Exzellenz trifft Eleganz

Erstklassige Oldtimer sind Gewinner bei Retro Classics meets Barock

(PresseBox) (Stuttgart, ) Das Oldtimer-Event "Retro Classics meets Barock und der Ludwigsburger Schlosspark, dazu noch sonniges und warmes Wetter - das waren 2009 die Erfolgs-Zutaten für ein Erlebnis-Wochenende erster Güte. Teilnehmer, Jury, Veranstalter und 26.000 Besucher - also 20 Prozent mehr als 2008 - sind sich einig: So schön, entspannt und interessant war Retro Classics meets Barock noch nie. Die Veranstaltung des RetroClassicsCultur e. V. hat sich trotz Wirtschaftskrise und bei zahlreichen Konkurrenz-Veranstaltungen in und außerhalb der Oldtimer-Szene durchgesetzt.

Retro Classics meets Barock steht für ausgefeilte Automobiltechnik, außergewöhnliche Eleganz und seltene Fahrzeuge, die in ihrer Zeit eine Leitfunktion innehatten. Nur Fahrzeuge, die diesen Prinzipien entsprechen, werden Preisträger in den verschiedenen Wettbewerben des Concours d'Élégance und Festival of Classics Cars bei Retro Classics meets Barock. In diesem Jahr wurden folgende erste Plätze ermittelt: In der Klasse C1 der Hispano-Suiza H6B 1928 von Erich Haller, in der Klasse C2 das Berliet Taxi 1927 von Waldemar Löser, Klasse D1 der Mercedes-Benz 170 V von Karlheinz Blätz, Klasse D2 der Lancia Astura 1935 der Gesellschaft der Freunde historischer Automobile, Klasse E1 der Mercedes-Benz 300 Roadster 1954 der Gesellschaft der Freunde historischer Automobile, Klasse E2 der Lancia Aurelia 1952 von Corrado Lopresto und in der Klasse G der BMW 507 R von Björn Schmitt. In der erstmals bewerteten Klasse I - Omnibusse - gewann der Mercedes-Benz O302 10 R "Pulay Reisen" von Michael Krech. Der Wettbewerbsteil Concours d'Élégance prämiert einzigartige Fahrzeuge bis 1959. Der zweite Teil der Veranstaltung, das Festival of Classics Cars, zeichnete in der Klasse BB einen Cadillac 341 A Imperial Sedan 1928 von Wolf Drücke aus; in der Klasse CC einen BMW 328 Sport 1937 von Erika Beck-Weiner, in der Klasse DD den Mercedes-Benz 220 A 1952 von Franz Wieslbauer, in der Klasse EE den Mercedes-Benz 190 SL 1957 von Lothar Stritz, in der Klasse FF die BMW Isetta 1960 von Wilhelm Kielmann, in der Klasse GG den Opel Rekord P1 mit Wohnwagen 1960 von Michael Möller, in der Klasse HH den Mercedes-Benz SL 280 (Pagode) des Stickel Pagoden Centers und in der Klasse JJ den Austin Healey MK III 1962 von Horst Gerwig. Außerdem wurden zahlreiche Sonderpreise verliehen. Im Festival of Classics Cars werden Fahrzeuge bis 1979 sowie schon einmal beim Concours vorgestellte Automobile ausgezeichnet. (Alle Klassen und Preise: siehe angehängte Excel-Liste)

"Best of Show", also das exzellenteste Automobil der Veranstaltung, wurde der grüne Lancia Aurelia, Baujahr 1952, des italienischen Automobil-Sammlers Corrado Lopresto. Das Chassis stammt vom italienischen Autobauer Lancia, die Karosserie vom Carrossier Vignale, das Design vom berühmten italienischen Auto-Designer Giovanni Michelotti. Der Wagen wurde 1952 im Automobilsalon von Turin vorgestellt, blieb immer in Italien und wurde schließlich von Tito Anselmi, einem italienischen Automobilhistoriker gekauft und restauriert. Corrado Lopresto und sein Team brachten schließlich den Wagen durch eine umfassende Restauration in seinen jetzigen sehr guten Zustand. Vor einem Monat wurde das Fahrzeug erstmals beim Wettbewerb von Villa d'Este in Italien vorgestellt. "Ich bin stolz, als Italiener nach Ludwigsburg zu kommen und bringe gerne meine schönsten Automobile zum Concours d'Elégance", sagte Lopresto und bedankte sich bei der Jury für deren Urteil. Der Automobilist, der jedes Jahr in Ludwigsburg Preise gewinnt, ist mit seinen immer neuen, ausgesucht schönen Wagen ein Gewinn für den Wettbewerb. Auch der erstmals ausgelobte Preis "Best of Best", zu dem alle Gewinner "Best of Show" der Jahre 2004 bis 2008 eingeladen waren, geht an Lopresto mit seinem Alfa Romeo 6c Berlinetta Castagna Prototipo von 1939. Moderiert wurde die Präsentation der Gewinner auch in diesem Jahr sehr professionell und kurzweilig von der SWR-Moderatorin Petra Klein.

