- Pressemitteilung BoxID 528734
Ethylen ohne Effekt - warum Paprika keine Nachreife zeigen
Nachreifende und nicht-nachreifende Früchte reagieren unterschiedlich auf das Pflanzenhormon Ethylen
Um den Vergleich des Stoffwechsels und der Genexpressionslevel von nachreifenden und nicht-nachreifenden Pflanzen zu vereinfachen, konzentrierten die Wissenschaftler ihre Arbeit auf zwei nahverwandte Arten: die nachreifende Tomate und die nicht-nachreifende Habanero-Chili, beides Nachtschattengewächse. Sie untersuchten den pflanzlichen Stoffwechsel zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor und nach dem sogenannten Breaker-Point, also dem Tag, an dem die Frucht durch einen sichtbaren Farbumschwung in den Reifeprozess eintritt.
Bei Tomaten kommt es an genau diesem Tag zu einer Freisetzung gewaltiger Mengen Ethylen, man spricht auch von einem "Ethylenschock". Das gasförmige Phytohormon Ethylen aktiviert seine eigene Synthese, sobald die Pflanze von außen mit Ethylen in Berührung kommt. Aus diesem Grund werden grüne Bananen schneller gelb, wenn sie neben Äpfeln aufbewahrt werden, da Äpfel eine ausgezeichnete Ethylenquelle darstellen.
Zwei Enzyme nehmen bei der Synthese von Ethylen eine Schlüsselrolle ein, sie heißen ACC-Synthase und ACC-Oxydase. Während des Reifeprozesses produzieren nachreifende Tomatenfrüchte viel mehr von diesen Enzymen, was einen sich stetig erhöhenden Ethylenspiegel zur Folge hat. Das Ethylen setzt in den Tomaten dann eine Signalkaskade in Gang, die zur Reifung der Früchte führt. Aus grünen Chloroplasten werden farbige Chromoplasten, die harten Zellwandbestandteile werden abgebaut, Zucker werden gebildet und der Nährstoffgehalt ändert sich.
Nicht so bei Chilis. "Es sieht so aus, als ob Ethylen keinerlei Einfluss auf die Genexpression oder den Stoffwechsel von Habenero-Chilis hat", so Gruppenleiter Alisdair Fernie, der mit seinem Team den Stoffwechsel und die Genaktivität der Früchte untersucht hat. Erstaunlicherweise waren aber Gene weiter abwärts in der Ethylen-Signalkette sehr wohl vermehrt aktiv. "Die Gene für den Abbau der pflanzlichen Zellwand oder die Carotenoid-Biosynthese wurden während des normalen Reifeprozesses an der Pflanze sowohl bei Tomate als auch bei Paprika vermehrt gebildet", erklärt Fernie. Das Molekül, das bei Paprika und anderen nicht-nachreifenden Früchten den Reifeprozess anstößt, suchen die Forscher noch.
Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren
SKIN B untersucht Astronautenhaut
, Forschung und Entwicklung, Kayser-Threde GmbH
Die menschliche Haut stand am 7. Juni 2013 an Bord der Internationalen Raumstation ISS im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten von Astronaut Luca Parmitano: Die von...
Gudrun Kopp zum Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre: "Landverödung ist eine weltweite Herausforderung"
, Forschung und Entwicklung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Wassermangel und schlechte Wasserqualität gehören zu den Hauptursachen für Armut, Krankheiten und die Zerstörung der Umwelt. Die Versorgung einer steigenden Weltbevölkerung...
7. Internationale CFK-Valley Stade Convention – Experten präsentierten „Latest Innovations in CFRP Technology“.
, Forschung und Entwicklung, CFK-Valley Stade Convention GbR
Welche Innovationen, Neuerungen und Bedarfe es in der CFK-Branche aktuell gibt, diskutierten am 11. und 12. Juni rund 360 Experten aus aller Welt auf der 7. Internationalen...


