Halbjahresergebnis 2010

(PresseBox) (Wien, ) .
- Langfristige Kontinuität der Ertragskraft behauptet
- Hohe Auslastung und Mengendynamik in beiden Divisionen
- Erfreulicher Zuwachs bei Umsatz und betrieblichem Ergebnis
- Deutlicher Anstieg der Rohstoffkosten erfordert Preiserhöhungen
- Gute Aussichten für 3. Quartal

Die Mayr-Melnhof Gruppe konnte das konjunkturelle Zwischenhoch im ersten Halbjahr 2010 für sich nutzen und die Kapazitäten sowohl in der Kartonerzeugung als auch in der Faltschachtelfertigung nahezu voll auslasten. Mit deutlichem Mengenwachstum gingen allerdings auch signifikante Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten einher, die nur schrittweise an die Endkunden weitergegeben werden konnten. Mit hoher Produktivität und Kosteneffizienz gelang es jedoch, die langfristige Ertragsstärke des Konzerns auch in der ersten Jahreshälfte 2010 zu behaupten.

Eine Trendumkehr in der dynamischen Mengenentwicklung ist für das dritte Quartal nicht erkennbar. Die Weitergabe anhaltend steigender Inputkosten bleibt aber Priorität, da diese aufgrund der Vollauslastung nicht mehr durch Mehrmenge aufgewogen werden können.

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns stiegen um 12,2 % und lagen mit 863,0 Mio. EUR um 93,6 Mio. EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres (1. HJ 2009: 769,4 Mio. EUR). Diese Zunahme resultiert vor allem aus dem deutlichen Mengenzuwachs in beiden Divisionen.

Beim betrieblichen Ergebnis gelang eine Verbesserung um 10,5 % bzw. 7,4 Mio. EUR auf 77,6 Mio. EUR. Der signifikante Preisanstieg der Inputfaktoren, insbesondere Faserstoffe, konnte im ersten Halbjahr vor allem durch Mehrmenge weitgehend kompensiert werden. Die Operating Margin des Konzerns entwickelte sich daher mit 9,0 % (1. HJ 2009: 9,1 %) weiterhin stabil.

Einmalige Aufwendungen aus Beteiligungsveräußerungen betrugen 7,9 Mio. EUR und sind im Wesentlichen auf die Beendigung der Kartonproduktion und den Verkauf der Karton Deisswil AG, Schweiz, zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern lag in der Folge mit 67,5 Mio. EUR um 4,5 % unter dem Vorjahreswert (1. HJ 2009: 70,7 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag blieben mit 18,6 Mio. EUR (1. HJ 2009: 18,8 Mio. EUR) nahezu unverändert, wodurch der effektive Konzernsteuersatz von 26,6 % auf 27,6 % leicht anstieg.

Der Periodenüberschuss erreichte 48,9 Mio. EUR nach 51,9 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2009. Bei einem einfachen gewichteten Durchschnitt von 20.151.812 Aktien im Umlauf errechnet sich ein Gewinn je Aktie von EUR 2,37 (1. HJ 2009: EUR 2,40).

VERLAUF DES 2. QUARTALS

Anhaltend hohe Auslastung und ein weiterer starker Anstieg der Rohstoffkosten prägten das Geschehen im Konzern während des zweiten Quartals 2010.

Mit 98 % blieb die Kapazitätsauslastung von MM Karton ein weiteres Quartal auf sehr hohem Niveau (Q1 2010: 97 %; Q2 2009: 88 %). Infolge der nach Stilllegung von Karton Deisswil niedrigeren Divisionskapazität lagen Umsatz und produzierte Menge mit 207,4 Mio. EUR bzw. 381.000 Tonnen unter dem ersten Quartal (Q1 2010: 219,9 Mio. EUR; 404.000 Tonnen). Demgegenüber konnte die Operating Margin aber von 5,5 % auf 6,3 % (Q2 2009: 7,8 %) verbessert werden. Die bis Quartalsende umgesetzten Kartonpreiserhöhungen lieferten aufgrund des dazu parallel verlaufenden deutlichen Anstiegs der Faserkosten allerdings noch keinen signifikanten Beitrag.

Bei MM Packaging führten vor allem steigende Inputpreise und ein niedrigeres Volumen als im Vorquartal zu einer Reduktion der Operating Margin auf 10,0 % (Q1 2010: 11,2 %; Q2 2009: 8,8 %).

Das betriebliche Ergebnis des Konzerns lag mit 37,4 Mio. EUR ebenfalls leicht unter dem Vorquartal (Q1 2010: 40,2 Mio. EUR; Q2 2009: 34,5 Mio. EUR). Die Operating Margin betrug 8,8 % (Q1 2010: 9,2 %; Q2 2009: 9,0 %).

Nach Berücksichtigung der Einmalaufwendungen aus der Veräußerung von Karton Deisswil in Höhe von 7,9 Mio. EUR wurde aber ein Periodenüberschuss von 21,1 Mio. EUR (Q1 2010: 27,8 Mio. EUR; Q2 2009: 25,4 Mio. EUR) erzielt.

