Telemedizinische Forschung der Universität Magdeburg rettet Leben

Erstes telemedizinisches Schlaganfall-Netzwerk in Sachsen-Anhalt wird erweitert

(PresseBox) (Magdeburg, ) Das erste, an der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg angesiedelte, telemedizinische Schlaganfall-Netzwerk in Sachsen-Anhalt TASC wurde gestern, am 04.08.2010, mit dem Anschluss der Klinikum Bernburg GmbH wesentlich erweitert. Am späten Nachmittag wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Klinikum sowohl das Projekt als auch die innovative Technik Medizinern, Vertretern der Stadt, Krankenkassen und Gästen vorgestellt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts TASC - Telemedical Acute Stroke Care - arbeiten fachübergreifend Betriebswirte, Ingenieure und Mediziner an tragfähigen Geschäftsmodellen sowie hochmoderner Telemedizintechnik zur Verbesserung der Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten. Das Forschungsvorhaben ist am Interaktionszentrum Entrepreneurship der Universität Magdeburg angesiedelt und wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Medizinische Telematik und Medizintechnik, der Klinik für Neurologie, der Stroke Unit und der Klinik für Neuroradiologie der Universität Magdeburg durchgeführt.

Es wird mit 1,47 Mio. Euro von Juni 2009 bis Mai 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die telemedizinische Akutversorgung von Schlaganfällen über jede räumliche Distanz hinweg erfolgt durch die Schlaganfall-Spezialisten der Stroke Unit in Magdeburg. Im Fall einer Überlastung des Universitätsklinikums können künftig auch Neurologen des Klinikums Bernburg in die Erstversorgung von Patienten einbezogen werden. Dadurch wird die Behandlung von Schlaganfall-Patienten vor allem in ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts wesentlich verbessert. Bisher sind vier Kliniken an das TASC-Netzwerk angeschlossen werden, zwei weitere Kliniken folgen.

Hintergrund Weltweit steht der Schlaganfall auf Platz zwei der Rangliste der Todesursachen und ist Hauptursache für Behinderungen in den westlichen Industrieländern. Allein in Deutschland gibt es ca. 160.000 Neuerkrankungen jährlich. Eine effektive Akuttherapie darf nur in einem sehr engen Zeitfenster von drei Stunden nach Krankheitsbeginn und nur bei einer bestimmten Art des Schlaganfalls angewandt werden. In diesen drei Stunden muss der Schlaganfall als solcher erkannt werden, die Rettung und der Transport zur richtigen Klinik erfolgen, eine Vielzahl von Entscheidungen getroffen sowie Anamnesen gestellt und Untersuchungsbefunde erhoben werden. Dieser Zeitrahmen lässt keinen Platz für Verzögerungen oder Fehlentscheidungen. In Regionen ohne Schlaganfallspezialisten in Sachsen-Anhalt ist die Einhaltung des Drei-Stunden-Zeitfensters derzeitig fast unmöglich. Durch den Einsatz der Telemedizin kann diese Situation effektiv verbessert werden.

Mehr Informationen unter http://tasc.telestroke.net

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