Psychologie der Korruption: Freiherr zu Guttenberg zeichnet Studie von Tanja Rabl aus

(PresseBox) (Lengerich, ) Der mit 4000 Euro dotierte Ludwig-Erhard-Preis des gleichnamigen Fürther Initiativkreises ging in diesem Jahr an die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Tanja Rabl von der Universität Bayreuth. Sie wurde für ihre Doktorarbeit zum Entscheidungskalkül korrupter Akteure ausgezeichnet, die sie am BWL-Lehrstuhl für Personalwesen und Führungslehre von Prof. Dr. Torsten M. Kühlmann verfasste.

Für die Preisverleihung konnte die Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises Evi Kurz auch in diesem Jahr mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg wieder eine bedeutende politische Persönlichkeit gewinnen. In seiner Festrede vor über 500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft fand der Oberfranke und Alumnus der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth deutliche Worte zum Zustand der sozialen Marktwirtschaft. Dabei stellte er insbesondere heraus, dass der Staat Unternehmen, die von Finanzinvestoren ausgesaugt worden oder mangels tragfähiger Geschäftsmodelle in Schwierigkeiten gekommen sind, nicht helfen könne. Der Staat greife aber jedem Unternehmen ungeachtet seiner Größe dann unterstützend unter die Arme, wenn es unverschuldet in Not geraten sei und ein überzeugendes Zukunftskonzept vorlege. Dabei appellierte er ganz im Sinne Ludwig Erhards an die Verantwortung der Unternehmer, die für eine funktionierende Marktwirtschaft so wichtig ist.

Guttenberg hob hervor, dass gerade auch die Doktorarbeit von Frau Rabl die Bedeutung der Forderung von Ludwig Erhard nach höchster Einsicht und Verantwortung der Unternehmer herausstellt. Denn korruptes Handeln stellt eine Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft dar. Daher widmet sich Frau Dr. Rabl in ihrer Dissertation der aktuellen Frage, was Entscheidungsträger in Unternehmen dazu bewegt, korrupt zu handeln. Ergebnisse ihrer empirischen Studie zeigen, dass die Dringlichkeit privater und beruflicher Ziele keine Vorhersage korrupten Handelns erlaubt. Vielmehr kommt im Entscheidungskalkül korrupter Akteure drei personbezogenen Aspekten eine entscheidende Bedeutung zu: der Einstellung des Akteurs zu Korruption, den Normen des Umfelds bezüglich Korruption und der Kontrolle, die der Akteur glaubt, über sein eigenes korruptes Handeln zu haben. Mit einem empirisch überprüften Modell liefert Frau Dr. Rabl Unternehmen Ansatzpunkte, um geeignete Maßnahmen für die Korruptionsprävention und -bekämpfung abzuleiten.

Mit dem Ludwig-Erhard Preis fördert der Initiativkreis Forschungsaktivitäten, die im Sinne des gebürtigen Fürther Ökonomen Ludwig Erhard innovativ, praxisnah und wirtschaftlich nützlich sind und dabei auch die Auswirkungen wirtschaftlicher Vorgänge auf die Gesellschaft berücksichtigen. In all diesen Kriterien wurde die Doktorarbeit von Frau Dr. Rabl von der Jury mit der Höchstpunktzahl bewertet.

Tanja Rabl
Private Corruption and its Actors
Pabst Science Publishers, 2009, 308 Seiten, ISBN 978-3-89967-525-2
Rabl, T.: Private Corruption and its Actors – Insights into the Subjective Decision Making Processes

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