START in Mecklenburg-Vorpommern: Sechs Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten Stipendium - Bedarf an Bildungsförderung ist weiterhin hoch

In Mecklenburg-Vorpommern werden insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler durch fünf Partner gefördert / Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Henry Tesch, zeichnet die Jugendlichen aus

(PresseBox) (Schwerin, ) Aus Mecklenburg-Vorpommern werden heute drei Mädchen und drei Jungen in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Sie erhalten nun eine materielle Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss sowie eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. Mit dem Stipendium werden sie für gesellschaftliches Engagement und gute schulische Leistungen(Notendurchschnitt von 2,5 und besser) ausgezeichnet. START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Getragen wird das START-Stipendienprogramm in Mecklenburg-Vorpommern von der START-Stiftung - ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - gGmbH und der Commerzbank-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (RAA Mecklenburg-Vorpommern). START hat in Mecklenburg-Vorpommern, wo es seit 2006 angeboten wird und zurzeit 25 Jugendliche fördert, ein Finanzvolumen von insgesamt 565.000 €.

Ihre START-Stipendiumsurkunden nehmen die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr im Hamburger Rathaus entgegen, wo die feierliche Aufnahmezeremonie gemeinsam mit 19 Hamburger und elf schleswigholsteinischen Neustipendiatinnen und stipendiaten stattfindet. Die Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern erhalten ihre Urkunden u.a. aus den Händen von Bildungsminister Henry Tesch. *Alle Stipendiaten bestätigen, dass START eine große Unterstützung auf ihrem Lebensweg in ihrer neuen Heimat ist, der ein Weg des Dialogs, der Toleranz und der Weltoffenheit ist*, unterstreicht der Minister. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und armenischer, griechischer, russischer, türkischer und vietnamesischer Herkunft. Fünf besuchen Gymnasien und ein Stipendiat besucht eine Regionalschule.
Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter etwa 30 Bewerbern.
In den 14 Bundesländern, in denen START in diesem Jahr für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 (bei 13jähriger Schulzeit) bzw. 8 und 9 (bei 12jähriger Schulzeit) ausgeschrieben war, haben sich mehr als 2.000 Jugendliche beworben. Davon können insgesamt rund 200 junge Menschen aufgenommen werden. *Wir sind sehr stolz darauf, dass zehn Prozent aller diesjährigen Bewerber von den Angeboten des START-Stipendienprogramms profitieren können*, betont Mostapha Boukllouâ, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH. *Mit der gezielten Bildungsförderung will START dazu beitragen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund das Abitur machen.*

In Mecklenburg-Vorpommern haben zum Ende des vergangenen Schuljahrs drei Stipendiatinnen und Stipendiaten das Abitur abgelegt. Damit zählt Mecklenburg-Vorpommern insgesamt bereits zehn Abiturienten, die sich im START-Alumni-Verein weiterhin vernetzen können. *Die materielle und ideelle Belohnung schulischer Leistungen und gesellschaftlichen Engagements hatten dabei die Chancen einer höheren Schulbildung wesentlich verbessert, die Eingliederung in unsere Gesellschaft sowie eine Vorbildfunktion für andere junge Migranten sichtbar gefördert*, unterstreicht die Commerzbank-Stiftung für die START-Partner in Mecklenburg-Vorpommern.

In den 14 START-Bundesländern (alle außer Bayern und Baden-Württemberg) haben seit Beginn des Programms insgesamt 485 Jugendliche das Abitur abgelegt - das sind 97 Prozent aller geförderten Jugendlichen des jeweiligen Jahrgangs. Zu diesem Erfolg trägt die ideelle Förderung maßgeblich bei. Sie umfasst verpflichtende Bildungsseminare beispielsweise zu den Themen *Demokratie und Partizipation*, *Medien in Theorie und Praxis* und *Rhetorik* genauso wie frei wählbare Seminare im künstlerischkreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich, die den Jugendlichen ermöglichen, ihren individuellen Interessen und Talenten intensiv nachzugehen. Hinzu kommen Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung und die Vermittlung von Praktika.

Die jetzt in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen zu bundesweit insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schülern, die aktuell unterstützt werden. Den Jugendlichen wird das START-Stipendium zunächst für ein Jahr gewährt. Bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement wird es in der Regel bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des Jahrgangs 2010/2011 (aus Datenschutzgründen wird auf die Angabe von Nachnamen verzichtet):

Vorname w/m Alter Herkunftsland Wohnort
Katharina w 18 Russland Güstrow
Anil m 16 Türkei Rostock
Stefanos m 17 Griechenland Rostock
Thanh Ha w 14 Vietnam Rostock
Anastasia w 15 Russland Schwerin
Rafik m 16 Armenien Waren

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen über 100 Kooperationspartner das Programm - Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2010/2011 werden insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schüler aus rund 70 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en rund 1.200 Stipendiaten von dem Programm.

START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

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