Winzige Kapseln ganz groß

(PresseBox) (München, ) „Publikumspreis“ des vom Nachrichtenmagazin FOCUS und vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ins Leben gerufenen größten deutschen Wettbewerbes für Wissenschaftsfotografie „Bilder der For-schung“ geht an Wissenschaftlerin des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam.

Aus 500 eingesendeten Fotos wurden in den mit jeweils 10.000 Euro dotierten Ka-tegorien "Faszination Forschung" und "Gesichter der Forschung" von einer pro-minent besetzten Jury folgende Preisträger gewählt. 10.000 Leserinnen und Leser stimmten auf FOCUS Online über ihren Favoriten in der Kategorie Publikumspreis ab – über 30 Prozent entschieden sich für das Bild von Karen Köhler aus Potsdam.

Abb.: Elektronenmikroskopieaufnahme von mikrometergroßen Kapseln aus Polyelektrolyt-Multischichten nach einer Inkubation bei 120°C. Dabei schrumpfen die ursprünglich hohlen Gebilde mit einer Wanddicke von nur 20nm unter Wandverdickung so weit, bis schließlich kein Hohlraum mehr im Inneren verbleibt und gleichmäßig gefüllte, kugelförmige Partikel entstanden sind. Die Kapseln, die sich während des Er-hitzens in der wässrigen Lösung berühren, fusionieren zu größeren Hohlkapseln. Diese kollabieren beim Trocknen, da ihre Wände extrem dünn sind.
Karen Köhler, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

1. Platz „Faszination Forschung“ – Jürgen Berger (Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen)/Dr. Ralf Dahm (Medizinische Universität Wien, Zentrum für Hirnforschung, Abteilung für Neuronale Zellbiologie)
1. Platz „Gesichter der Forschung“ – Marc Steinmetz (Fotograf/VISUM)
„Publikumspreis“ – Karen Köhler (Max-Planck-Institut für Kolloid- und
Grenzflächenforschung, Potsdam)

Das Siegerfoto in der Kategorie „Publikumspreis“ zeigt nur wenige Mikrometer große Polymerhohlkapseln, die in der Zukunft Wirkstoffe gezielt an erkrankte Zellen im menschlichen Organismus bringen und dort kontrolliert freilassen könnten. Neben der zielgerichteten Freisetzung von Pharmaka sind weitere Anwendungen denkbar: So könnten die Mikrokapseln auch zum Schutz empfindlicher Substan-zen (z.B. Enzyme), als Katalysatorträger, Sensormaterialien (Messung von pH-Werten oder Ionenkonzentrationen in Zellen) oder als Käfige für chemische Reak-tionen in begrenzten Räumen eingesetzt werden.

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