"f-cell": Gute Aussichten für Brennstoffzellen

(PresseBox) (Stuttgart, ) Gemeinsam anpacken für ein großes Ziel: Die Markteinführung von Brennstoffzellen für stationäre, mobile und portable Anwendungen, in Häusern, Fahrzeugen und zur netzunabhängigen Stromversorgung. Diese gemeinsame Mission prägte die Stimmung auf dem zehnten internationalen Brennstoffzellen-Fachforum f-cell Ende September in Stuttgart. In Deutschland gibt das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) Rückenwind für umfangreiche Demonstrations­projekte sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Stuttgart (eos) - 82 internationale Referentinnen und Referenten aus 14 Ländern, über 400 Kongress-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer - 80 von ihnen aus dem Ausland, 17 allein aus Japan - mehr als 400 Messegäste, Lehrgangs- und Businessbrunch-Teilnehmer, knapp 50 Ausstellerinnen und Aussteller: Das diesjährige zehnte Brennstoffzellen-Fachforum f-cell am 27. und 28. September in Stuttgart wartete in allen Bereichen mit Spitzenzahlen auf. Sie belegen, dass die Brennstoffzellen-Branche auf dem Weg in den Markt zunehmend an Strahlkraft gewinnt. Wesentliche Triebkraft für die positive Entwicklung ist in Deutschland das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP), das noch bis 2016 läuft. "Insgesamt stehen für das 2008 gestartete Programm 1,4 Milliarden Euro aus Bundesmitteln und aus Mittel der Unternehmen zur Verfügung. 45 Prozent der Fördergelder des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) wurden bislang für Demonstrationsprojekte sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in allen Anwendungsfeldern der Brennstoffzelle, beispielsweise für Fahrzeuge, die Hausenergie­versorgung, Notstromversorgungen oder Freizeitanwendungen, bewilligt und abgerufen", berichtet Tilman Wilhelm von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellen­technologie, die mit einem großen Messestand auf der f-cell vertreten war. Neben dem NIP koordiniert die NOW auch die sogenannten Modellregionen Elektromobilität: "Bis Januar 2011 wollen wir 2.800 batteriebetriebene Elektrofahrzeuge - Pedelecs, Elektroroller, PKW, kleine Nutzfahrzeuge, LKW und Hybrid-Busse - in den bundesweit acht Regionen auf den Straßen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur aufgebaut haben", sagt Wilhelm.

f-cell 2010 mit erweitertem Themenspektrum

Das f-cell-Fachforum bot 2010 unter dem Motto "Brennstoffzellen und Batterien bewegen die Zukunft" erstmals auch Vorträge und Stände zum Thema batterieelektrischer Mobilität. "Diese beiden Bereiche, die in der Öffentlichkeit oft fälschlich als konkurrierend wahrgenommen werden, wachsen nämlich immer mehr zusammen", sagt Peter Sauber, Geschäftsführer der Peter Sauber Agentur Messe und Kongresse GmbH, der die f-cell seit nunmehr zehn Jahren gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) veranstaltet. Auch WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg betont die enge Verbindung: "Die regionale Wirtschaftsförderung ist nicht nur Veranstalter der f-cell, sondern auch regionale Leitstelle der Modellregion Elektromobilität. Batterien und Brennstoffzellen haben ihre spezifischen Stärken und ergänzen sich." Sabine Sadjak, Geschäftsstellen­leiterin der Brennstoffzellen + Batterie-Allianz Baden-Württemberg, die seit Januar 2010 auch die Batterietechnologie im Fokus hat und insgesamt 70 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vertritt, bestätigt, "dass die Kombination aus Brennstoffzellen und Batterien das größte Potenzial für zukünftige Antriebskonzepte bietet, da sie ein umweltschonendes Antriebskonzept mit hohen Reichweiten verbindet."

EnBW: 222 Brennstoffzellen-Heizgeräte für Callux

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG untersucht mit zahlreichen privaten und kommunalen Testteilnehmern ebenfalls beide Felder: Auf Stuttgarts Straßen hat das Unternehmen mit 500 E-Bikes die derzeit größte Elektroflotte Deutschlands. Im Forschungsprojekt MeRegioMobil (Minimum Emission Region) entwickelt die EnBW als Konsortialführerin mit ihren Partnern eine intelligente Lade- und Abrechnungsinfrastruktur. Das Unternehmen testet auch Brennstoffzellenheizgeräte im Rahmen des großen NIP-geförderten Brennstoffzellen-Praxistests Callux. "Eine der Anlagen wurde vor einigen Wochen in unserem neu eröffneten Betriebskindergarten in Stuttgart in Betrieb genommen und ergänzt die dortige Fotovoltaikanlage auf dem Dach", erklärt Markus Edel, EnBW-Projektleiter Brennstoffzellen. Diese Anlage konnte im Rahmen der f-cell vor Ort in Stuttgart in EnBW City besichtigt werden. Insgesamt plant der Energieversorger die Installation von 222 Anlagen in den nächsten Jahren. In Japan haben die Hersteller von Brennstoffzellen-Heizgeräten bereits tausende Geräte an Endkunden abgesetzt. "Möglich ist das aber nur durch eine starke Subventionierung durch den Staat", berichtete Branchenberater Takehiko Kato, Präsident der Interlink Corporation. "Wie lange sie noch gezahlt werden wird, ist nach dem Regierungswechsel aber offen."

