Bilanzpressekonferenz der Otto Group für das Geschäftsjahr 2008/09

(PresseBox) (Hamburg, ) .
- Konzernumsatz steigt währungsbereinigt um 1,9 Prozent
- Jahresüberschuss verbessert sich um 15,9 Prozent auf 321 Millionen Euro
- Otto Group reduziert Finanzschulden um rund 70 Prozent
- Eigentümerfamilie erhöht Eigenkapital um 110 auf 770 Millionen Euro
- Position der Otto Group als zweitgrößter Online-Händler der Welt und größter Online-Händler Deutschlands ( B2C) bestätigt
- Start ins neue Geschäftsjahr verlief positiv

Die Otto Group, Hamburg, konnte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2008/09 (28. Februar) auf 10.109 Mio. Euro steigern. Sie lag damit trotz der Einwirkungen der Wirtschaftskrise um 0,5 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres in Höhe von 10.058 Mio. Euro*. Aufgrund des weiterhin starken Euro spiegeln diese Zahlen die operative Entwicklung der Otto Group jedoch nur bedingt wider. Währungskursbereinigt erzielte die Otto Group ein Umsatzplus von 1,9 Prozent. "Angesichts der Wirtschaftkrise sind wir mit dem Erreichten zufrieden", betont der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader. "Dass es uns vor diesem schwierigen Hintergrund gelungen ist, an den Umsatz des Vorjahres anzuschließen, ist keine Selbstverständlichkeit."

E-Commerce erneut Wachstumstreiber

Als treibende Kraft erwies sich erneut der E-Commerce: Die Otto Group konnte die Online-Nachfrage ihrer Kunden um 12,5 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro steigern. Die ausschließlich über die Online-Shops realisierte Nachfrage wuchs sogar um 24 Prozent. Damit konnte die Otto Group ihre Position als weltweit zweitgrößter Online-Anbieter im Geschäft mit dem Endverbraucher (B2C) bestätigen. In Deutschland gelang es der Unternehmensgruppe, die Online-Nachfrage um 13,7 Prozent auf 4,0 Mrd. Euro auszubauen. Damit bleibt die Otto Group auch in Deutschland der größte Online-Anbieter im B2C-Bereich.

Inlandsgeschäft prägt die positive Entwicklung

Während sich der Umsatz im deutschen Markt mit einem Wachstum von 2,3 Prozent sehr positiv entwickelte und bei 5.423 Mio. Euro schloss, ging der Umsatz der Otto Group im Ausland um 1,5 Prozent auf 4.686 Mio. Euro zurück. In Europa außerhalb Deutschlands erzielte die Otto Group einen Umsatzzuwachs von 1,9 Prozent, wechselkursbedingt ging der Umsatz allerdings um 1,4 Prozent auf 3.421 Mio. Euro zurück. In Nordamerika ging der Umsatz um 3,6 Prozent zurück auf 1.000 Mio. Euro, wechselkursbereinigt belief sich der Rückgang hingegen lediglich auf 0,5 Prozent. In Asien war die Entwicklung der Gruppe mit einer Umsatzsteigerung um 6,7 Prozent auf 264 Mio. Euro erfreulich.

Segment Multichannel-Einzelhandel

Im Geschäftssegment Multichannel-Einzelhandel schloss die Otto Group auf dem Niveau des Vorjahres ab, wechselkursbedingt nahm der Umsatz indes um 1,0 Prozent auf 8.865 Mio. Euro ab.

