniz und Darwin. Schließlich begleite Bredekamp kritisch den alle Lebensbereiche erfassenden Prozess der Digitalisierung, indem er an der Theorie des digitalen Bildes arbeitet.

Der 1947 in Kiel geborene Kunsthistoriker, der Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Kiel, München, Berlin und Marburg studierte, wurde 1974 an der Universität Marburg promoviert. Nach einem Ruf 1982 auf eine Professur für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, wechselte er 1993 an die Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 2003 zusätzlich Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin.

Eine Besonderheit des Preises ist es, dass der Preisträger für die nächste Preisverleihung an der Jury mitwirken wird. Über die Preisvergabe entscheidet eine Kommission, die aus zwei Fachvertretern der Kunstgeschichte, die nicht der Philipps-Universität Marburg angehören, und dem Preisträger aus der unmittelbar vorausgehenden Vergabe des Preises, sowie einem Vertreter des Kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-Universität mit beratender Stimme. Die Jury hat dieses Mal bestanden aus den Kunstgeschichtsprofessoren Dr. Gabriele Bickendorf (Universität Augsburg), Dr. Victor Stoichita (Universität Fribourg, Schweiz) und als Vertreter der Philipps-Universität Prof. Dr. Hubert Locher, Professor für Geschichte und Theorie der Bildmedien und zugleich Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg.

Der Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte wird am 26. März 2009 feierlich im Rahmen des Deutschen Kunsthistorikertages verliehen, der vom 25. bis 29. März in Marburg stattfindet. Als Laudator konnte Prof. Dr. Gerhard Wolf, der Direktor des Kunsthistorischen Institutes in Florenz, Max Planck Institut, gewonnen werden.

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