Baden-Württemberg bekommt drei neue H2-Tankstellen

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr wird mit Mitteln aus dem Landesinfrastrukturprogramm weitere Wasserstofftankstellen fördern. Dazu sind drei konkrete Kooperationen im Gang, berichtete Stefan Gloger, Leiter des Referats Forschung, Umwelttechnik, Ökologie: Eine zusätzliche Wasserstofftankstelle und ein Erzeugungs- und Speicherkonzept ist mit der EnBW am Gaskessel in der Talstraße in Stuttgart geplant und beim Karlsruher Institut für Technologie KIT auf dem Campus Nord in Eggenstein-Leopoldshafen soll eine Wasserstofftankstelle mit einer Versorgung aus regenerativen Quellen entstehen, die Brennstoffzellen getriebene Busse zum Campus Süd versorgt. In Freiburg wird beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme eine Wasserstoff-Energiekette vorbereitet, die aus Elektrolyseur, Wasserstoffspeicher und ebenfalls einer Abgabestelle besteht. Diese drei Infrastrukturprojekte stehen kurz vor der Unterzeichnung eines Letter of Intent.

Fahrzeug-Hersteller setzen auf Batterien und Brennstoffzellen

Vertreter der Daimler AG sowie andere Hersteller - auch Renault Nissan, Mitsubishi und Toyota waren auf der f-cell vertreten - betonten, dass sie sowohl auf Batterie als auch auf Brennstoffzelle, setzen. "Gerade läuft bei uns die Produktion von 500 batterie-elektrisch betriebenen A-Klasse E-CELL in Rastatt an", sagte Dr. Christian Mohrdieck, Leiter Entwicklung Brennstoffzelle­nantrieb bei Daimler in Kirchheim-Teck/Nabern. Den smart fortwo electric drive sollen Kundinnen und Kunden sogar bereits ab 2012 kaufen können. "Auch unsere neueste Generation des Brennstoffzellen-Pkw - die B-Klasse F-CELL- wird seit Ende letzen Jahres unter Serienbedingungen gefertigt. Die ersten von 200 Fahrzeugen gehen in Kürze in den Kundenbetrieb. Beim Brennstoffzellenantrieb arbeiten wir von nun an vor allem an der Senkung der Kosten. Das Ziel: ab 2015 sollen weltweit Schritt für Schritt insgesamt mehrere 100.000 Elektroautos mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kommen." Das Batterie-Auto eigne sich in erster Linie für Kompaktfahrzeuge im Stadtverkehr, während das Brennstoffzellen-Fahrzeug Kunden anspreche, die häufiger auch lange Strecken und auch größere Fahrzeuge führen. Auch für Stadtbusse ist die Antriebstechnik geeignet.

Brennstoffzellen-Kraftwerke für Unternehmen & Kommunen

Noch steht die Branche zusammen - in allen Anwendungsfeldern: "Jeder gewonnene Kunde und jede neue Brennstoffzellen-Anlage ist ein Plus für die Technologie insgesamt", meinte Thiam Hong Tay, Sales Manager bei MTU Onsite Energy in Ottobrunn während eines Gesprächs am Messestand. Das Unternehmen ist der einzige deutsche Anbieter von Brennstoffzellen-Kraftwerken (Leistungen zwischen 208 und 346 Kilowatt). Geeignet sind die Anlagen besonders für Unternehmen und Kommunen, die sie mit Erdgas oder Methan aber auch mit Bio- oder Klärgas betreiben und damit neben Strom auch heißen Dampf sowie Wärme erzeugen können. Preislich seien die Anlagen noch nicht konkurrenzfähig, doch eine Bezuschussung im Rahmen des NIP mache das "Hot Module" von MTU in vielen Fällen rentabel, berichtete Tay. Die Technik interessierte zum Beispiel Kongressbesucher Simon Wittlinger aus Geislingen. Der Agrarbiologe überlegt, das Bioenergiepotenzial in seinem landwirtschaftlichen Betrieb künftig zur Energieerzeugung zu nutzen.

Business-Brunch für - noch - Branchenfremde

Mittelständische Unternehmen anzusprechen, die bislang wenig mit der Brennstoffzellen­technologie oder batterieelektrischer Mobilität zu tun hatten, war Ziel des von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) im Rahmen der f-cell durchgeführten Business Brunch mit Vortrag, Expertengesprächen und gemeinsamem Messerundgang. "Wir hatten mit 30 bis 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Statt dessen meldeten sich rund 90 Interessierte an", sagte Johannes Pallasch, Projektleiter Investorenservice bei der WRS. "Das Angebot traf ins Schwarze. Viele Unternehmen möchten ihre künftigen Geschäfts­möglichkeiten in der Wasserstoff- und Brennstoffzellen- bzw. der Elektromobilitäts­branche eruieren. Wir unterstützen sie dabei."

f-cell 2011: Termin vormerken

Wer nächstes Jahr das Branchenforum wieder nutzen möchte, um Informationen zu sammeln und weiterzugeben sowie Kontakte zu knüpfen und aufzufrischen ist bereits jetzt herzlich eingeladen: Die f-cell 2011 findet am 26. und 27. September wie gewohnt in Stuttgart statt.

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