Der Einzelgesellschaft OTTO gelang im Berichtsjahr die Umsatzwende. Sie erzielte einen Umsatz von 1.667 Mio. Euro und lag damit nur noch um 0,3 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Eine weitgehend erfreuliche Entwicklung zeigten die Spezialhändler: Der Bonprix-Gruppe gelang ein Umsatzzuwachs von 3,4 Prozent auf 870 Mio. Euro. Die Heine-Gruppe steigerte ihren Umsatz um 6,2 Prozent auf 656 Mio. Euro. Der Umsatz der Schwab-Gruppe lag mit minus 0,1 Prozent knapp auf dem Niveau des Vorjahres und erreichte 929 Mio. Euro. Die Baur-Gruppe schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 454 Mio. Euro ab und lag damit planmäßig um 7,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Im Ausland gelang der 3 Suisses International Gruppe, Frankreich, im Bereich Multichannel-Einzelhandel ein Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent auf 2.069 Mio. Euro. Die unter der Freemans Grattan Holdings zusammengefassten britischen Versender der Otto Group verzeichneten hingegen einen Umsatzrückgang um 27,5 Prozent auf 410 Mio. Euro. Währungskursbereinigt lag der Rückgang bei 14,8 Prozent. Bereits angelaufene Umstrukturierungsmaßnahmen sollen hier Abhilfe schaffen. Von der Nachfragekrise in den USA getroffen wurde der amerikanische Einrichtungs- und Lifestyle-Spezialist der Otto Group, Crate and Barrel. Hier ging der Umsatz um 4,5 Prozent auf 969 Mio. Euro zurück. Währungskursbereinigt lag der Rückgang allerdings nur bei 1,4 Prozent. Ein Wachstum von 3,4 Prozent verzeichnete hingegen die Otto Japan Gruppe. Sie erzielte einen Umsatz von 197 Mio. Euro.

Segment Finanzdienstleistungen

Das größte prozentuale Wachstum erzielte im vergangenen Geschäftsjahr das Segment Finanzdienstleistungen. Auf vergleichbarer Basis* wurde der Umsatz hier um 23,3 Prozent gesteigert und erreichte 486 Mio. Euro. Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hat die internationale EOS Gruppe. Ihr gelang durch starke Expansion ein Umsatzzuwachs um 25,9 Prozent auf 273 Mio. Euro.

Segment Service

Weiter auf klarem Wachstumskurs blieb auch das Segment Service. Das von der Hermes Logistik Gruppe (HLG), Hermes in England und der OTTO Freizeit und Touristik GmbH geprägte Segment steigerte seinen Umsatz insgesamt um 7,0 Prozent auf 758 Mio. Euro. Diese Segmentzahl setzt sich allerdings ausschließlich aus den Außenumsätzen der Unternehmen zusammen, die eigentliche Bedeutung der Unternehmen in ihren jeweiligen Märkten wird damit nicht angemessen sichtbar. So konnte die HLG ihren Außenumsatz um 13,9 Prozent auf 418 Mio. Euro steigern, erzielte aber nach HGB-Rechnungslegung allein in Deutschland und ohne Beteiligungsunternehmen einen Umsatz von 1.018 Mio. Euro.

Jahresüberschuss und Finanzkraft gesteigert

Der Jahresüberschuss (EAT) der Otto Group konnte im Berichtsjahr von 277 Mio. Euro um 15,9 Prozent auf 321 Mio. Euro gesteigert werden. Die Ergebnisebenen vom EBITDA bis hin zum EBT wurden durch Sondereffekte erheblich verzerrt. Positive Effekte ergaben sich aus den Veräußerungen der Anteile an Fegro/Selgros und dem Club des Créateurs de Beauté. Dieses Zusatzerträge nutzt die Otto Group weitgehend zur bilanziellen Vorsorge für laufende und angekündigte Restrukturierungsmaßnahmen, so dass sie nicht im Jahresüberschuss wirksam geworden sind, aber zu erheblichen Ergebnis-Belastungen im Bereich der Rückstellungen und Sonder-Abschreibungen geführt haben.

Zum 1. März 2009 hat die Otto Group 34 Prozent der Anteile am französischen Finanzdienstleister Cofidis an Crédit Mutuel verkauft, um Cofidis über ein starkes Bankhaus bessere Konditionen bei der Refinanzierung am Kapitalmarkt zu eröffnen. Im laufenden Geschäftsjahr wird der Veräußerungsgewinn für diesen Teilverkauf ergebniswirksam werden. Die Otto Group wird auf diese Weise ihre Finanzverbindlichkeiten um mehr als sechs Milliarden Euro und damit um rund 70 Prozent reduzieren und die Eigenkapitalquote auf mehr als 28 Prozent erhöhen. Darüber hinaus haben die Gesellschafter der Otto Group in dieser Woche entschieden, das Eigenkapital von 660 Mio. Euro auf 770 Mio. Euro zu erhöhen. Damit bestärken sie erneut ihr Vertrauen in die Zukunft der Otto Group.

