KMK-Präsident Tesch betont Wert der politischen Bildung

Schüler müssen mit deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts vertraut sein

(PresseBox) (Schwerin, ) Der Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch, hat heute im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Potsdam zum Thema *Demokratie in der Schule* den Wert der politischen Bildung betont.

Dabei ging er auf die Frage ein, wie wichtig politische Bildung innerhalb und außerhalb des Unterrichts ist. Minister Tesch führte Beispiele von gelungenen Kooperationen in Mecklenburg-Vorpommern an. So arbeitet das Land eng mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) und der Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit in der DDR (LStU) zusammen. Gemeinsam starteten sie im Mai vergangenen Jahres das Projekt *Demokratie auf Achse*. Die Mitarbeiter fahren mit einem Bus in die Städte und Gemeinden und besuchen Schulen und Marktplätze. Dadurch werden die Angebote des Bildungsministeriums, der LpB und der LStU in die Fläche getragen. Minister Tesch: *Mit diesem Projekt wird unser Anspruch realisiert, hinaus zu den Leuten zu gehen. Nur im direkten Kontakt zu den Menschen im Land können wir den Wert der Demokratie vermitteln und ihnen zeigen, dass demokratisches Engagement nicht nur notwendig ist, sondern auch Freude macht und sich lohnt.*

Die friedliche Revolution von 1989/90 sei bestes Beispiel dafür, dass es gelingen kann, dass politisches Engagement belohnt wird. Durch seine emotionale Ebene sei dieses welthistorische Ereignis gut geeignet, Schülerinnen und Schülern deutsche Geschichte nach 1945 anschaulich zu vermitteln. Minister Tesch ging auch darauf ein, dass die politischen Ereignisse in Polen von 1980 beginnend die deutsche Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben. Auf seiner letzten Reise nach Warschau im Mai 2009 als Präsident der KMK würdigte er diese Leistungen Polens. Heute mahnte er die Erinnerung an die historischen Zusammenhänge an.

Um mehr im politischen Bildungsbereich zu bewirken, hatte Minister Tesch im März 2009 vorgeschlagen, den Jahrestag des Mauerfalls am 9. November zum deutschlandweiten Projekttag in den Schulen zu machen. "Ein fächer- und klassenübergreifender Unterricht ist wichtig, damit sich unsere Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem nach meiner Meinung größten friedlichen weltpolitischen Ereignis des 20. Jahrhunderts, der friedlichen Revolution 1989 - Tag des Mauerfalls auseinandersetzen.", sagte Kultusminister Henry Tesch damals.

Auf der KMK-Sitzung am 18. Juni 2009 unter Leitung von KMK-Präsident Henry Tesch beschlossen die Kultusminister aller Länder, den deutschlandweiten Projekttag unter dem Titel *Die Geschichte von Demokratie und Diktaturen in Deutschland - insbesondere: Demokratieerziehung und Geschichte der friedlichen Revolution von 1989* am 9. November einzuführen. Hiermit erfolgt eine bewusste Schwerpunktsetzung zu Gunsten einer nachhaltigen Befassung mit der Geschichte und den Wirkungen von Demokratie und Diktatur in Deutschland. Die thematische Ausrichtung des Projekttages am 09. November bietet in einzigartiger weise die Chance Kontinuitäten und Brüche der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert epochenübergreifend mit Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.

Der Projekttag soll beginnend mit diesem Jahr einmal jährlich stattfinden. Der Minister kündigte an, dass das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur am 9. November selbst zu einem Lernort wird. An verschiedenen Stationen im Ministerium können sich Schülerinnen und Schüler mit deutscher Geschichte aktiv auseinander setzen. Nach Vorstellungen des KMK-Präsidenten soll nicht das Lernen unterbrochen, sondern so in besonderer Form fortgesetzt werden. Schülerinnen und Schüler können außerdem Museen und Gedenkstätten besuchen, Gespräche mit Zeitzeugen führen oder Literatur-Lesungen veranstalten. "Das Thema Wahrnehmung des Mauerfalls in Ost und West sowie die Aufarbeitung ist wichtiges Anliegen, das es gilt an einem solchen Gedenktag zu behandeln." so Henry Tesch.

Die bisherige Resonanz auf den Vorschlag von Kultusminister Henry Tesch zeigt die breite Zustimmung von Städten, Verbänden, Vereinen und kirchlichen Gruppen, die ihre Unterstützung in Form von Initiativen bereits signalisiert und Angebote für Projekte unterbreitet haben. Eine Übersicht aller Angebote wird auf der Internetseite: www.friedliche-revolution-1989.de laufend aktualisiert.

Weiterführende Links:
www.demokratie-auf-achse.de
www.friedliche-revolution-1989.de

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