Weiterbildung und drohender Fachkräftemangel beschäftigen MitteHessen e.V.

Mitglieder tagten unter Leitung von Marburgs OB Egon Vaupel / Vorstand und Geschäftsführung entlastet

(PresseBox) (Gießen/Mittelhessen, ) Das Regionalmanagement Mittelhessen geht mit neuem Schwung, Personal und Projekten in die nächsten Monate. Das ist das Ergebnis der Mitgliederversammlung des Vereins MitteHessen e.V., an der am Dienstag rund 70 Vertreter von Unternehmen, Kommunen, Hochschulen und Landkreisen sowie Kammern und Verbänden teilnahmen. Im Mittelpunkt der Sitzung standen neben einem Überblick über die vielfältigen laufenden Aktivitäten auch zwei Bereiche, dem sich das Regionalmanagement in Zukunft verstärkt zuwenden will: Weiterbildung und Fachkräftemarketing.

Durch die Sitzung im Marburger Technologie- und Tagungszentrum führte in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden Wilfried Schmied sein Stellvertreter, Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel. Er betonte die Bedeutung des Netzwerkens, das im Verein MitteHessen zugleich Arbeitsgrundlage und Erfolgsgarantie sei. Die positive Entwicklung des Wirtschaftstandorts Mittelhessen könne nur von allen Akteuren gemeinsam vorangetrieben werden. Vaupel verwies auf die Gründungsveranstaltung eines MitteHessen-Gremiums, in dem sich der Netzwerkgedanke sogar im Namen niedergeschlagen habe: Im "Netzwerk Wirtschaft" wollen Vertreter aus Wirtschaft, Hochschulen, Kammern und Verbänden sowie Städten und Landkreisen aus ganz Mittelhessen wachstumsfördernde Impulse und Zukunftsstrategien für die Region entwickeln.

Regionalmanager Jens Ihle machte in Vertretung der erkrankten Andrea Janzen (Marketing Club Mittelhessen) deutlich, dass die Bereiche Bildung und Weiterbildung oberste Priorität in der Arbeit des Regionalmanagements Mittelhessen besitze. Um den genauen Weiterbildungsbedarf der mittelhessischen Unternehmen zu ermitteln, habe das Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) der Fachhochschule Gießen-Friedberg mit Mitteln des Vereins eine Studie erstellt und darin ermittelt, wie man Weiterbildung bedarfsgerecht organisieren könnte. "Das sind natürlich wichtige Ansatzpunkte für unser Netzwerk", machte Ihle deutlich, der auf zwei Initiativen pro Weiterbildung aufmerksam machte. Auf der Internetadresse www.weiterbildung-mittelhessen.de solle es künftig einen "Fördernavigator" geben. Mit Hilfe von Suchkriterien soll der Nutzer online die für ihn relevanten Förderprogramme finden. Außerdem plädierte er für die Einrichtung einer Weiterbildungsberatung. Ihle: "Wir haben eine Fülle an verschiedenen Weiterbildungsanbietern. Für potentielle Nachfrager ist es schwer, dieses Dickicht zu durchschauen. Aus diesem Grunde schlagen wir die Einrichtung einer Clearingstelle vor. Diese sollte weiterbildungsinteressierte Personen und Unternehmen beraten. Die Clearingstelle soll für Transparenz der Angebote, der Weiterbildungsberatung und der Förderung sorgen." Diese Stelle soll mit bestehenden Weiterbildungsberatungen eng zusammenarbeiten.

Aufgrund der demografischen Situation wird die Akquise von Fach- und Führungskräften in Unternehmen und anderen Institutionen zunehmend schwieriger. Auf diesen Sachverhalt machte Professor Dr. Rüdiger Kabst, Wirtschaftswissenschaftler an der Gießener Justus-Liebig-Universität, die MitteHessen-Mitglieder aufmerksam. In seinem Kurzvortrag wurde deutlich, dass bereits jetzt der Wettbewerb um die besten Köpfe eingesetzt habe - ein Prozess der sich aufgrund des demografischen Wandels künftig noch verschärfen werde. "Gute und qualifizierte Fachleute werden deutschlandweit umworben, wir müssen die Region Mittelhessen besser positionieren, um in diesem Wettbewerb mithalten zu können", warb Kabst für die Aktivitäten des am 24. März 2010 im Rahmen von MitteHessen e.V. gegründeten Arbeitskreises Fachkräftemarketing. Prof. Kabst: "Neben dem Arbeitgeber und der angebotenen Stelle sind der Sitz des Unternehmens und die damit verbundene Lebensqualität ausschlaggebend für die Entscheidung des Umworbenen. Untersuchungen ergeben klare Standortvorteile der Metropolregionen. Denn Urbanität und die vorhandene Infrastruktur sind attraktive Argumente für potentielle Arbeitnehmer."

Burghard Loewe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill, machte deutlich, wie die Mitglieder des Arbeitskreises, die aus den Bereichen Wirtschaft, Kammern, Städten und Landkreise sowie Verbänden und Hochschulen stammen, dieser Entwicklung entgegentreten wollen: "Der Verein MitteHessen reagiert auf diesen Trend mit der Entwicklung einer Werbe-Strategie für die Region und die hier ansässigen Arbeitgeber. Gemeinsames Handeln ist viel mehr als die Summe von Einzelmaßnahmen", sagte Loewe. Bei dem geplanten Ausbau der Internetpräsenz und der Nutzung der sozialen Netzwerke solle der Fokus darauf liegen, Mittelhessen als Technologie-Standort, aber auch als Region mit einem aktiven Freizeit- und Lebensumfeld darzustellen. Dabei sollen bestehende Partnerschaften zwischen Schulen, regionalen Akteuren und Unternehmen weiter ausgebaut und Karrierewege in Mittelhessen aufgezeigt werden. Mit einem "intelligenten Mix aus Regionalmarketing und Arbeitgebermarkenbildung (Employer Branding)" wolle man gezielt die Stärken der Region Mittelhessen dafür einsetzen, dass Fachkräfte auch künftig dort arbeiten wollen, wo sie auch ausgebildet wurden, sagte Loewe mit Blick auf die 55.000 Studierenden an den mittelhessischen Hochschulen.

Neben diesen zukunftsweisenden Themen stand auch die Arbeit der vergangenen Monate auf der Tagesordnung der Versammlung. Mitglieder und Kassenprüfer bescheinigten dem MitteHessen-Team umfangreiche und erfolgreiche Projekte und Initiativen sowie einen sorgsamen Umgang mit dem Budget, so dass Vorstand und Geschäftsführung unter Leitung von Dr. Matthias Leder einstimmig entlastet wurden. Neu in das Amt eines Kassenprüfers wurde Wolfgang Keil (Vorstand Sparkasse Gießen) gewählt. Er löst Matthias Knak ab, der am 1. April 2010 aus dem Vorstand der Sparkasse Gießen ausgeschieden ist.

MitteHessen e.V. - Regionalmanagement für Mittelhessen

"Mittelhessen stark und unverwechselbar machen!" - dies ist das Ziel von MitteHessen e.V., dem Regionalmanagement für Mittelhessen. Das Profil der Region wird durch Projekte in den Bereichen Innovation, Bildung und Infrastruktur geschärft. Der Verein bildet einen Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und besteht seit dem Jahr 2003. Zurzeit ziehen 90 Städte, Landkreise, Kammern, Hochschulen und Unternehmen unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten a. D. Wilfried Schmied bei MitteHessen an einem Strang.

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