Luftverkehrssteuer stößt in der Branche und bei Verbrauchern auf Ablehnung

(PresseBox) (Hamburg, ) Die Regierung hat es vergangenen Donnerstag beschlossen: Abflüge von deutschen Flughäfen werden ab dem 1. Januar 2011 mit einer Abgabe in Höhe von acht bis 45 Euro verteuert. Während die Erhöhung bei den Verbrauchern auf Unverständnis stößt, befürchten Fluggesellschaften, Reisevermittler und Wirtschaftsstandorte eine Schwächung der gesamten deutschen Luftverkehrsbranche.

Die Luftverkehrssteuer erhebt Abgaben auf Flüge, die an einem deutschen Flughafen starten. Die Höhe der vom Bundesfinanzministerium ins Leben gerufenen Steuer berechnet sich nach der Länge der Flugstrecke. Pro Fluggast fallen acht Euro für Kurzstreckenflüge (Flugstrecken bis 2500 Kilometer), 25 Euro für Mittelstreckenflüge (Flugstrecken bis 6000 Kilometer) und 45 Euro für Langstreckenflüge (Flugstrecken über 6000 Kilometer) an. Dies gilt rückwirkend für alle Flüge, die seit dem 1. September 2010 gebucht worden sind und ab dem kommenden Jahr stattfinden.

Hintergrund der Abgabe ist die Mobilitätsbesteuerung, aus der der Luftverkehr wegen EU-Regelungen bisher ausgenommen war. Mit der Steuer sollen nach dem Bundesfinanzministerium ?Anreize für umweltgerechtes Handeln" gesetzt werden. Als Teil des schwarz-gelben Sparpakets erwartet der Bund damit gleichzeitig Steuermehreinnahmen von rund einer Milliarde Euro. Tom Reiter, Country Director von Opodo Deutschland, beurteilt die erhoffte Wirkung der Steuer auf das Umweltbewusstsein der Flugpassagiere kritisch: ?Das Problem ist, dass mit den Mehreinnahmen durch die Luftverkehrssteuer keine Klima- und Umweltschutzprojekte, sondern eine allgemeine Konsolidierung des Staatshaushalts angestrebt wird. Für den Verbraucher bleibt der ökologische Nutzen der Steuer daher sehr intransparent." Für eine bessere Alternative hält der Deutschland-Chef des Online-Reiseportals gezielte Abgaben auf freiwilliger Basis. ?Wir arbeiten beispielsweise mit der gemeinnützigen Organisation Atmosfair zusammen: Bei jeder Buchung kann der Fluggast mit einem CO2-Rechner seinen individuellen Emissionswert berechnen und direkt für Klimaschutzprojekte spenden. Das hat auf den Klimaschutz einen unmittelbaren Effekt und stärkt das Umweltbewusstsein der Kunden."

Angst um deutsche Standorte

Anders als der Bund erwarten Länder und Kommunen keine Mehreinnahmen, sondern befürchten Wettbewerbsverzerrung und sinkende Einnahmen für den deutschen Luftverkehr. Denn die deutschen Standorte werden im internationalen Fluggeschäft bei einer nationalen Abgabenerhöhung stark benachteiligt. ?Wer bisher öfter über Frankfurt nach Übersee geflogen ist, wird nun sicherlich häufiger Paris oder London als Umsteigeflughafen für seinen Flug wählen, um statt 45 nur acht Euro der deutschen Luftverkehrssteuer zu zahlen. Bei den sonst sehr geringen Unterschieden in den Gesamtpreisen der Fluggesellschaften, wird eine Differenz von 37 Euro eine deutliche Verschiebung erwirken" erläutert Tom Reiter seine Bedenken. Auch für internationale Kurz- und Mittelstreckenflüge würden Fluggäste vermehrt auf die Flugplätze der Nachbarn ausweichen: Wer zum Beispiel im Ruhrgebiet wohnt, könnte sich in Zukunft häufiger gegen einen Flughafen im Inland und für den Abflug in Maastricht entscheiden. Für die inländischen Flughäfen sinken damit die Einahmen auf ganzer Linie, denn mit weniger Flugpassagieren müssen auch die Flughafenshops und -restaurants mit geringerem Umsatz rechnen. Wie die Flugpassagiere werden auch die Fluggesellschaften vermehrt auf das Ausland ausweichen: Eine Steuer von acht Euro stellt für ein Billigflug-Angebot oft eine Verteuerung 20 bis 30 Prozent dar. Neben Linienflug-Gesellschaften hinterfragen gerade die Anbieter von Billigflügen aufgrund des zu befürchtenden Nachfrageeinbruchs ihre Routenplanung ab Deutschland und weichen auf grenznahe Standorte im Ausland aus. Das jüngste Beispiel Rheinland-Pfalz zeigt die negativen Folgen der Luftverkehrssteuer, gerade kleinere Flughäfen sind betroffen: Der Flughafen Hahn steht vor massiven Problemen, da die Fluggesellschaft Ryanair etwa 30 Prozent der Flüge streichen oder ins Ausland verlegen wird. Als Folge der Luftverkehrssteuer ist mit wirtschaftlichen Einbußen bis hin zu Entlassungen zu rechnen. ?Sie führt zu einer klaren Beschädigung des Standorts", wie Rheinland-Pfalz' Wirtschaftsminister, Hedrick Hering, am Freitag gegenüber dem Handelsblatt erklärte.

Verbraucher sind empört

Die Fluggäste selbst sind von der Abgabe bisher wenig überzeugt. Eine Kunden-Umfrage von Opodo Deutschland zeigt, dass über 75 Prozent der Deutschen die Luftverkehrssteuer ablehnen. Rund die Hälfte der Befragten bezeichnete die Einführung der Steuer sogar als ?Abzocke". Ursache für die Ablehnung scheint dabei neben der Höhe der Steuer vor allem die Intransparenz im Verwendungszweck der steuerlichen Mehreinnahmen zu liegen. So gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sie die Steuer für gerechtfertigt hielten, wenn sie dem Umweltschutz dienen würde. Für die Branche besonders bedenklich: Über 50 Prozent der Befragten sehen sich gezwungen in Zukunft vermehrt auf Urlaubsreisen zu verzichten und weniger zu fliegen. Aus Sicht der Branchenkenner ist dies verständlich. Hat eine vierköpfige Familie z.B. bisher 700 Euro für eine Ägypten-Pauschalreise gezahlt, wird diese nun mit der Luftverkehrssteuer um knapp 15 Prozent teuerer und kostet schließlich 800 Euro. Die Steuer ist auf Verbraucherseite besonders für Geringverdiener und Familien belastend.

Opodo Deutschland Ltd.

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