Rettungswagen der Zukunft

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität entwickeln ein Rettungswagen mit modernster telemedizinischer Ausrüstung für eine verbesserte Schlaganfallversorgung

(PresseBox) (Magdeburg, ) Bei der Schlaganfallversorgung kommt es auf jede Minute an. "Time is Brain" ist daher der Slogan der Ärzte bei der Akutversorgung dieser Erkrankung, welche gesunde Menschen plötzlich - quasi wie "ein Schlag" - trifft. Damit diese Patienten künftig sofort ab dem Eintreffen des Rettungsdienstes noch am Notfallort von dem Fachwissen eines Spezialisten profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht, wird ab Januar 2012 an der Otto-von-Guericke-Universität ein Rettungswagen mit modernster telemedizinischer Ausrüstung für eine verbesserte Schlaganfallversorgung entwickelt.

Ziel des zweijährigen Projektes ASTER ist es, relevante Informationen per Telemedizin aus und in den Rettungswagen zu übermitteln und so die schwierige und zeitkritische Entscheidung der Einsatzkräfte, wie der Patient optimal behandelt werden soll, zu erleichtern. ASTER - Akut-Schlaganfall-Telemedizin im Rettungswagen - knüpft dabei an die Ergebnisse des gleichnamigen Innovationsforums aus dem Jahr 2008 an, in dessen Rahmen zusammen mit dem DRK Jerichower Land das telematische Grundsystem konzipiert wurde.

Ein innovatives Highlight wird dabei die nahtlose Integration der Rettungswagen-Telemedizin in die am Lehrstuhl für Medizinische Telematik der OVGU (Prof. Dr. Georg Rose) entwickelte klinische Telemedizininfrastruktur "TASC" sein. TASC verbindet aktuell sechs Kliniken der Grund- und Regelversorgung mit einer Expertenzentrale für Schlaganfälle, der Stroke Unit des Universitätsklinikums Magdeburg. Notärzte und Rettungsassistenten werden diese vorhandene Vernetzung nutzen und sowohl die Zielklinik automatisch über den eintreffenden Patienten vorinformieren als auch einen Schlaganfallexperten konsultieren können. Dadurch werden ASTER und TASC im Zusammenspiel erstmals nahtlos die komplette Schlaganfall-Rettungskette vom ersten Patientenkontakt bis hin zur Versorgung des Patienten in der Klinik telemedizinisch unterstützen.

Der zweite Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Projektes liegt in der verkehrstelematischen Unterstützung der Rettungscrew: Um schneller zum Patienten und von ihm zur Klinik zu gelangen und dem medizinischen Personal genauere Fahrtzeitabschätzungen liefern zu können, wird das Telemedizinsystem durch das Institut für Automatisierungstechnik der OVGU (Prof. Dr. Christian Diedrich) und das An-Institut IFAK (Prof. Dr. Ulrich Jumar) unter anderem mit Navigationssystemen und Lichtsignalanlagensteuerungen intelligent verknüpft.

Weitere essentielle Beiträge zum Projekt liefern die drei sachsen-anhaltischen Unternehmen Malottki GmbH (Funkkommunikationssystem), Tonfunk Elektronik Systeme GmbH (Mobiles Eingabegerät) sowie SBSK GmbH & Co. KG (IT-Infrastruktur). Gefördert wird ASTER vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Wachstumskern Potential" mit ca. 1,5 Millionen Euro.

Das Projekt im Web: www.aster-magdeburg.de

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