"Kunst macht Schule" AN.ORT.UND.STÄLLE in St. Wendel

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Das Prinzip von *Kunst macht Schule* besteht darin, bekannte Künstlerpersönlichkeiten mit Schülerinnen und Schülern zusammen zu führen und so eine aktive und kreative Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst in Gang zu setzen. Im Jahre 2001 von der Staatskanzlei initiiert, ging diese Begegnung junger Menschen mit der zeitgenössischen Kunst in die neunte Runde. In St. Wendel wurden nun die Ergebnisse präsentiert.

Nach den ausgezeichneten Erfahrungen im vergangenen Jahr lag es nahe, das erfolgreiche Muster der Konzentration auf einen anderen Ort zu übertragen, diesmal aber bewusst auf einen Standort im eher ländlichen Raum. Auf der Suche nach geeigneten Partnern und Orten ist das *Kunst-macht-Schule-Team* schließlich fündig geworden - auf dem Wendelinushof bei St. Wendel.

Dort wird das Projekt in diesem Jahr realisiert werden * *AN.ORT.UND.STÄLLE*. Dabei ist der Veranstaltungsort kein Stall, wie das Wortspiel vermuten lässt: Vielmehr handelt es sich um eine große Scheune, die der Projektpartner, der Wendelinushof St. Wendel / Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe gGmbH, zur Verfügung gestellt hat. Projektpartner waren außerdem der Landkreis St. Wendel, die Saar-Pfalz-Bus GmbH, der ALPHA TECC. Elektro-Fachmarkt St. Wendel und die Firma Knecht Veranstaltungstechnik St. Wendel. *Kunst macht Schule* stand auch 2009 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Peter Müller.

Während der Projektwoche vom 29. Juni bis 03. Juli 2009 arbeiteten Lutz Braun am Gymnasium Wendalinum, Mirjam Elburn am Arnold-Janssen-Gymnasium sowie Jan-Michel Harmening, Sandra Kranich und Susa Reinhardt an der Erweiterten Realschule St. Wendel und der Dr.-Walter-Bruch-Schule auf dem Wendelinushof St. Wendel.

Rund 70 Schulklassen und ebenso viele Künstlerinnen und Künstler haben seit 2001 inzwischen teilgenommen, 1.400 Schülerinnen und Schüler aus der Region konnten diese besonderen Begegnungen mit der Kunst erleben: das direkte Zusammentreffen mit Künstlerinnen und Künstlern, der Schaffensprozess während der Projektwoche, das gemeinsame Arbeiten bis hin zur Entstehung einer Ausstellung oder einer Präsentation. Dazu Publikationen, Presse, Veranstaltungen * die Schülerinnen und Schüler durchleben im Zeitraffer einen komplexen und spannenden Prozess, der dann mit einer Vernissage und einem Katalog zwar einen formalen Abschluss findet, der aber sicherlich in vielen Köpfen weiter wirkt.

Träger, Partner und Förderer

Projektträger: Staatskanzlei + Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur

Schirmherr: Ministerpräsident Peter Müller

Projektpartner 2009: der Landkreis St. Wendel, der Wendelinushof St. Wendel / WZB - Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe gGmbH

Weitere Partner und Förderer: die Saar-Pfalz-Bus GmbH, der ALPHA TECC. Elektro-Fachmarkt St. Wendel und die Firma Knecht Veranstaltungstechnik St. Wendel

Künstlerische Leitung: Vera Gliem, Köln

Kataloggestaltung, Konzept, Fotos: Carsten Kraemer

Projektleitung Thomas Görlinger, Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur

Projekte

Lutz Braun (geb. 1976 in Schleswig, lebt in Berlin)

wird mit den Schülerinnen und Schülern des Wendalinum Gymnasiums eine Vielzahl von Gouachen und Zeichnungen erstellen. Dabei wird sowohl nach Vorlagen und Vorgaben gearbeitet als auch frei gezeichnet. Die Auseinandersetzung mit Werken wie beispielsweise von Rembrandt, Edvard Munch, Goya, Marlene Dumas, Cornelia Schleime, Picasso, Joseph Beuys, Gerhard Altenbourg, Hanne Darboven, Georges Seurat, Dürer, C.D. Friedrich bilden dabei den Ausgangspunkt eines jeden Tages. Die Blätter, die die SchülerInnen nach ihren eigenen Vorstellungen gezeichnet haben, werden zu einem Buch gebunden.

