4. Saarländischer Ganztagsschulkongress

Bildungsministerium stellte neues Förderprogramm für Ganztagsangebote vor - Fachtagung diskutierte *Lernkultur in Ganztägigen Angeboten*

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Über 200 Lehrer und Pädagogen waren am Samstag, dem 29.05.2010, zum Saarländischen Ganztagsschulkongress in die Europäische Akademie nach Otzenhausen gekommen. Im Mittelpunkt einer Reihe von Workshops und Foren stand das Thema *Lernkultur in Ganztägigen Angeboten*. Organisiert wurde die Tagung von der Serviceagentur *Ganztägig lernen.*, Saarland.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler das neue Förderprogramm *Freiwillige Ganztagsschule 2010* vor. *Das neue Förderprogramm ist ein großer Schritt hin zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Denn indem wir ab dem kommenden Schuljahr die Eltern von den Beiträgen für die Freiwillige Ganztagsschule befreien, eröffnen wir auch finanzschwachen Familien den Zugang zur Ganztagsbetreuung. Je nach Ganztagsschulmodell zahlt das Land im Jahr 440 oder 660 Euro pro belegten Betreuungsplatz*, hob Kessler hervor.

Gleichzeitig sichere das neue Förderprogramm die Qualitätsstandards ganztägiger Angebote im Saarland. *Wichtig ist eine Veränderung der Lernkultur. Die Freiwillige Ganztagsschule darf sich nicht nur auf eine Hausaufgabenbetreuung beschränken. Sie muss als Ergänzung Freizeitprojekte anbieten, die auch Themen des vormittäglichen Unterrichts aufgreifen*, sagte Kessler.

Laut Kessler sieht das neue Förderprogramm darüber hinaus an den jeweiligen Standorten Steuergruppen vor, in denen alle Beteiligten zukünftig mehr Verantwortung für die Gestaltung ihres Ganztagsangebotes übernehmen können. *Ein gemeinsames Team aus Lehrerkollegium, Betreuungspersonal und Elternvertretung ist dann vor Ort beispielsweise für die Entwicklung der pädagogischen Konzepte sowie anderer Schwerpunkte der Qualitätsentwicklung zuständig*, so Kessler.

Mit dem Einrichten eines ganztägigen Angebotes findet im Alltag der Schule immer auch eine *neue Lernkultur* ihren Platz. Es bietet sich mehr Zeit, individuell zu fördern, mit außerschulischen Partnern zu kooperieren, aber auch den Unterricht projektorientiert zu gestalten. *Um eine Vielzahl von Schulen auf ihrem Weg hin zu einer neuen Lernkultur zu unterstützen und zu begleiten, hat die Serviceagentur *Ganztägig lernen* den Kongress an Aspekten von Lernkultur angelehnt und greift gezielt die Themenbereiche Verzahnung von Vor- und Nachmittag, Individuelle Leistungsrückmeldung und Kompetenz- und Handlungsorientierung auf*, erklärte Melanie Helm, Leiterin der Serviceagentur.

Seit Anfang des Schuljahres arbeitet die Serviceagentur z. B. mit dem Hochwaldgymnasium Wadern im Rahmen des Projektes *Labor Lernkultur* der deutschen Kinder- und Jugendstiftung eng zusammen. Im Rahmen dieses Projektes erarbeitete das Lehrerteam der Ganztagsklasse des Gymnasiums fächerverbindende Unterrichtseinheiten, die im Rahmen der Rhythmisierung des Unterrichts eingesetzt wurden. Für diese gelungene Entwicklungsarbeit zeichnete Bildungsminister Kessler das Hochwaldgymnasium als Referenzschule *Ganztägig lernen.* aus. Die Erfahrungen und Erfolge des Hochwaldgymnasiums wurden später in einem Workshop des Kongresses vorgestellt und können anderen Schulen ein *Modell* sein zur Entwicklung der eigenen Lernkultur in Ganztagsangeboten.

Welchen Nutzen und welche Wirkungen die Lernkultur auf das Schulleben hat, thematisierten auch die anderen der insgesamt 15 Workshops und Fachforen des Saarländischen Ganztagsschulkongress:

Peter Blomert, Vorsitzender des Green Institut in Mönchengladbach, verfolgte in seinem Forum den Ansatz, dass Kooperation und Austausch als Grundlage gelingenden Lernens in der Schule auch Voraussetzung für Differenzierung und Individualisierung sei. Dabei ging es ebenso um das gemeinsame Lernen der SchülerInnen wie um die Zusammenarbeit im Lehrerzimmer.

Lehrerkooperation ist auch fester Bestandteil des Förderkonzepts der ImPULS-Schule Schmiedefeld in Thüringen, das Schulleiterin Dr. Kerstin Baumgart in ihrem Workshop vorstellte. Die Förderung individuellen Lernens wird an der Integrierten Haupt- und Realschule von Methoden wie Lerntagebüchern und altersgemischtem Unterricht flankiert. Die Referentin wies allerdings darauf hin, dass es vor allem von der Einzelschule abhängt, ob es gelingt, ein Konzept zur Förderung individuellen Lernens umzusetzen. Hilfreich sei, wenn dabei auf einen bestehenden Schulentwicklungsprozess aufgebaut werden könne.

Die Diplom-Oecotrophologin Anke Oepping betrachtete das Thema Lernkultur in ihrem Forum *Gut(es) miteinander essen * erfolgreich lernen.* aus einem etwas anderen Blickwinkel * und kam doch zu einem ähnlichen Ergebnis. Schulverpflegung müsse ein integraler Bestandteil der Lern- und Schulkultur werden, erklärte die Ernährungswissenschaftlerin. Voraussetzung dafür sei aber die *Zusammenarbeit und ein erfolgreiches Schnittstellenmanagement* aller Beteiligten, ob Schulleitung, Träger oder Hausmeister.

Dass demokratisches Handeln ein wichtiger Bestandteil von Lernkultur sein kann, zeigten Lea Kühn und Paul Rodermund vom Bildungswerk für Schülervertretung (SV) und Beteiligung sowie Ralph Leipold, Schulleiter am Staatlichen Gymnasium Neuhaus am Rennweg in ihren Workshops. Als Chance für die Entwicklung einer demokratischen Lernkultur stellten die SV-ReferentInnen das Beteiligungsmodell *Klassenrat* vor, Ralph Leipold beschrieb die Strategie eines fächerübergreifenden Projektunterrichts nach dem Dalton-Plan.

*Das Interesse an den Themen des Saarländischen Ganztagsschulkongresses nimmt von Jahr zu Jahr zu und bildet damit gut den Stand der Ganztagsschulentwicklung im Saarland ab*, stellte Melanie Helm zusammenfassend fest. *Die Serviceagentur geht diesen Weg der Schulen mit, indem sie aktuelle Informationen, kompetente Referenten und eine prozessorientierte Beratung zur Verfügung stellt. Wir freuen uns, dass unsere Angebote von den Schulen so gut angenommen werden*, sagte Helm abschließend.

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