AUSBLICK

Das konjunkturelle Zwischenhoch spiegelt sich in hohen Auftragsständen der europäischen Kartonindustrie sowie einer guten Beschäftigungslage innerhalb der europäischen Faltschachtelbranche.

Auf Basis des derzeitigen Auftragsstandes ist für den MM Konzern auch im dritten Quartal mit hoher Auslastung und guter Mengenentwicklung zu rechnen.

Simultan zur Nachfragedynamik gewinnt die Preis-Hausse auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere bei Faserstoffen, Chemikalien und Logistik, weiter an Fahrt. Höhere Kartonpreise sind neuerlich gefordert.

Für die Kartonverarbeitung bedeutet dies, dass die angelaufenen und bevorstehenden Kostenerhöhungen zügig an die Endkunden weitergegeben werden müssen.

Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, auch im dritten Quartal die Ertragskraft des Konzerns behaupten zu können. Der verbleibende Teil des Jahres ist aktuell aber noch nicht einschätzbar. Höchste Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, die Signale einer möglichen Veränderung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes umgehend zu berücksichtigen.

ENTWICKLUNG IN DEN DIVISIONEN

MM KARTON

Solide Nachfrage und ein Wiederauffüllen der im Vorjahr drastisch zurückgefahrenen Lagerbestände charakterisierten die Entwicklung der europäischen und internationalen Kartonmärkte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich der durchschnittliche Auftragsstand von MM Karton signifikant auf 169.000 Tonnen nach 38.000 Tonnen in der ersten Hälfte des Vorjahres.

Analog zur guten Nachfragesituation waren jedoch auch die Preise auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere für Altpapier und Zellstoff, durch eine starke Aufwärtsbewegung gekennzeichnet. Die angekündigten Kartonpreiserhöhungen konnten allerdings erst nach dem deutlichen Anstieg der Auftragsstände ab Ende des ersten Quartals schrittweise umgesetzt werden. Infolge anhaltender Kosteninflation gelang es daher vorerst nur einen Teil der gestiegenen Inputkosten zu kompensieren.

Entsprechend der sehr guten Orderlage waren die Kapazitäten von MM Karton im ersten Halbjahr 2010 zu rund 97 % ausgelastet (1. HJ 2009: 85 %). Dies entspricht einer produzierten Tonnage von 785.000 Tonnen bzw. einem Anstieg von 9,5 % gegenüber dem Vorjahr (1. HJ 2009: 717.000 Tonnen).

Mit 802.000 Tonnen und einem Plus von 14,7 % lag der Kartonabsatz ebenfalls deutlich über dem Vergleichswert (1. HJ 2009: 699.000 Tonnen). Rund 82 % der Menge wurden in Europa und 18 % auf außereuropäischen Märkten abgesetzt (1. HJ 2009: 80 %; 20 %).

Die Umsatzerlöse erhöhten sich vorwiegend mengenbedingt um 16,1 % von 367,9 Mio. EUR auf 427,3 Mio. EUR. Das betriebliche Ergebnis belief sich auf 25,2 Mio. EUR und konnte damit den Vorjahreswert (1. HJ 2009: 26,1 Mio. EUR) vor allem aufgrund des rasanten Anstiegs der Faserkosten knapp nicht erreichen.

Die Operating Margin lag bei 5,9 % nach 7,1 % im ersten Halbjahr 2009.

MM PACKAGING

Die temporäre konjunkturelle Belebung in einigen großen europäischen Volkswirtschaften sowie Lageraufbau in der gesamten Supply-Chain haben die europäische Faltschachtelnachfrage im Lauf des ersten Halbjahres 2010 sukzessive gestärkt. Lange Lieferzeiten für Karton trugen darüber hinaus zu einer erhöhten Anspannung auf dem Markt bei.

Intensiver Preiswettbewerb setzte sich ungemindert fort und führte insbesondere vor dem Hintergrund steigender Kartonpreise zu zunehmendem Margendruck.

Die Standorte von MM Packaging konnten sich unter diesen Rahmenbedingungen insgesamt anhaltend gut behaupten, wobei die Weitergabe der Kartonpreiserhöhungen und die Gewinnung von Neugeschäft auch für die kommenden Monate eine große Herausforderung darstellen wird.

Die verarbeitete Tonnage konnte um 7,4 % von 310.000 Tonnen auf 333.000 Tonnen gesteigert werden.

Parallel zur höheren Menge lagen die Umsatzerlöse mit 494,7 Mio. EUR um 6,7 % über dem Vergleichswert des Vorjahres (1. HJ 2009: 463,5 Mio. EUR).

Aufgrund verbesserter Kosteneffizienz gelang beim betrieblichen Ergebnis ein zu den Umsatzerlösen überproportionaler Zuwachs von 18,8 % auf 52,4 Mio. EUR (1. HJ 2009: 44,1 Mio. EUR).

Die Operating Margin stieg damit von 9,5 % auf 10,6 %.

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