Andere Konzepte für gleiche Probleme

Regionalmanager Jens Ihle und Prof. Ulrich Vossebein vom Netzwerk Bildung begleiten Ministerin Henzler nach Wisconsin

(PresseBox) (Gießen, ) "Gute Ideen und neue Impulse" hat eine Delegation unter Leitung der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler von ihrer sechstägigen Reise in den hessischen Partnerstaat Wisconsin mitgebracht. Das konstatierte Regionalmanager Jens Ihle, der sich vor allem von der größeren Entscheidungsfreiheit der Bildungseinrichtungen beeindruckt zeigte.

Dass er als einziger Vertreter eines hessischen Regionalmanagements zur Teilnahme an der Delegationsreise eingeladen wurde, führte Ihle auf den hohen Stellenwert zurück, den die Region Mittelhessen den Bildungsthemen einräume. Davon hatte sich Ministerin Henzler bei einem Besuch des Netzwerks Bildung im Oktober 2009 überzeugen können. Von der Arbeitsweise und den Ergebnissen des Netzwerks im Verein MitteHessen e.V. zeigte Henzler sich seinerzeit beeindruckt und kündigte zum Abschied an: "Ich werde an sie denken."

Mit Prof. Ulrich Vossebein vom Hochschulzentrum Weiterbildung der FH Gießen-Friedberg und Netzwerk-Bildung-Mitglied sowie Heinz Metternich, Schulleiter der Peter-Paul-Cahensly-Schule (Berufliche Schule) in Limburg befanden sich zwei weitere mittelhessische Bildungsexperten in der Delegation. Ziel der Reise war das Kennenlernen der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den Technical Colleges sowie die schulische Bildung im allgemeinbildenden Bereich. Darüber stand auch die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Bundesland Hessen und dem Bundesstaat Wisconsin auf der Agenda - ein Part, der unter anderem Dr. Dietrich Heine von der Vereinigte Hagelversicherung VvaG in Gießen für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) zukam.

Mit Wisconsin, seit 1976 offizieller Partner des Landes Hessen, besteht seit mehr als 20 Jahren ein intensives Austauschprogramm für allgemeinbildende Schulen, ergänzt durch eine seit 1990 gemeinsam organisierte regelmäßige Fortbildung für Lehrkräfte allgemeinbildender Schulen und seit 1998 ein ebenso erfolgreiches Austauschprogramm für berufliche Schulen. Wisconsin ist Ideengeber für manche Entwicklungen im sozialpolitischen Bereich (Wisconsin Works - Hartz IV) und im schulischen Bereich (Hessencampus Initiative).

Prof. Ulrich Vossebein machte einen wesentlichen Unterschied in den Bildungslandschaften mit der in Wisconsin höheren Wechselmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Bildungsanbietern aus. "Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die einzelnen Einrichtungen einen höheren Grad an Selbstständigkeit haben und stärker für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich sind. Die gelebte Durchlässigkeit zwischen Highschool - College und Universität zeigt auf, wie es gehen kann und welche Aufgaben wir noch im deutschen System haben", sagt Prof. Vossebein.

Hinsichtlich der Heranführung von Jugendlichen an das Berufsleben, sieht Dr. Dietrich Heine in Hessen und Wisconsin das "gleiche Grundproblem". Rund 10 Prozent der Jugendlichen stünden ohne zusätzliches Engagement von Schule und Wirtschaft ohne Abschluss da. Wie in Hessen mit der SchuB Klasse (Schule und Beruf) gebe es auch in Wisconsin für "Problemjugendliche" eine berufsorientierte separate Unterrichtsversorgung. "So unterschiedlich sind also Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule in den beiden Partnerländern in dieser Hinsicht nicht. Vorteile für Hessen bzw. Deutschland liegen in jedem Fall in der etablierten dualen Ausbildung in Schule und Wirtschaft", stellte Heine fest.

Der Gießener SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz zeigte sich beeindruckt von der Intensität der persönlichen Betreuung der Schülerinnen und Schüler sowohl in denallgemeinbildenden Schulen als auch in den Technical Colleges. "Das Motto 'No child left behind' ist in den besuchten Einrichtungen kein leeres Wort gewesen. Sowohl die Schüler mit besonderem Förderbedarf als auch die sozial benachteiligten Kinder werden in der High-School gemeinsam mit Kindern aller Begabungs- und Lernniveaus gefördert, für Schüler mit besonderen - persönlichen, gesundheitlichen o.ä. - Problemen wurde in der Middleton High-School mit der 'Alternativ High-School' ein besonderes Netz innerhalb der Schule gespannt. Das zeigt einen sehr pragmatischen, schülerorientierten Umgang mit dem Thema längeres gemeinsames Lernen", resümierte Merz.

Mario Döweling, FDP-Landtagsabgeordneter aus dem Vogelsberg, zog ein grundsätzlich positives Fazit der Reise, auch wegen der vielen Parallelen zwischen den beiden verschwisterten Bundesstaaten: "Hessen und Wisconsin haben eine ähnliche Einwohnerzahl und obwohl Wisconsin eine viel größere Fläche hat, eine ähnliche Struktur. Neben dem Ballungsraum um Milwaukee und Madison gibt es große überwiegend agrarisch geprägte Gebiete. Da wir auch in ähnlichen Breitengraden liegen, ist das Klima vergleichbar. Da Wisconsin von sehr vielen deutschen Emigranten besiedelt wurde, ist es der optimale Partnerstaat für Hessen".

Neben vielen Praxisbeispielen und Informationsgesprächen mit den Repräsentanten der selbstverwalteten Technical Colleges stand auch ein Empfang mit dem Gouverneur von Wisconsin Jim Doyle und ein Treffen mit dem neu gewählten State Superintendent Dr. Tony Evers auf dem Programm der Delegationsreise.

Ein Besuch der Tochterfirma des MitteHessen Mitgliedunternehmens Schunk Graphite Technology in Milwaukee ergab die Möglichkeit zum direkten Vergleich. Deutsche Praktikanten, die ihre Diplomarbeiten im Unternehmen schreiben, verglichen das Studium in USA mit ihrem deutschen Masterstudium und sahen klare Qualitätsvorteile in Deutschland. Die Uni-Kultur, die Netzwerke und die beruflichen Möglichkeiten in Wisconsin haben sie aber nachhaltig beeindruckt.

Zusammenfassend stellt Jens Ihle fest: "Man kann das Bildungssystem in Wisconsin nicht nach Hessen übertragen und umgekehrt. Man sollte aber zuhören, beobachten und die positiven Erkenntnisse als Ideen mitnehmen. Für Mittelhessen heißt das: Die Schnittstelle Schule Hochschule und Wirtschaft durch gemeinsame Aktivitäten weiter bearbeiten und dabei die Schüler und Studierende in den Fokus stellen. Nur mit einer starken Kooperation sind wir in der Lage, unsere Profilierung als Wissens- und Bildungsregion weiter auszubauen."

MitteHessen e.V. - Regionalmanagement für Mittelhessen

"Mittelhessen stark und unverwechselbar machen!" - dies ist das Ziel von MitteHessen e.V., dem Regionalmanagement für Mittelhessen. Das Profil der Region wird durch Projekte in den Bereichen Innovation, Bildung und Infrastruktur geschärft. Der Verein bildet einen Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und besteht seit dem Jahr 2003. Zurzeit ziehen 90 Städte, Landkreise, Kammern, Hochschulen und Unternehmen unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten a. D. Wilfried Schmied bei MitteHessen an einem Strang.

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