Millioneninvestitionen in Schwechow und Dodow

Getränkebranche im Nordosten auf Wachstumskurs

(PresseBox) (Schwerin, ) Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel hat heute zwei erfolgreiche Betriebe der Getränkebranche in Schwechow und Dodow (Landkreis Ludwigslust) besucht. Sowohl die seit 1953 bestehende Fruchtquell Getränkeindustrie GmbH & Co. KG in Dodow als auch die 50 Jahre später gegründete 1. Mecklenburger Obstbrand Gut Schwechow GmbH in Schwechow befinden sich auf Wachstumskurs und werden bis zu 17,0 Mio. Euro in Erweiterungsvorhaben investieren.

"In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Ernährungsindustrie traditionell einen großen Stellenwert ein", so Seidel. "Gemessen an der Zahl der Beschäftigten und nach dem Umsatz ist sie innerhalb des verarbeitenden Gewerbes der größte Industriezweig im Nordosten." Vor Ort übergab der Minister Förderbescheide in Höhe von 2,7 Mio. Euro.

Schwechow erweitert Produktpalette

Bisher hat sich das Gut Schwechow vor allem einen Namen als Edeldestillierer gemacht. Das 2003 von Richard Hartinger gegründete Unternehmen stellt überwiegend hochwertige Obstbrände in zwölf Geschmacksrichtungen her, die bereits zahlreiche Spitzenprämierungen erhielten. Das Sortiment wird nun um ein zweites Standbein erweitert. In einer neu errichteten Betriebshalle wurde eine riesige Ölmühle installiert, in der kalt gepresste Speiseöle, aber auch Kraftstoffe für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge hergestellt werden. Offizieller Betriebsstart ist im Oktober mit der nächsten Rapsernte. Darüber hinaus haben die Schwechower eine neue Abfüllanlage für spezielle Säfte in innovativen Geschmacksrichtungen angeschafft, die auf dem Markt etabliert werden sollen. Künftig werden in Schwechow regionale Sanddornbeeren, die als wahre Vitamin-C-Bomben gelten, mit Noni-Säften gemischt. Noni ist eine bitter schmeckende tropische Frucht, die auf den firmeneigenen Plantagen in Costa Rica gewonnen wird. Der Noni vom "indischen Maulbeerbaum" wird eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgesagt. Auf dem Obstbrand-Gut wurden bislang insgesamt 5,4 Mio. Euro investiert. Davon entfallen auf das aktuelle Vorhaben 2,15 Mio. Euro. 504.800 Euro stammen dabei aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Zurzeit sind im Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 2 Mio. Euro zwölf Beschäftigte tätig; neun neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Dodow setzt auf schonende Verfahren

Regionale Früchte ohne Zwischenlagerung schonend und vitaminreich verarbeiten, ist das Erfolgsrezept der traditionsreichen Obstbauer und Verarbeiter in Dodow. In einer neuen hochmodernen Kalt-aseptikanlage sollen Fruchtsäfte ohne Konservierungsstoffe abgefüllt und somit für die meisten Konsumenten leichter verträglich werden. Das eingesetzte Obst kommt vorrangig aus der Region. Seit über 50 Jahren ist das Gebiet um Dodow eine Hochburg des Apfelanbaus und gehört mit über 500 Hektar zu den größten Obstanlagen Deutschlands. Nur die Birne kommt aus südlicheren Regionen und die Bananen, Ananas und Sternfrüchte aus Costa Rica. Schon 1990 wurde die ehemalige LPG von der Richard Hartinger Getränkegruppe (riha) übernommen und zu einer der modernsten Fruchtsaftbetriebe Europas ausgebaut. Die tägliche Produktionsmenge liegt bei 2 Mio. Einheiten und umfasst 150 Produkte, die weltweit vertrieben werden.

Aufgrund des steigenden Absatzes waren zahlreiche Investitionen in Erweiterungsbauten, Lager- und Energietechnik, Fruchtpress- und Abfüllmaschinen, automatische Sortieranlagen und Fuhrparkkapazitäten notwendig geworden. Das Unternehmen hat über 15 Mio. Euro in sein Ausbauprogramm gesteckt. Das Land hat die Aktivitäten im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA-Förderung) mit 2,2 Mio. Euro unterstützt. Mit der Förderung sollen 40 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Gegenwärtig beschäftigt das Dodower Unternehmen 420 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von ca. 157 Mio. Euro.

Regionale Qualität zählt

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel zeigte sich angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung der beiden Unternehmen zuversichtlich. "Die Ernährungsbranche zeichnet sich durch eine große Zahl leistungsfähiger mittelständischer Unternehmen sowie ein qualitativ anspruchsvolles Produktsortiment aus, die nicht nur mit dem Markt mitgehen, sondern auch eigene Akzente setzen." Im vergangenen Jahr waren in den 87 Unternehmen des Landes mit mehr als 50 Beschäftigten 13.772 Mitarbeiter tätig. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes beträgt 34 Prozent. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. "Die Verarbeitung und Veredelung von Agrarerzeugnissen aus der Region zählt zu den herausragenden Standortfaktoren der Ernährungsindustrie. Die Bezeichnung 'Regionale Produkte' ist heute ein Qualitätsmerkmal und Markenzeichen mit einem hohen Stellenwert beim Verbraucher. Dabei entwickelt sich die Balance zwischen Massenprodukten mit sehr guter Qualität sowie Trend- und Nischenerzeugnissen bei einem immer schnelllebigeren Ess- und Trinkverhalten zu einer immer größeren Herausforderung für die Firmen."

Das Wirtschaftsministerium fördert die Ernährungsindustrie innerhalb der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA). So wurden den Unternehmen der Ernährungswirtschaft von 1990 bis 2008 rund 366 Mio. Euro aus Mittel zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft mit einem Investitionsvolumen von rund 1,98 Mrd. Euro bewilligt. Allein im letzten Jahr konnten durch das Wirtschaftsministerium Investitionen in Höhe von 97,8 Mio. Euro mit 19,5 Mio. Euro Zuschüssen begleitet werden.

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