Deutsche Dental-Industrie weiter im Aufwind

(PresseBox) (Köln, ) Verband legt eine Woche vor Beginn der IDS positive Bilanz vor - Auslandsgeschäft sorgt für Wachstum - 33. Internationale Dental-Schau meldet Rekordzahlen - erstmals mehr als 1820 Aussteller aus 57 Ländern.

Eine Woche vor dem Start der 33. Internationalen Dental-Schau in Köln (24.-28. März), der weltweit größten Messe für Zahnmedizin und Zahntechnik, zieht der Verband der deutschen Dental-Industrie (VDDI) eine positive Geschäftsbilanz des zurückliegenden Jahres. Die rund 200 Mitgliedsunternehmen des Verbandes beschäftigten in 2008 im In- und Ausland fast 18.700 Arbeitskräfte (+4,6 Prozent) und erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von rund 3,9 Mrd. Euro, ein Zuwachs um fast 4,6 Prozent. "Es ist erfreulich, dass sich trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten die Dentalbranche und die Gesundwirtschaft insgesamt als solide Märkte behaupten können", bilanzierte Dr. Martin Rickert, Vorstandsvorsitzender des VDDI gestern auf der Wirtschaftspressekonferenz in Köln. Als globale Branchenleitmesse und damit als Abbild der Branche kann auch die Internationale Dental-Schau 2009 bei Ihrer 33. Auflage neue Bestmarken setzen und ihr kontinuierliches Wachstum fortführen. Erstmals mehr als 1800 Aussteller aus mehr als 57 Ländern nehmen in diesem Jahr an der weltgrößten Fachmesse für Dentalprodukte und Dentaltechnik teil. Mit einem Auslandsanteil von 64 Prozent steigerte die IDS ihre Internationalität im Vergleich zu 2007 sogar um mehr als 10 Prozent, erläuterte Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse.

VDDI: Auslandsgeschäft als Rückgrat des Wachstums

Vom Gesamtumsatz der Unternehmen des VDDI (3,9 Mrd. Euro) wurden in 2008 Umsätze in Höhe von knapp 2,1 Milliarden Euro im Ausland erwirtschaftet - ein Umsatzplus von fast 11 Prozent.

Im gleichen Berichtszeitraum musste jedoch auf dem für die deutsche Dentalindustrie nach wie vor sehr bedeutsamen Heimatmarkt ein leichter Rückgang des Umsatzes hingenommen werden. Die Umsätze gingen dort im 2007er-Vergleich allerdings um 2,6 Prozent auf 1,58 Mrd. Euro zurück. Hierfür verantwortlich war sicherlich maßgeblich eine gewisse Zurückhaltung im zahnärztlichen und zahntechnischen Investitionsgüterbereich im letzten Quartal des vergangenen Jahres. Diese war nicht zuletzt auch durch die anhaltenden Unsicherheiten bei unseren Kunden bezüglich der anstehenden Honorarreformen geprägt, sagte VDDI-Vorsitzender Dr. Rickert.

Damit bleibt das Ausland der Wachstumsmotor. Die Exportquote der traditionell als "Global Player" agierenden Mitgliedsunternehmen liegt mittlerweile bei 57 Prozent. Für das Jahr 2009 ergab eine aktuelle Befragung unter den VDDI-Unternehmen, dass trotz unterschiedlicher Geschäftsentwicklung in einzelnen Regionen die weiteren Erwartungen an das Exportgeschäft im laufenden Jahr 2009 insgesamt noch positiv sind.
83 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen rechnen derzeit für 2009 mit steigenden oder zumindest gleichbleibenden Verkäufen im Ausland, berichtete Dr. Martin Rickert.

Zahnärzte wollen als wichtiger Teil der"Jobmaschine" Gesundheitswesen verlässliche Rahmenbedingungen

Auf die hohe Bedeutung der deutschen Zahnärzteschaft als ein "Jobmotor" innerhalb des expandierenden Gesundheitsmarktes wies Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hin: "Die rund 66.000 behandelnd tätigen Zahnärzte in Deutschland beschäftigen rund 227.000 Praxisangestellte, darunter 33.000 Auszubildende. Rund 100.000 weitere abhängige Arbeitsstellen in den zahntechnischen Laboren und der Dentalindustrie kommen hinzu." Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen die zunehmende Bedeutung der Zahnmedizin für die Allgemeingesundheit.

