Monitoring-System soll Nordsee ins Visier nehmen

(PresseBox) (Kiel, ) Ein so genanntes Monitoring-System soll künftig an der Nordsee Versandungen messen, kleinste Schiffe orten und "Monsterwellen" erkennen können. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann übergab hierzu heute einen Bewilligungsbescheid über 1,6 Millionen Euro an Dr. Lüder Hogrefe, Geschäftsführer von Raytheon Anschütz in Kiel. Raytheon will gemeinsam mit einem Konsortium aus Wissenschaftseinrichtungen und weiteren Industrieunternehmen bis Ende 2007 an der Nordseeküste ein Ozean Monitoring System installieren, erproben und weiterentwickeln. Die Projektpartner der Wirtschaft werden von der Landesintiative Zukunft Meer aus dem Schleswig-Holstein Fonds mit 50 Prozent der Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro unterstützt.

Wirtschaftsminister Dietrich Austermann: "Die Konzeption des Nordsee-Monitoring-Systems ist ein hervorragendes Beispiel für die effektive Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, von der alle Seiten profitieren." Die Bevölkerung erhalte verlässliche Daten über Wetter und Umwelt, die Wissenschaft könne auf langfristige Daten von Strömungen und Versandung bauen, und die Unternehmen erhielten eine Referenzanlage, mit der sie im internationalen Wettbewerb bestehen könnten.

Dr. Lüder Hogrefe, Geschäftsführer von Raytheon Anschütz: "Während die Vorhersage von Riesenwellen, so genannten Tsunamis, zu Beginn der Projektphase im Januar diesen Jahres im Vordergrund stand, haben wir mittlerweile viele weitere Nutzungsmöglichkeiten erkannt." So könne das integrierte Überhorizontradar nicht nur Wellen- sondern auch Schiffsbewegungen bis in 200 Kilometer Entfernung registrieren und somit Aufklärungsaufgaben übernehmen. Die detaillierte Strömungsmessung ermögliche es, die Ausbreitung ausgetretenen Öls nach einer Havarie vorherzusagen und die Suche nach Schiffbrüchigen zu verbessern. Sedimenttransporte, die Verlagerung von Prilen, die Erosion an den Küsten oder die Simulation der Kräfte, die im Bereich von Offshore-Windkraftanlagen auftreten, seien weitere Bereiche, die durch das neue System abgedeckt würden.
Im Verlauf des Projektes sollen neue Sensoren sowie Methoden der Datenbewertung, Modellierung, des Datentransfers zu den Relaisstationen und der Digitalisierung entwickelt und getestet werden. Diese Daten sollen auch Behörden und Bevölkerung erreichen. Die Schulung der Systemverantwortlichen sowie die Wartung und Betreuung des Systems sind weitere Komponenten, die gemeinsam erprobt und perfektioniert werden sollen.

Neben Raytheon Anschütz als Projektleiter sind die Firmen 2wcom aus Flensburg, 4H-Jena engineering aus Kiel, F³: Forschung / Fakten /Fantasie aus Heikendorf, General Acoustics aus Kiel, GISMA-Connectors aus Neumünster, Helzel Messtechnik aus Kaltenkirchen, Hydromod Wissenschaftliche Beratung aus Wedel, SIS Sensoren Instrumente Systeme aus Klausdorf sowie das Forschungs- und Technologiezentrum Büsum der Universität Kiel und das ebenfalls in Kiel ansässige Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR als Projektpartner an dem Konsortium beteiligt.

Das Maritime Clustermanagement ist im Juli dieses Jahres angetreten, um in Querschnittsprojekten gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Politik neue, innovative Wege zu entwickeln. Das Nordsee-Monitoring-System ist ein Beispiel hierfür. Träger des Clusters ist die Technologieregion KERN e.V.

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