BioFach China 2009: auf neuem Messegelände Interview mit Axel Bartkus, Geschäftsführer NürnbergMesse China

BioFach China neu im modernen Messezentrum INTEX Shanghai / Erstmals deutscher Firmengemeinschaftsstand

(PresseBox) (Nürnberg, ) Am 27. Mai 2009 öffnen sich für die BioFach China die Tore am neuen Standort: Messezentrum INTEX Shanghai. Die dritte Auflage der Fachmesse für Bio-Produkte, Naturkosmetik und Naturwaren will an drei Tagen über 10.000 Fachbesucher anziehen, 300 chinesische und internationale Aussteller werden erwartet. Deutsche Unternehmen erhalten dieses Jahr erstmals die Gelegenheit, sich mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz BMELV, im Rahmen eines deutschen Firmengemeinschaftsstandes in Shanghai zu präsentieren.

Axel Bartkus, Geschäftsführer der NürnbergMesse China, Shanghai, ist überzeugt, mit der BioFach China den Marktteilnehmern in diesem Jahr erneut eine effiziente Informations- und Vermarktungsplattform anzubieten, und freut sich im Rahmen der Weltleitmesse BioFach in Nürnberg über die positive Entwicklung im chinesischen Bio-Sektor. Die Voraussetzungen, gerade jetzt in den Markt einzusteigen, sind gut.

Herr Bartkus, wie laufen die Vorbereitungen für die dritte BioFach China?

Sie laufen auf Hochtouren. Ausstellerakquise, Besucherwerbung, Presse- und Medienarbeit sind in vollem Gange. Auf der BioFach in Nürnberg hatten wir hervorragende Möglichkeiten, Unternehmen aus aller Welt zu kontaktieren und für die BioFach in Shanghai zu begeistern.

Wie beurteilen Sie nach den vielen Gesprächen in Nürnberg das Interesse an der BioFach China?

Das Interesse an China ist grundsätzlich bei vielen Firmen da. Besonders den deutschen Unternehmen können wir durch den Gemeinschaftsstand, den German Pavilion, attraktive Konditionen bieten. Andererseits muss man auch sehen: Das Wissen über den Markt in China und darüber, wie man seine Produkte dort erfolgreich platziert, ist noch sehr gering. Es ist unsere Aufgabe, den Unternehmen noch mehr Hilfestellung anzubieten und, soweit verfügbar, Daten an die Hand zu geben. Aber auch praktische Tipps für die Markterschließung sind gefragt. Die Firmen sollen ihr Engagement mit einem sicheren Gefühl beginnen können.


Was sollte man beim Einstieg in den chinesischen Bio-Markt beachten?

Zunächst einmal liegt es in unserer Verantwortung, potenzielle Aussteller zu beraten. Wir sind nahe am Markt und können den realen Bedarf gut einschätzen. Das ist der erste Schritt. Dann sollten sich Interessenten eingehend mit dem Markt beschäftigen, gegebenenfalls das Gespräch mit in China erfahrenen Firmen suchen. Nach der Entscheidung für den Messeauftritt, kann ich nur raten, diesen gut vorzubereiten.

Können Sie uns Beispiele nennen, was dabei besonders wichtig ist?

Unter anderem ist es unerlässlich, Produktinformationen nicht nur in englischer Sprache, sondern in ausreichender Menge in der Landessprache zur Verfügung zu stellen sowie zweisprachige Visitenkarten. Die Visitenkarte ist in China eines der wichtigsten Instrumente zum Aufbau von Geschäftsbeziehungen. Am besten ist es, auch einen Dolmetscher am Stand zu haben. Produktmuster sind hilfreich und zu empfehlen.

Es gibt wenig verlässliche und aktuelle Daten über den noch kleinen Bio-Markt. Wie können sich Aussteller informieren?

Belastbare Zahlen für so spezielle Marktsegmente zu bekommen, wie wir sie mit der NürnbergMesse China abdecken, ist tatsächlich eine große Herausforderung. Das gilt nicht nur für die BioFach. Doch wir verlassen uns in Bezug auf die BioFach vor allem auf unseren Partner, das chinesische Landwirtschaftsministerium, das uns Daten über Anbaufläche, Erzeugung, Markt- und Exportvolumen liefert. Das sind, meines Wissens, die einzigen zuverlässigen Daten. Es gibt leider noch keine gesicherten Erhebungen, zum Beispiel über den Absatz von Bio-Produkten im chinesischen Einzelhandel oder den Anteil von Bio-Lebensmitteln am Gesamtmarkt. Hier liegen bisher nur Schätzungen vor.