Diese positiven finanziellen Rahmenbedingungen ermöglichen der Otto Group gezielte Investitionen in die Zukunft.

Investitionen in E-Commerce, Stationärgeschäft und Services

Die Otto Group hat drei Wachstumsschwerpunkte definiert. So werden zum einen zukunftweisende Online-Konzepte wie der im Januar 2009 von der Otto Group übernommene Shopping-Club Limango weiter ausgebaut. Das stark expansive Unternehmen hat im Mai 2009 den Markteintritt in der Türkei vollzogen und parallel dazu in Deutschland sein Sortiment deutlich erweitert, vom Angebot für Familien und werdende Eltern auf eine breites Modekonzept. Der preisgekrönte Online-Shop otto.de forciert weiter seinen Ausbau zu einer One-Stop-Shopping-Plattform: Ausgewählte Markenpartner und zukünftig erstmals auch konzernfremde Händler bieten ihre Ware über Markenshops in der 1A-Online-Lage an, die OTTO mit otto.de im Internet etabliert hat. So finden die Kunden ein immer breiteres und immer tieferes Angebot auf ihrer bevorzugten Shopping-Site. Mit Yalook hat die Otto Group soeben einen neuen Online-Modeshop an den Start gebracht, der Top-Modemarken kompakt und erschwinglich unter einem Dach anbietet. Inspiration und Kaufunterstützung bieten unter anderem die nutzergenerierten Beiträge von Usern und Kunden sowie die Beiträge von Moderedakteuren oder Top-Stylisten, die ab dem offiziellen Start, später im Sommer 2009, als "Testimonials" auftreten werden.

Das zweite Wachstumsfeld ist der stationäre Einzelhandel. Hier investiert die Otto Group in Konzepte, die online-fähig und internationalisierbar sind. Zur Otto Group gehörten Ende des Berichtsjahres bereits 341 Stationärgeschäfte, 45 mehr als noch ein Jahr zuvor. Spitzenreiter mit 83 Geschäften ist der US-amerikanische Einrichtungs- und Lifestyle-Anbieter Crate and Barrel, der im Berichtsjahr seine Internationalisierung gestartet und einen ersten Store in Toronto, Kanada, eröffnet hat. Wegen des großen Erfolgs sollen im Herbst 2009 ein Geschäft in Calgary und zwei weitere im Großraum Toronto hinzukommen. Das zweite Konzept der Crate and Barrel-Gruppe, CB2, wird ebenfalls bald einen ersten Store in Toronto eröffnen. Auch die Stationär-Aktivitäten von Bonprix in Italien - sie umfassen aktuell 25 Geschäfte - sollen im laufenden Geschäftsjahr um weitere 11 Läden ausgebaut werden. Ein dritter Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des Geschäfts von Kitaro, einem Unternehmen, an dem die Otto Group seit Dezember 2008 zu 49 Prozent beteiligt ist. Kitaro handelt europaweit Marken wie Jette Joop oder Arqueonautas, produziert selbst Kleidung und ist im internationalen Großhandel stark vernetzt.