Doch wie entscheidet die Jury sich für einen Preisträger, wenn doch alle Fahrzeuge in sehr gutem Zustand sind? Die Urteile beziehen sich auf mehrere Kategorien: Technik des Wagens und Interieur, Exterieur und Lackierung, Originalität und die Gesamterscheinung an Eleganz gehen in das Urteil ein. Insgesamt werden für ein Fahrzeug maximal 100 Punkt vergeben. Von "exzellent" über "sehr gut" und "gut" führt die Skala weiter zu "befriedigend", "halbherzig" bis "unbefriedigend". Die Preisträger sind im Gesamturteil mindestens sehr gut. Dabei hat die Jury ein sehr scharfes Auge für technische Details und die Ausführung der Restaurierung. Holzkeile, die die Konstruktion halten, nicht typgerechte Spiegel oder Kreuzschlitzschrauben bei Vorkriegsfahrzeugen führen auf jeden Fall zur Abwertung. "Das Fahrzeug ist sehr schön lackiert, hat einen guten Allgemeinzustand und macht dem Besitzer bestimmt viel Freude", sagt Jury-Mitglied Ronald Ihrig bei der Begutachtung eines Vorkriegsfahrzeugs. "Aber für den Concours d'Èlégance ist es nicht geeignet." Sein Kollege Paul Partsch vom Allgemeinen Schnauferl-Club (ASC) ergänzt: "Unsere Aufgabe ist es, die Zukunft von gestern zu erhalten. Das bedeutet auch, dass die Technik möglichst nahe am Standard der damaligen Zeit ist. Moderne Sicherungen und Zusatzlüfter beispielsweise gehören hier nicht her."

Heiße Diskussionen gab es beim "Best of Show", da mehrere ähnlich exzellente Fahrzeuge vorgeführt wurden. "Die Jury hat sich aber nach eingehender Beratung bei diesem und allen weiteren Preisen einigen können", sagt Jury-Mitglied Siegfried Linke. Der in Deutschland geborene Linke lebt schon viele Jahre in den USA und ist seit 25 Jahren Mitglied der Jury von Pebble Beach, einem sehr renommierten Concours d'Élégance in den USA. "Ich appelliere an die Automobilisten in Deutschland, sich noch stärker an den Richtlinien des Concours auszurichten", sagt Linke. "Es ist schade, wenn schöne Fahrzeuge vorgestellt werden, die nicht in exzellentem Restaurierungszustand sind oder sogar schmutzig auf den Platz gestellt werden."

So ernst die Jury ihre Aufgabe nimmt, so vergnüglich und kurzweilig ist das Ereignis für die Teilnehmer und Besucher. Retro Classics meets Barock bedeutet ein schönes kulturelles und touristisches Ereignis. "Automobile Kultur trifft mit der Kultur des Barock zusammen. Beiden sind Lebensfreude und Formschönheit gemeinsam", sagte Oberbürgermeister Werner Spec in seiner Begrüßung und gratulierte Karl Ulrich Herrmann vom veranstaltenden RetroClassicsCultur e. V. für diesen wunderbaren Beitrag zum 300. Stadtjubiläum von Ludwigsburg. Auch Volker Kugel, Direktor des Blühenden Barock, und Ulrich Krüger, Direktor der Schlossverwaltung, sehen das hochkarätige Event immer wieder gern. "Oldtimer freunde sind auch Freunde unseres Barockgartens", lobte Volker Kugel die Rücksichtnahme der Automobilisten. Und auch die Besucher freuen sich an den liebevoll restaurierten Fahrzeugen, die ein Stück Geschichte abbilden und ihre Geschichten erzählen. So stellt der Wettbewerb in jedem Jahr einen Höhepunkt im Terminkalender der Stadt dar, der Tausende Menschen in den Schlosspark zieht. Beim Gesellschaftsabend am Samstag richtete Baden-Württembergs Stellvertretender Ministerpräsident und Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll MdL die Grüße der Landesregierung an die Teilnehmer, verbunden mit der Hoffnung, dass jetzt eine Wende und ein wirtschaftlicher Wieder-Aufschwung auch für die Automobilbranche bevorstehe. Auch Jutta Benz, Urenkelin des Automobil-Erfinders Carl Benz, war eingeladen und setzte sich in einer kurzen Ansprache für die Würdigung der beiden Erfinder Daimler und Benz ein.

"Oldtimerbesitzer finden bei Retro Classics meets Barock immer Gleichgesinnte", sagte Doris Mittwoch vom Oldtimerclub ASC. Sie schätzt die Veranstaltung als jährliches Highlight für ihre Clubmitglieder und Interessierte, die sich über Technikdetails austauschen und neue Freundschaften knüpfen wollen. Während beim Deutschen Automobil Veteranen Club DAVC der Wunsch nach einer höheren Anerkennung für straßentaugliche Oldtimer im Originalzustand besteht, setzt der ADAC mit seiner Oldtimer-Abteilung einen Schwerpunkt auf die politische Interessenvertretung von Oldtimer-Besitzern in Berlin.

Clubs, Sponsoren und Partner der Veranstaltung, viele helfende Hände und Freunde, die "eben mal" bei ihrer Oldtimerausfahrt in Ludwigsburg vorbeischauen - so ein Schweizer Club auf seiner Schwarzwald-Ausfahrt und der Besitzer des einzigartigen Ferrari 212 Export "Spider Burano", der in den 1950ern eine Filmrolle beim Film "The Racers" mit Kirk Douglas hatte - Retro Classics meets Barock hat viele Facetten. Die Partner der Veranstaltung, der Brillenhersteller Silhouette Deutschland, die Stuttgarter Hofbräu, der Windkraftinvestor Natenco, viele weitere Partner und seit diesem Jahr auch Mercedes-Benz mit ihren Young Classics, stehen zu diesem Event und fühlen sich beim Organisator Karl Ulrich Herrmann gut aufgehoben - ein Erfolg für die Oldtimer-Szene und die ganze Region.

http://www.retro-classics-meets-barock.de

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