Rechenzentrum 3.0: Nachbetrachtung zur Cisco-Strategie

(PresseBox) (Bonn, ) In den vergangenen Tagen ist ja schon kräftig darüber berichtet worden, wie Cisco den Markt für Rechenzentrumstechnik aufmischen will, siehe auch: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/cisco-draengt-ins-geschaeft-mit-servern;2205112. Der weltgrößte Netzwerkausrüster verkauft ab Mitte des Jahres ein Paket aus Computer, Netztechnik und Software, mit dem Unternehmen ihre zentralen IT-Abteilungen besser auslasten und die Betriebskosten senken könnten. IT-Dienste sollen laut Cisco-Chef John Chambers stärker ins Web verlegt werden - also folgt er dem Cloud Computing-Trend. Rechenzentrum 3.0 oder Unified Computer System (USC), unter welchem Begriff auch immer, Cisco greift massiv in den Servermarkt ein.

Bestand die Produktstrategie bisher darin, Aplliances mit Software-Lizenzen und eigenen Betriebssystemen für Netzwerk-Funktionen anzubieten, geht Cisco nun in das Geschäft der Intel-basierten Server, der von IBM und HP dominiert wird, gefolgt von Dell und Sun. Cisco setzt dabei auf eine Kombination von Blade-Architektur (Cisco UCS-B), Virtualisierung (Integration von VMware vCenter), Hochgeschwindigkeitsvernetzung (10 Gigabit LANs), und das Service Management von BMC. Hinzu kommen Kooperatioonen mit Microsoft, Redhat, Novell und weiteren Softwareherstellern.

Die Servermarktstrategie von Cisco wird die Bereitschaft von anderen Schwergewichten wie IBM und HP beeinträchtigen, mit Cisco zu kooperieren. Da HP mit ProCurve http://h40060.www4.hp.com/procurve/de/de/index.html bei Netzwerkkomponenten auf Expansion setzt, ist es abzusehen, dass Cisco und HP immer stärker gegnerische Positionen im Markt einnehmen. Bei der Partnersuche führte Procurve Schlüsselattribute wie Offenheit und Standardtreue ins Feld - ein Konzept, das offenbar ankam: F5 wird sich in dieser Allianz um die Beschleunigung von Enterprise-Applikationen kümmern, Riverbed um WAN-Optimierung, Aastra um Voice-over-IP und Ekahau um WLAN-basierte Ortung in Echtzeit.

Bei Großkunden ist es eher unwahrscheinlich, dass Anwender eine komplette Single-Vendor-Strategie auf Basis von Cisco wählen. Was Cisco mit UCS anbietet, ist eher eine Vor-Integration verschiedener Komponenten, die natürlich ein System-Integrator für seinen Kunden vornehmen kann. IBM und HP, die ja im Unterschied zum reinen Hersteller Cisco stark in der Systemintegration sind, dürften kaum Probleme haben, sich beim Kunden gegen Cisco UCS zu positionieren. Für Mittelstandskunden, die den hohen individuellen Integrationsaufwand verschiedener Lösungen nicht wünschen, kann aber ein Komplettangebot von Cisco durchaus interessant sein. Unterm Strich ist aber noch nicht abzusehen, ob Cisco die Umsätze, die es über UCS gewinnen wird, nicht in anderen Bereichen durch verschärften Wettbewerb gleichzeitig verliert.

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