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VARIOKIT im Tunnelbau: Flexibel und wirtschaftlich bei minimalem Kraneinsatz

Umfahrung Straßwalchen Westspange B1-B147, Salzburg

(PresseBox) (Weißenhorn, ) Zur Entlastung des Zentrums von Straßwalchen entsteht derzeit eine Umgehungsstraße, die sogenannte Westspange. In Teilbereichen wird die Umfahrung als Unterflurtrasse geführt. PERI plante und lieferte dazu einen Tunnelschalwagen, der mit über 20 m Länge und hydraulischer Bedienung zur schnellen Realisierung der zwei Röhren beiträgt.


Dank der neuen Streckenführung sollen täglich mehrere Tausend PKW und LKW den Ort umfahren - eine deutliche Erleichterung für die etwa 7.000 Einwohner. Da die Westbahn sowie ein Bach die neue Streckenführung kreuzen, werden insgesamt 955 m der Strecke unterirdisch verlaufen.

Das Projekt wurde in zwei Unterflurtrassen mit 688 m (UFT 1) bzw. 267 m (UFT 2) Länge geteilt. Die Querschnitte beider Tunnel sind ähnlich, weisen jedoch verschiedene Wandhöhen und Deckenneigungen auf. Anforderung der ausführenden HOCHTIEF Construction Austria GmbH & Co KG war die Herstellung beider Trassen mit einem Tunnelschalwagen, der sich diesen geometrischen Veränderungen flexibel und möglichst einfach anpassen lässt. Weiterhin sollte der Kraneinsatz minimiert und eine Durchfahrtsmöglichkeit für den Zulieferverkehr der Baustelle vorgesehen werden.

Ein Schalwagen von über 20 m Länge

Die PERI Anwendungstechnik plante einen Tunnelschalwagen auf Basis von VARIOKIT Systembauteilen. Die Komponenten des Ingenieurbaukastens sind für in der Praxis übliche Konstruktionen mit rund 12 m bis 15 m Länge ausgelegt, das Projekt Straßwalchen jedoch erfordert einen 20,60 m langen Tunnelschwalwagen. Zur Realisierung koppelte man daher ganz einfach zwei Einheiten von je rund 10 m zu einem projektspezifischen Tunnelschalwagen. Insgesamt setzt das Baustellenteam den so konzipierten Schalwagen 54 Mal ein: UFT 1 entsteht in 36 Betonierabschnitten, für die Herstellung des UFT 2 sind 18 Blöcke geplant.

Flexibel anpassbar für unterschiedliche Querschnitte

Der Querschnitt beider Unterflurtrassen ist in Breite und Höhe veränderlich. Die Wände des gevouteten Rechteckquerschnitts sind 55 cm bis 75 cm stark, ihre Höhe variiert von 5,40 m bis 6,50 m. Die lichte Regelbreite beider Tunnel beträgt 10,40 m, im Bereich der Einfahrt der Unterflurtrasse 1 (Betonierabschnitt 1 bis 4) ist dieser auf 14,00 m erweitert. Die Veränderung der Neigung von Bodenplatte und Tunneldecke erfordert einen einmaligen Umbau der Querneigung des Schalwagens, alle übrigen geometrischen Anpassungen lassen sich einfach und schnell vor Ausführung des jeweiligen Folgeabschnitts vornehmen.

Zur Anpassung der Höhe der Wandschalung erarbeitete PERI eine praktikable Lösung: Zwischen der unteren Voutenschalung und der vertikalen Wandschalung ist ein Passelement integriert, so dass sich die geometrische Veränderung ohne Umbau der Voutenschalung verändern lässt. Diese Lösung ist äußerst praktikabel und zudem wirtschaftlich. Im Bereich der Verbreiterung des Tunnelquerschnitts unterstützt eine PERI UP Rosett Flex Gerüstkonstruktion die erweiterte Deckenschalung, die Wandschalung wird einfach einseitig umgehängt.

Durchdachte Detaillösungen

Die Konstruktion der Wandschalung mit einer Gurtung aus RCS Schienen ist äußerst steif, folglich werden zur Verbindung von Außen- und Innenschalung maximal drei Anker über die gesamte Wandhöhe benötigt. Das Baustellenteam spart dank dieser Lösung deutlich an Arbeitsaufwand.

Für die Ausführung der Stirnabschalung forderte der Auftraggeber eine Konstruktionslösung, bei der keine Rückverankerung in bereits betonierte Bereiche notwendig ist. PERI konzipierte daher ein schräg liegendes Fachwerk aus Spindeln und SRU Riegeln, das die Lasten in die Längsträger des Schalwagens und von dort in den Baugrund weiterleitet.

Um die geforderte Durchfahrtsöffnung zu realisieren, wird der Schalwagen mit VARIOKIT Streben ausgesteift. HD 200 Schwerlaststützen tragen die Lasten in das vorhandene Streifenfundament des Tunnels ab - ein zusätzlicher Unterbau für den Schalwagen ist nicht erforderlich.

Komfortable Bedienung

Das Ein- und Ausschalen der Innenschalung als auch das Heben und Senken der Deckenschalung erfolgen hydraulisch. Zudem wurde eine Verfahreinheit integriert, so dass sich die Schalungseinheiten ohne Kraneinsatz äußerst komfortabel und schnell in den nächsten Betonierabschnitt umsetzen lassen. Nach dem Verfahren werden die beiden Schalwagen wieder gekoppelt und für die Herstellung des nächsten Blocks vorbereitet.

Auch für die Außenschalung erarbeitete die PERI Anwendungstechnik eine projektspezifische, kranunabhängige Lösung: Die Wandschalungselemente werden - nach der Positionierung der Innenschalung sowie dem Einbau der Bewehrung - über Wälzwagen in U­Profilen per Seilzug in den nächsten Betonierabschnitt gezogen.

Schon bei den ersten, kürzlich hergestellten Tunnelblöcken konnte das Baustellenteam dank der flexiblen und anwendergerechten Konstruktion die Abschnitte im Wochentakt betonieren. Durch den hohen Anteil an mietbaren Systembauteilen, den minimalen Kraneinsatz und die geringe Ankerzahl ist die Schalungslösung zudem sehr wirtschaftlich.

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