Der dritte Investitionsschwerpunkt der Otto Group ist das Segment Service. Die Otto Group wird sich zukünftig verstärkt als internationaler Dienstleister für Handel und E-Commerce etablieren. Sie bietet Geschäftskunden auch außerhalb des Konzerns sämtliche Dienstleistungen rund um den Handel an. Diese "Integrated Business Services" erstrecken sich von Einkauf und Lagerverwaltung über Kundenbetreuung und Bonitätsprüfung bis hin zu Transport und Zustellung. Aus der früheren Einkaufsorganisation der Otto Group ist im März 2008 das eigenständige Unternehmen OTTO International mit einem Netzwerk von 1.400 Fachleuten an 35 Standorten hervorgegangen. Geschäftskunden außer- wie innerhalb des Konzerns können bei OTTO International ganze Geschäftskonzepte oder bei Bedarf auch nur Teile davon kaufen, vom Design und Sourcing über die Qualitätskontrolle, den Import und die Lagerung der Ware bis hin zu geeigneten Verkaufskonzepten. Die europaweiten Aktivitäten der Import-, Lager- und Distributionslogistik der Otto Group werden zukünftig unter der Marke Hermes gebündelt. Zum 1. Juli 2009 wird hierfür die Dachgesellschaft Hermes Europe gegründet. Sie hat als zentrales Ziel, den gesamten Unternehmensbereich bis 2012 zu einem Technologieführer mit signifikanten Anteilen am europäischen Markt auszubauen. Schon heute ist Hermes in der Distribution neben Deutschland auch in England, Frankreich, Österreich und Italien aktiv, bewegt dabei mehr als 400 Mio. Sendungen im Jahr und hält damit rund 22 Prozent am europäischen Privatpaketmarkt. Die hohe Attraktivität des Angebotes wird auch von Kunden außerhalb des Konzerns als erfolgsentscheidend erkannt.

Die Otto Group hat im Geschäftsjahr 2008/09 die Umstrukturierung ihrer Warehousing-Logistik in Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland eingeleitet. Die geplante neue Standort-Aufteilung wurde vor Kurzem von den Sozialpartnern bestätigt und kann nun im kommenden Jahr umgesetzt werden. Die Otto Group strebt für ihre Kunden einen 24-Stunden-Lieferservice als Regelleistung an und wird dies durch die Positionierung ihrer Auslieferungsbetriebe in zentraler geografischer Lage gewährleisten.

Guter Start in das laufende Geschäftsjahr

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 (März bis Mai) konnte eine leichte Umsatzsteigerung realisiert werden. Mit Blick auf das gesamte laufende Geschäftsjahr betont der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader: "Wir werden uns auch im laufenden Geschäftsjahr trotz der Wirtschaftskrise erfolgreich behaupten und erheblich in E-Commerce, Stationärgeschäfte und Services investieren. Aufgrund des sehr unklaren gesamtwirtschaftlichen Umfelds wäre eine Prognose für Umsatz und Ertrag der Otto Group im laufenden Geschäftsjahr allerdings nicht seriös."

*Wegen des Verkaufs von Anteilen am französischen Finanzdienstleister Cofidis wird im Berichtsjahr nach dem IFRS-Rechnungslegungsstandard (IFRS 5) ein angepasster Vergleichswert für das Vorjahr ausgewiesen.

Otto (GmbH & Co KG)

1949 in Deutschland gegründet, ist die Otto Group heute eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit 49.539 Mitarbeitern auf drei Kontinenten. Die Otto Group ist mit 123 wesentlichen Unternehmen in 20 Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens präsent. Ihre Geschäftstätigkeit erstreckt sich auf die drei Segmente Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Im Geschäftsjahr 2008/2009 (28. Februar) erwirtschaftete die Otto Group einen Umsatz von 10.109 Mio. Euro. Otto ist heute die größte Distanzhandelsgruppe der Welt. Im Onlinehandel mit dem Endverbraucher (B2C) belegt die Otto Group weltweit Platz 2 hinter Amazon. Kataloggeschäft, E-Commerce und der stationäre Einzelhandel bilden die drei Säulen des Multichannel-Einzelhandels der Otto Group. Weltweite Konzernaktivitäten und eine Vielzahl von strategischen Partnerschaften und Joint Ventures bieten Otto ausgezeichnete Voraussetzungen für Know-how-Transfer und die Nutzung von Synergiepotenzialen. Ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit der nationalen Unternehmen garantiert zugleich Flexibilität und Kundennähe sowie eine optimale Zielgruppenansprache in den jeweiligen Ländern.

Nähere Informationen zur Otto Group liegen im Internet unter www.ottogroup.com für Sie bereit.

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