Heiner Schlichtherle brachte Bilanzzahlen zum Sprechen

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Der "Mister Betriebsvergleiche" verlässt die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks: Nach fast 30 Jahren als Referent in der Betriebswirtschaftlichen Abteilung der LGH wird sich Heiner Schlichtherle Ende dieses Monats in den Ruhestand verabschieden. In einer Feierstunde würdigten jetzt Vorstand, Geschäftsführung, Kollegen und natürlich viele Weggefährten die Verdienste Schlichtherles vor allem mit Blick auf die Betriebsvergleiche.

Exakt 390 dieser Analysen der Kosten- und Ertragssituation einzelner Handwerksbranchen in NRW sind unter der Ägide von Heiner Schlichtherle erarbeitet worden. Hinzu kommen diejenigen Auswertungen, die die LGH für andere Verbände vor allem auf Bundesebene durchführt. Das bedeute nicht nur, dass die Zahl der Vergleiche pro Jahr gegenüber der Zeit vor 1979 deutlich erhöht werden konnte, sondern damit einhergegangen sei eine erhebliche Steigerung der Qualität der Analysen, hob der Vorsitzende der LGH, Hans Rath, hervor. "Betriebsvergleiche großflächig und damit repräsentativ durchzuführen war einer der wichtigsten Beweggründe bei der Gründung der LGH 1954. Schon damals war den Verantwortlichen klar, dass die Betriebe im Wettbewerb nicht nur durch gute Arbeit bestehen können. Auch gutes Wirtschaften ist für das Überleben entscheidend. Und dafür muss man eben seine Zahlen gut kennen und man muss sie interpretieren können - möglichst zeitnah und mit einem Bezug zu den Kollegenbetrieben." Schlichtherle nun habe entscheidenden Anteil daran, dass die Betriebsvergleiche über all die Jahre hinweg immer wieder "neu erfunden" worden sind. "Sie sind permanent aktuellen Trends und Erfordernissen angepasst worden. So wurde sichergestellt, dass sie so aufschluss- und hilfreich bleiben, wie das die Nutzer erwarten und wie sie es für ihre Unternehmensführung und -sicherung brauchen."

Dabei hätten sich nicht zuletzt die Ergebnisse und Erkenntnisse aus zwei Projekten niedergeschlagen, die Heiner Schlichtherle geleitet hat. In dem einen ging es um das gewerkeübergreifende Benchmarking, im anderen um Instrumente zur Unternehmensplanung und -steuerung. Beide Male wurden die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks an Verfahren und Managementtechniken herangeführt, die sich in der Großindustrie bereits bewährt hatten. Beim Benchmarking propagierte man den Vergleich des eigenen Unternehmens mit den Besten - im Hinblick auf die Produkte, die Qualität und die Betriebsprozesse. Im Projekt "Unternehmensplanung und -steuerung" wiederum wurde ein System entwickelt, das die Betriebe und ihre Berater in die Lage versetzt, das Unternehmen zu analysieren und effektiv zu lenken.

Zusätzlich wurde ein Rating-Schnelltest als Frühwarnsystem entwickelt, der auf bundesweite Nachfrage gestoßen ist. Benchmarking und Rating gehören seitdem zu den wesentlichen Zielsetzungen innerhalb der Betriebsvergleiche und der dazugehörigen einzelbetrieblichen Analysen.

Zum permanenten "Neu erfinden" der Vergleiche zählt nach den Worten des LGH-Vorsitzenden darüber hinaus ihre Präsentation im Internet. Heiner Schlichtherle habe früh und entschlossen auf dieses Medium gesetzt. Heute wird ein Großteil der Erhebungsbögen dort abgerufen und ausgefüllt und die fertigen Vergleiche werden dann auch aus dem Internet bezogen.

Rath weiter: "All dies festigte den guten Ruf unserer Betriebsvergleiche als Markenzeichen der LGH. Inzwischen sind wir im deutschen Mittelstand führend, was solche Analysen und Gegenüberstellungen von Kosten und Erträgen innerhalb einzelner Branchen anbelangt. Wir ernten immer wieder großes Lob dafür, von den Unternehmern selbst, von ihren Steuerberatern, von den Betriebsberatern der Handwerksorganisation, von freien Unternehmensberatern und von anderen Experten bei Banken, Wirtschaftsinstituten und anderen Institutionen. In den Zahlenkolonnen sehen sie, wo die Stärken und Schwächen der Betriebe liegen und wie die Entwicklung in der Branche verläuft."

Heiner Schlichtherle habe diese Zahlen zusammengetragen und zum Sprechen gebracht. Dafür zolle ihm die LGH großen Respekt. Mit ebenso großem Bedauern nehme sie zur Kenntnis, dass Schlichtherle den Leitsatz der Vergleiche "Eine Stunde am Schreibtisch kann gewinnbringender sein als zehn Stunden auf der Baustelle" für sich nun so umformuliert habe: "Eine Stunde zu Hause kann gewinnbringender sein als zehn Stunden bei der LGH."

Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)

Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Handwerkskammern und der Fachverbände des Handwerks in NRW. Sie unterstützt diese Organisationen bei Fördermaßnahmen und koordiniert die Aktivitäten auf Landesebene, um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der 180.000 Handwerksunternehmen nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus bringt die LGH sich fachlich ein in die Ausgestaltung der Mittelstandspolitik und übernimmt Aufträge für öffentliche Förderungen und Projekte.

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