Leoni erzielt 2008 trotz Absatzeinbruchs im vierten Quartal deutliches Umsatzwachstum und positives Jahresergebnis

Umfassendes Kostensenkungsprogramm eingeleitet

(PresseBox) (Nürnberg, ) Leoni erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008, das von einer bislang beispiellosen konjunkturellen Trendwende geprägt war, einen Umsatz von 2,9 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (2007: 2,4 Mrd. Euro) konnte eine Steigerung von 23 Prozent erzielt werden, die auf die Akquisition der ehemaligen Bordnetzsparte von Valeo (jetzt LWSF) zum 2. Januar 2008 zurückzuführen ist. Der Spezialist für Draht-, Kabel- und Bordnetz- Systeme erreichte ein gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeres Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von rund 55,7 Mio.Euro (2007: 138,1 Mio. Euro) und einen ebenfalls stark verminderten Jahresüberschuss von 5,2 Mio. Euro (2007: 86,2 Mio. Euro). Der starke konjunkturelle Einbruch ab Oktober führte dazu, dass Leoni die plankonforme Geschäftsentwicklung der ersten drei Quartale im Schlussquartal nicht fortsetzen konnte. Wie mit den vorläufigen Zahlen angekündigt, plant das Unternehmen, die Dividende auf 0,20 Euro (2007: 0,90 Euro) zu reduzieren.

Bis einschließlich September 2008 erzielte Leoni in allen wichtigen Märkten beider Divisionen Umsätze und Ergebnisse in erwarteter Höhe. Die meisten Produktionsstandorte waren bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet. In den folgenden Wochen sah sich die Unternehmensgruppe - zunächst in der Automobil-, später auch in anderen Branchen - mit drastischen Nachfragerückgängen konfrontiert, die in Bezug auf Ausmaß und Dynamik bis dahin unbekannt waren. Ein Umsatzeinbruch von rund 25 Prozent im Schlussquartal im Vergleich zum Schnitt der ersten drei Quartale und gleichzeitig ein hoher Abwertungsbedarf der Kupferbestände führten zu einer erheblichen Belastung der Ertragslage. Allein der starke Preisverfall des Kupfers im 4. Quartal von 4,57 auf 2,16 Euro/Kilo schmälerte das Quartals- EBIT um rund 21 Mio. Euro. Die Ergebnisreduzierung konnte durch sofort eingeleitete Gegenmaßnahmen zwar noch begrenzt, aber nicht verhindert werden.

Kostensenkung durch Anpassung der Kapazitäten

Um den Nachfragerückgang zu kompensieren, hat Leoni im 4. Quartal 2008 ein umfangreiches Programm zur Kostensenkung gestartet, das im Geschäftsjahr 2009 fortgeführt wird. Neben der Begrenzung der Investitionsund Sachausgaben steht die Anpassung der Produktionskapazitäten im Mittelpunkt. Diese umfasste zunächst den Abbau von Überstunden- und Urlaubskonten, später die Reduzierung von Leiharbeitskräften und befristeten Arbeitsverhältnissen sowie die Herabsetzung der Arbeitszeiten und in geringem Umfang auch betriebsbedingte Kündigungen.

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns wuchs zum 31. Dezember 2008 auf 50.821 nach 36.855 zum Vorjahresstichtag, wobei die kräftige Steigerung aus der Integration der LWSF-Belegschaft resultierte. Den Höchstwert hatte der Konzern im September mit rund 53.500 Beschäftigten erreicht. in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 mussten jedoch aufgrund der rückläufigen Wirtschaftslage rund 3.000 Arbeitsplätze - überwiegend außerhalb Deutschlands - abgebaut werden.

Ergebnisbelastung durch starken Rückgang des Kupferpreises

Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions (WCS) ging in den letzten Monaten des Berichtsjahres insbesondere die Nachfrage nach Automobilleitungen, Netzanschlusskabeln für Elektro- und Hausgeräte, Kabelsystemen für den Maschinenbau sowie nach Drähten und Litzen deutlich zurück. Dennoch konnte der Konzernaußenumsatz moderat um 1,5 Prozent auf 1.401,5 Mio. Euro gesteigert werden. Das EBIT wurde neben der schwächeren Kapazitätsauslastung vor allem durch den extrem gesunkenen Kupferpreis beeinträchtigt und verringerte sich von 80,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 29,6 Mio. Euro.

In den Branchen Medizintechnik, Petrochemie, Solartechnik und Fiber Optics sowie auf dem Spezialgebiet der Strahlenvernetzung verlief das Geschäft bis zum Ende des Jahres 2008 unverändert positiv. Des Weiteren konnten mit der Verkabelung des Gotthard-Basistunnels, der Airbus-Familien A320 bis A340 und von Schiffskabinen drei strategisch wichtige Aufträge in Märkten außerhalb der Automobilindustrie gesichert werden.

