Koryphäen der freien und Open-Source-Software rufen weltweite Community auf, bei Internetwahl gegen Softwarepatente zu votieren

Koryphäen der freien und Open-Source-Software rufen weltweite Community auf, bei Internetwahl zum "European of the Year 2005" gegen Softwarepatente zu votieren

(PresseBox) (Brüssel, ) Eine Gruppe berühmter Persönlichkeiten aus der Welt der Freien und Open-Source-Software (FOSS) hat sich in die Wahl zum "Europäer des Jahres 2005" eingeschaltet. An die "Softwareentwickler und -anwender rund um den Globus" erging ein Aufruf, in einer öffentlichen Internetabstimmung für Florian Müller, den Gründer der Kampagne NoSoftwarePatents.com, zu votieren. Das illustre Konsortium besteht aus -- in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen -- Alan Cox, Maintainer des Linux Kernel und Red Hat Fellow; Rasmus Lerdorf, Vater der Programmiersprache PHP; Tim O'Reilly, Buchverleger und Konferenzveranstalter; Richard Stallman, Präsident der Free Software Foundation (in 1984 begann er die Arbeit, die das heute populäre Betriebssystem GNU/Linux hervorbrachte); und Monty Widenius, der die Datenbank MySQL ins Leben rief.

In einer NoSoftwarePatents-Pressemitteilung erklärten die Community-Größen ihre Unterstützung für die Wahlempfehlungen, die NoSoftwarePatents.com in mehr als einem Dutzend Sprachen im Internet veröffentlicht hat:
http://www.nosoftwarepatents.com/de/m/ev50/vote.html
Um an der Abstimmung teilzunehmen, muss man in jeder der zehn Kategorien eine Auswahl treffen. Die Liste von Stimmempfehlungen, die NoSoftwarePatents.com bereitstellt, erklärt die Rolle, die einzelne Kandidaten im Zusammenhang mit Softwarepatenten spielten, so dass die Wähler gezielt die Gegner von Softwarepatenten belohnen und die Befürworter einer umfassenden Patentierbarkeit von Software meiden können.

Am 22. September wurde Florian Müller für den bedeutendsten europapolitischen Preis, die "EV50 Europeans of the Year", nominiert. Die Jury zollte Anerkennung für seinen politischen Einsatz gegen einen Richtlinienvorschlag, der nach seiner Ansicht Softwarepatente in Europa legalisiert hätte. Das Europäische Parlament wies die Gesetzesvorlage am 6.
Juli mit einem Erdrutschergebnis von 648 zu 32 Stimmen ab. Müller betonte, dass er diese Nominierung "unserer gesamten Community and ganz besonders dem Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII)" zu verdanken habe. Er hatte eine vielsprachige Kampnen-Website gegründet, sich in den Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen geäußert und Lobbying im Europaparlament sowie bei Regierungen und Parlamenten einzelner EU-Mitgliedsstaaten betrieben.

Die European Voice, eine bedeutende Wochenzeitung zu EU-Themen, führt gegenwärtig eine Internetabstimmung durch, in welcher Müller gegen solche berühmten Kandidaten wie U2-Frontmann Bono, Bob Geldof und Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling antritt. Diverse Spitzenpolitiker, darunter der deutsche Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel, stehen ebenfalls zur Wahl. An der Abstimmung, die am 11. November schließt, kann die weltweite Öffentlichkeit teilnehmen.

Müllers Unterstützer stellten heraus, dass die FOSS-Community eine besonders aktive Rolle im Kampf gegen Softwarepatente gespielt habe, jedoch Softwarepatente "uns alle bedrohen, da sie nicht nach Programmiersprache, Betriebssysstem oder Lizenzmodell unterscheiden". Die Gruppe zeigte sich "irritiert von ersten Berichten", wonach die EU nach alternativen Wegen suche, um Softwarepatenten in Europa eine stärkere Rechtsgrundlage zu verschaffen, beispielsweise über eine Regulierung zu einem EU-Gemeinschaftspatent.

Die Pressemitteilung hob die Tatsache hervor, dass "dies eine Kampagne für eine Sache, nicht für eine Person" sei: Man rufe dazu auf, Müller zu wählen, "da er für NoSoftwarePatents.com nominiert ist, und diese Message wollen wir unterstreichen". Das NoSoftwarePatents.com-Label steht rechts neben Müllers Namen auf dem Wahlformular (http://www.ev50.com/poll).

Die Erklärung sagte weiter: "Auch andere Nominierte stehen für berechtigte Bedenken und ehrenwerte Anliegen. Allerdings haben diese Themen und Personen bereits viel Aufmerksamkeit in den Massenmedien erfahren, während die Auswirkungen von Softwarepatenten auf die ganze Welt -- auch auf Entwicklungsländer -- noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit brauchen. In dem Sinne, dass Softwarepatente letztlich Monopole auf Gedankenschritte sind, sind sie sogar eine Menschenrechtsfrage."

Seine Zuversicht, dass er den Titel "Europäer des Jahres" gegen seine berühmten Mitbewerber gewinnen könne, begründet Müller mit der "unbestreitbaren Power der Softwarepatentgegner im Internet-Campaigning".
Auf NoSoftwarePatents.com stehen neben einer allgemeinen Erklärung und konkreten Wahlempfehlungen auch ein E-mail-Formular, mit dem man die Information an Bekannte weitergeben kann (http://www.nosoftwarepatents.com/de/m/ev50/notify.html), und Banner (http://www.nosoftwarepatents.com/de/m/ev50/banner.html). Die beiden hauptsächlichen Slogans der Wahlkampagne lauten "Stimmt gegen Softwarepatente" und "Stimmt für Euer Recht zu programmieren".

Sollte er die Abstimmung gewinnen, sei laut Müller "jeder ein Gewinner". Er versprach schon zuvor, "das von Microsoft gesponserte Preisgeld dem FFII zu geben", ohne welchen er seiner Meinung nach "wahrscheinlich nicht in dieser politischen Auseinandersetzung aktiv geworden, geschweige denn erfolgreich gewesen wäre".

Die EV50-Gewinner werden am 2. November bekannt gegeben. Ein Galaabend im Brüsseler Palais d'Egmont -- einem für internationale Veranstaltungen genutzten Gebäude des belgischen Königshauses – wird vom früheren Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox moderiert werden. Cox wurde von US-Unternehmen engagiert, um im Vorfeld der Abstimmung vom 6. Juli Lobbying für Softwarepatente zu betreiben. Die EV50-Preise werden vom belgischen Premierminister Guy Verhofstadt unterstützt. Zu den Sponsoren zählen die PR- und Lobbyingfirma Burson-Marsteller, der Softwarehersteller Microsoft (der Softwarepatente in großem Umfang besitzt und politisch unterstützt), sowie der Pharmakonzern Novartis. Die European Voice ist eine Publikation der Economist-Gruppe.

HINWEIS:
Florian Müller gründete die Kampagne NoSoftwarePatents.com im Jahr
2004 mit der Unterstützung von Sponsorfirmen (1&1, Red Hat, MySQL AB) und leitete diese Kampagne bis einschließlich März 2005. Dann übertrug er seine Website an den Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII), die führende Vereinigung gegen die Patentierbarkeit von Computerprogrammen.

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