Zahnärzte sind ebenso für die Krebsfrüherkennung bei oralen Schleimhautveränderungen zuständig. Eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) erhöht u.a. das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, für einen Diabetes oder Komplikationen während der Schwangerschaft. Durch Prävention, Früherkennung und effektive Behandlung kann der Zahnarzt lebensbedrohende Erkrankungen vermeiden helfen. Dazu gehört ebenso die notwendige Aufklärung des Patienten anhand einer ausführlichen Darstellung der Befunde und Therapiemöglichkeiten. "All dies muss in einer entsprechenden Gebührenordnung seinen Niederschlag finden. Die vorgelegte Gebührenordnung des BMG vernachlässigt diese Aspekte und gibt dem Zahnarzt kein entsprechendes Zeitvolumen diese Leistungen qualitätsgerecht umzusetzen", stellte Dr. Oesterreich zum Entwurf der Gebührenordnung für Zahnärzte fest. Stattdessen fordert die Zahnärzteschaft "verlässliche Rahmenbedingungen, unter denen notwendige Investitionen im Interesse ihrer Patienten möglich bleiben", so Dr. Oesterreich, sonst würde "die Jobmaschine abgewürgt werden."

Zwar stellten die Zahnärzte nach aktuellen Ergebnissen des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) noch immer die investitionsfreudigste Facharztgruppe bei Praxisgründungen. Dennoch hat sich das Investitionsverhalten insgesamt deutlich verringert. Die jüngste Studie des IDZ belegt darüber hinaus, dass die Zahl der Berufseinsteiger hinter früheren Schätzungen zurück bleibt.

Zahntechniker investieren trotz Ertragsschwäche

Die Umsatzentwicklung der zahntechnischen Meisterbetriebe hat sich 2008 im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des VDZI leicht verbessert. "Der kumulierte Umsatz liegt um 5,4 Prozent über dem Ergebnis des Jahres 2007.
Nach einem vergleichsweise auftragsschwachen Spätsommer erzielten die zahntechnischen Meisterbetriebe im IV. Quartal 2008 ein Umsatzplus", erläuterte VDZI-Verbandspräsident Jürgen Schwichtenberg.

Dieser Umsatzanstieg hat insgesamt zu einer besseren Beurteilung der Geschäftslage geführt. Während 26 Prozent der Meisterlabore die Geschäftslage als gut beurteilten, bewerteten rund 29 Prozent aller antwortenden Teilnehmer die Lage als schlecht. Der Geschäftslagenindex, der sich in der Differenz von positiver und negativer Bewertung ausdrückt, erreicht damit seinen höchsten Stand seit vier Jahren.

Dennoch leiden, laut VDZI, die zahntechnischen Meisterbetriebe unter einer ausgeprägten Ertragsschwäche. Als zentrale Ursachen nannte Schwichtenberg die mit den gesetzlichen Krankenkassen unter dem Diktat der Gesetzgebung vereinbarten Höchstpreise, die schon seit Jahren hinter der allgemeinen Kostenentwicklung zurückbleiben. Daneben habe die mit dem Festzuschuss System verbundene Erhöhung der Zuzahlung der Versicherten zu einem verstärkten Preisdruck geführt. "Es ist insgesamt unverkennbar, dass ein erheblicher Teil der Meisterbetriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet sind", befürchtet der VDZI-Präsident.

Trotz dieser Entwicklung stellt der VDZI eine "deutlich erhöhte Investitionsbereitschaft" fest. Gründe dafür liegen an dem in den letzten Jahren aufgestauten Bedarf an Ersatzinvestitionen, aber auch am Bemühen der Meisterbetriebe, die neuen technischen Innovationen der Industrie zur Verbesserung der Produktionseffizienz zu nutzen", so Schwichtenberg. Für das Jahr 2009 sehen die Zahntechniker aber keine nennenswerten Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven.

Die IDS (Internationale Dental-Schau) findet alle zwei Jahre in Köln statt und wird veranstaltet von der GFDI Gesellschaft zur Förderung der Dental-Industrie mbH, dem Wirtschaftsunternehmen des Verbandes der Deutschen Dental- Industrie e.V. (VDDI), durchgeführt von der Koelnmesse GmbH, Köln.

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