Abrupter Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie

Der Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) realisierte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008 ein plankonformes Geschäft, musste jedoch im vierten Quartal aufgrund der Automobilkrise massiv verringerte Abrufe bei fast allen Herstellern und Modellen verkraften. Der Konzernaußenumsatz erhöhte sich von 986,0 Mio. Euro im Vorjahr um 53 Prozent auf 1.510,5 Mio. Euro. Hierzu trug die LWSF-Gruppe 573,6 Mio. Euro bei. Das EBIT nahm von 57,8 Mio. Euro auf 23,4 Mio. Euro ab. Hierin sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,2 Mio. Euro enthalten, die die Standorte in Polen, Ungarn und Italien betreffen.

Zu den Hauptumsatzträgern gehörten Kabelsysteme und komplette Bordnetze für die Automobilhersteller Daimler und PSA mit den Modellen Mercedes Aund B-Klasse, Smart, Citroën C5 und Peugeot 308. Mit der Übernahme des internationalen Bordnetzgeschäfts der russischen Firma Itelma gelang es, in diesem wichtigen Markt Fuß zu fassen. Durch die 50-prozentige Beteiligung am südkoreanischen Bordnetzhersteller und bisherigen Kooperationspartner Daekyeung konnte die Basis für künftige Expansion in einer weiteren Wachstumsregion gelegt werden. Positive Impulse kamen ferner aus China, wo erstmals auch der chinesische Produzent SAIC beliefert wurde.

Unabhängig von der Konjunkturkrise starteten im Berichtsjahr erneut verschiedene Neu- und Folgeprojekte für Kunden wie BMW, Dacia, Mercedes, Opel, Porsche und Seat.

Gesicherte Liquidität dank langfristig solider Finanzierung

Leoni kann sich bei der Anpassung seines Geschäfts auf die Bewältigung der Krise konzentrieren, ohne einen den Aktionsradius einschränkenden Liquiditäts-Engpass befürchten zu müssen. Ein solides, zentral organisiertes Finanzmanagement, das sich eines breiten Instrumentariums bedient und auf langfristigen Krediten bzw. Kreditlinien zu Zinssätzen von maximal 5 Prozent beruht, garantiert dem Unternehmen einen vollen operativen Handlungsspielraum.

Erschwerte Prognose durch unsichere Konjunkturentwicklung

Für 2009 rechnet Leoni konzernweit mit einer deutlich verminderten Nachfrage im Vergleich zum Durchschnitt des Vorjahres. Wie stark der Rückgang in den von der globalen Rezession betroffenen Märkten über das gesamte Jahr genau ausfallen wird, kann nach heutigem Stand jedoch nicht seriös vorhergesagt werden. In den ersten zwei Monaten des angelaufenen Geschäftsjahres ist ein Umsatzrückgang von 40 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. In Folge dessen mussten seit 1.Januar 2009 konzernweit weitere 4.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, so dass die Unternehmensgruppe derzeit rund 46.000 Mitarbeiter beschäftigt.Für die kommenden Monate geht Leoni davon aus, dass sich die Nachfragesituation schrittweise partiell erholen wird.

Größtes Augenmerk wird das Unternehmen auf die Sicherstellung eines ausreichenden Cashflows legen, um die bisher gegebene stabile Finanzlage aufrecht zu erhalten. Das zu diesem Zweck eingeleitete Kostensenkungsprogramm in Verbindung mit deutlich gedrosselten Investitionen und einer nochmals verstärkten Reduzierung des Working Capitals soll ermöglichen, dass Leoni im Geschäftsjahr 2009 einen ausgeglichenen Free Cashflow (vor Dividende) erreichen wird. Zur konkreten Umsatz- und Ergebnisentwicklung kann derzeit keine zuverlässige Aussage getroffen werden. Dies gilt auch für die Folgejahre.

LEONI AG

Leoni ist ein weltweit tätiger System- und Entwicklungslieferant für Draht, Kabel und Bordnetz-Systeme. Die im deutschen MDAX börsennotierte Unternehmensgruppe beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter in 35 Ländern und erzielte 2008 einen Konzernumsatz von 2,9 Mrd. Euro. Hauptkunde ist die Automobilindustrie, für die Leoni technisch anspruchsvolle Produkte entwickelt und produziert: von der einadrigen Fahrzeugleitung bis zum kompletten Bordnetz-System mit integrierter Elektronik. Darüber hinaus umfasst das Leistungsspektrum Drähte und Litzen, standardisierte Leitungen sowie Spezialkabel und komplett konfektionierte Systeme für Anwendungen in unterschiedlichen industriellen Märkten.

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