Die IFOAM, International Federation of Organic Agriculture Movements, Schirmherr der BioFach-Familie, ist auch in China mit einer Vertretung präsent. Kann sich ein am Handel mit China interessiertes Unternehmen hier Rat holen?

Ja, das ist eine gute Anlaufstelle. Neben der IFOAM bemühen sich auch noch eine Reihe weiterer Organisationen um die Bio-Landwirtschaft in China. Es gibt beispielsweise eine sehr gute Studie der Europäischen Union über den Bio-Anbau in China. Das Datenmaterial wird immer weiter ausgebaut. Uns stehen von Jahr zu Jahr bessere Analysen zur Verfügung. Es gibt eine ganze Reihe von Quellen, auf die ein interessierter Importeur oder Exporteur zurückgreifen kann. Wir sind gerne Ansprechpartner.

Ist ein Einstieg in den chinesischen Bio-Markt in Zeiten der Weltwirtschaftskrise denn überhaupt ratsam?

Bio-Lebensmittel gehören in China zum Hochpreissegment. Der Kreis der Menschen, die sich Bio leisten können, tut dies bewusst und ist durch die Krise zum größten Teil nicht beeinträchtigt. Zudem stieg der Bedarf an sicheren Nahrungsmitteln durch die wiederholten Lebensmittelskandale. Die Menschen nehmen für mehr Qualität auch höhere Preise in Kauf.

Der Zeitpunkt für den Markteinstieg ist günstig: Der Binnenmarkt wird stärker, weil Interesse und Bewusstsein wachsen und es zunehmend mehr moderne Einkaufsstätten für Bio-Produkte gibt. Das bedingt sich gegenseitig. Für den Erfolg ist es immer von Vorteil, einen Markt frühzeitig zu bearbeiten. Man sondiert den Markt, sucht Partner und lanciert dann das Produkt.

Stichwort Partner... wie sind die Chancen solche zu finden?

Eine Fachmesse ist ein bewährtes und vergleichsweise kostengünstiges Tool, um einen geeigneten Vertriebspartner zu finden, da sage ich nichts Neues. Je besser man das vorbereitet, desto effektiver ist das.

Lassen Sie uns noch einmal über die Lebensmittelskandale sprechen. Welche Rolle spielt die Politik bei der Wiederherstellung des Vertrauens und der Glaubwürdigkeit? Inwiefern profitiert der

Bio-Sektor davon?

Die Politik hat schnell reagiert und wir sind bereits in der Phase praktischer Umsetzung. Zum einen hat der Staatsrat das so genannte Dokument Nr. 1 verabschiedet, in dem explizit die Förderung von "grünen" Produkten unterstützt wird. Dazu zählen sowohl Greenfood (integrierter Anbau) als auch Öko-Landbau. Dies wird sich in entsprechenden Förderprogrammen niederschlagen. Zweitens ist im Landwirtschaftsministerium eine neue Abteilung für die Überwachung der Lebensmittelsicherheit eingerichtet worden. Diverse Organisationen beschäftigen sich zudem mit der Verbreitung des Bio-Gedankens. Nun wird konkret etwas getan und ich bin überzeugt, das wird greifen. Die Unterstützung der BioFach durch das Ministerium ist ebenfalls ein klares Zeichen, dass man Bio auch auf politischer Ebene weiterentwickeln möchte.

Wie sind Ihre konkreten Erwartungen für die BioFach China?

Wir haben uns ein klares Ziel gesteckt: Wir wollen 300 Aussteller nach Shanghai holen. Dabei freuen wir uns besonders, das erste Mal einen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderten Gemeinschaftsstand anbieten zu können. Das ist ein absolut positives Signal. Basierend auf den Besucherzahlen des letzten Jahres - wir hatten 9.143 Gäste - wollen wir dieses Jahr die 10.000er-Marke knacken.

Die BioFach China wird vom 27. bis 29. Mai 2009 auf dem Messegelände INTEX Shanghai, Development Zone, stattfinden.

BioFach Globally Termine 2009:

BioFach India, Mumbai 29. April-1. Mai 2009
BioFach China, Shanghai 27.-29. Mai 2009
BioFach America, Boston: 24.-26. September 2009
BioFach Japan, Tokio 7.-9. Oktober 2009
BioFach América Latina/Expo Sustentat, São Paulo: 28.-30. Oktober 2009
BioFach und Vivaness, Nürnberg 17.-20. Februar 2010

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