Mirjam Elburn (geb. 1976 in Siegen/Nordrhein-Westfalen, lebt in Saarbrücken)

wird sich zusammen mit den SchülerInnen des Arnold-Janssen-Gymnasiums mit Materialien auseinandersetzen: Was verstehe ich unter Material? Wie sehe ich Material im Alltag? Was ist der Unterschied in der Kunst? Welche künstlerischen Strategien gibt es seit der Avantgarde? Zunächst werden sie sich mit einer Kiste auf Materialsuche in die Umgebung begeben. Die Fundstücke sind Gestaltungsgrundlage. Dabei kann das Material zur Collage zusammengefügt, plastisch gestaltet, durchgerieben zur Frottage oder in eine Zeichnung umgesetzt sowie durch einfache Drucktechniken (Materialabdruck, Linolschnitt, etc.) verbildlicht werden.

Jan-Michel Harmening (geb. 1983 in Minden, lebt in Braunschweig)

möchte mit den Schülern der Dr.-Walter-Bruch-Schule eine Traumdisko entwerfen und sie vor Ort in einer kleinen Scheune am Wendelinushof installieren. Es wird in kleinen Gruppen mit einzelnen, selbst entworfenen Aufgaben an diesem Projekt gearbeitet. Das sind z. B.:

Entwurf und Konstruktion der Traumdisko (Raum), Inneneinrichtung wie Diskokugel, Malerei, Skulpturen, Dokumentation der Arbeit als Fotografie, Entwurf einer Einladungskarte und eines Plakates zur Eröffnungsfeier.

Dabei wird sich an dem Begriff »Merz« orientiert. »Das Wort Merz bedeutet wesentlich die Zusammenfassung aller erdenklichen Materialien für künstlerische Zwecke...« (Kurt Schwitters)

Sandra Kranich (geb. 1971 in Ludwigsburg, lebt in Frankfurt am Main)

wird während der Projektwoche mit den Jugendlichen der Erweiterten Realschule St. Wendel Skulpturen in Form von Köpfen bzw. Masken erarbeiten, die unter dem Thema »Selbstportrait« stehen. Die »Selbstportraits« können in ganz abstrakter Form gebaut werden. Wenn diese fertig gestellt sind, werden sie mit Kinderfeuerwerk (Feuerwerk für Kinder unter 18 Jahren) bestückt werden. Damit soll über das Licht und die Geräusche der Charakter des jeweiligen Kopfes bzw. der Maske verstärkt und ausgearbeitet werden.

Susa Reinhardt (geb. 1967 in Waiblingen, lebt in Stuttgart)

wird mit ihrer Klasse der Erweiterten Realschule St. Wendel ein Bühnenbild in der Größe von ca. 5 x 1,60 m entstehen lassen. Es stellt die Skyline einer verrückten, lebendigen Großstadt mit Bewohnern dar, die wie Dinge des Alltags aussehen. Die Bewohner haben Gesichtsausdrücke und manchmal auch Arme und Beine. Die Figuren werden auf Pappe gemalt und ausgeschnitten. Dann werden sie an den Häusern angebracht. Dabei untersuchen die Schüler, welche Gegenstände aus ihrer Umgebung besonders interessant, wertvoll und einzigartig für sie sind und welche sie stören, gar Angst verursachen usw. Jeder Schüler soll mindestens ein gutes und ein schlechtes »Ding« machen. Um die Vorstellungskraft anzuregen, zeigt ihnen die Künstlerin ihre eigene Bilder und die verschiedener Künstler, z.B. von Magritte, Polke, Oldenburg, Rauschenberg, Haring, Fischli-Weiss, Kelley, Koons, Murakami, und aus den Filmen »Toy-Story«, »Cars« u.a.

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