Akademie der Wissenschaften: Sorge um Spitzenforschung

(PresseBox) (Wien, ) Sparpläne gefährden die Konkurrenzfähigkeit des Forschungsstandortes Österreich. Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist betroffen. Die Direktorinnen und Direktoren ihrer Forschungsinstitute appellieren an die Verantwortlichen, die dynamische Entwicklung der ÖAW nicht zu gefährden und alles zu tun, um den Wissenschaftsstandort Österreich zu sichern.

"Es geht dabei nicht um den Protest einer der vielen unterschiedlichen Interessensgruppen, die vom Sparpaket der Bundesregierung betroffen sind. Unsere Sorge betrifft Zukunftsperspektiven in Forschung und Bildung, die im gemeinsamen Interesse sein sollten. Hier hat Österreich zuletzt aufgeholt, auch wenn noch lange nicht der Standard anderer reicher Länder wie etwa der Schweiz und Skandinaviens erreicht ist. Jetzt sind diese Fortschritte durch Einschnitte bei Universitäten, FWF und außeruniversitärer Forschung gefährdet", betont der Vorsitzende der Institutsdirektorenkonferenz der ÖAW, Walter Pohl.

Die ÖAW ist die führende außeruniversitäre Grundlagenforschungseinrichtung Österreichs mit einem vielfältigen Forschungsportfolio, von der Geschichte und Demographie bis zur Mikrobiologie, Quantenoptik und Weltraumforschung. Auch wenn ihr Budget gegenüber vergleichbaren ausländischen Institutionen relativ gering ist, hat sie sich in den letzten zehn Jahren beträchtlich weiterentwickelt. Sie hat ihre Strukturen modernisiert und in zukunftsträchtige Forschungsbereiche investiert. Heute bietet sie einer Reihe von Spitzenforscherinnen und -forschern ausgezeichnete Arbeitsbedingungen, und viele ihrer Institute gehören zur Weltklasse.

Nun droht diese positive Entwicklung abzureißen. Eine Wissensgesellschaft mit geschwächter Grundlagenforschung wird rasch den Anschluss verlieren. Universitäten, außeruniversitäre Forschung und Förderung der Grundlagenforschung (FWF) müssen gemeinsam gestärkt und dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden.

Die Institutsdirektorinnen und -direktoren sind alarmiert. Sie sind verantwortlich für etwa 1500 großteils wissenschaftliche Arbeitsplätze, somit auch für die nächste Forschergeneration, die sich derzeit in Projekten und Forschungsaufträgen bewährt. "Der Nachwuchs ist von den Sparplänen am meisten betroffen. Die Besten müssen die Chance bekommen, dem Forschungsstandort Österreich erhalten zu bleiben oder nach dem Sammeln wichtiger Auslandserfahrungen zurückzukehren. Sonst gehen uns diese Talente verloren und wandern in Länder ab, die wesentlich umsichtiger und stärker in die Zukunft ihrer Grundlagenforschung investieren - wie die USA, Deutschland oder die Schweiz. Spitzenleute aus dem Ausland werden nicht mehr nach Österreich kommen. Wo langfristige Aufbauarbeit abgebrochen wird, sind die Investitionen verloren. Wenn die Entwicklung der Forschung einmal stagniert, bedarf es ungleich größerer Mittel, die unterbrochene Dynamik wieder in Gang zu bringen", befürchten die Institutsdirektorinnen und -direktoren der ÖAW-Forschungseinrichtungen.

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