Jugendsoftwarepreis 2005: Schüler laden ein zu virtuellen Reisen durch Regenwald und Nervensystem

Klaus Tschira Stiftung prämiert die unterhaltsame und anschauliche Vermittlung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und Experimente von Schülern für Schüler

(PresseBox) (Heidelberg, ) Wer den 13-jährigen Dominik Peters auf seiner Entdeckungsreise durch den Regenwald begleitet, braucht weder Schlangenbisse noch Moskitostiche zu fürchten. Der Schüler des Hamburger Gymnasiums Marienthal entführt Kinder und Jugendliche mit einem Multimediaprogramm voller bunter Bilder und Filme in die Welt der Tukane, Treiberameisen und Würgefeigen. Mit seinem umfangreichen, äußerst informativen und besonders anschaulichen Computerprogramm gewinnt Dominik Peters den Jugendsoftwarepreis 2005 der Klaus Tschira Stiftung gGmbH.

Aus über 100 Einsendungen ermittelte die Klaus Tschira Stiftung in diesem Jahr fünf Preisträger bzw. Preisträgergruppen, die am 18. November, 15.30 Uhr im Studio der Villa Bosch in Heidelberg ausgezeichnet werden. Der Jugendsoftwarepreis wird jährlich für Schülerinnen und Schüler aller Alterstufen bundesweit ausgeschrieben. Prämiert werden originelle Programme und pfiffige Präsentationen, die anderen Schülern naturwissenschaftliche Inhalte näher bringen. Das Thema der Arbeit kann frei gewählt werden. Es muss aber aus der Physik, Chemie, Biologie, Informatik oder Mathematik stammen. Der Einsendeschluss für den Jugendsoftwarepreis 2006 ist der 18. September 2006. Nähere Informationen: www.jugendsoftwarepreis.de.

„Die Welt des Regenwaldes“ erfüllt das Ziel des Jugendsoftwarepreises optimal, weil das Programm anderen Schülern naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf unterhaltsame Weise vermittelt. An vielen Stellen kann der Nutzer sein Wissen testen, sich aber auch bei Schiebepuzzles oder Memory-Spielen entspannen. Darüber hinaus weist Dominik auf die drohende Zerstörung des Tier- und Pflanzenparadieses hin und bietet „rettende Ideen“ an. Als er erfuhr, dass er den Jugendsoftwarepreis gewinnen solle, bat er die Klaus Tschira Stiftung, die Hälfte seines Preises zum Schutz des Regenwaldes zu spenden.

Der Hamburger Schüler gewinnt in der Kategorie Interaktive Multimediaprogramme (Klassenstufe 5–7), bei der Schüler gängige Computerprogramme mit naturwissenschaftlichen Inhalten bestücken. In der Kategorie Experimentierprogramme werden zwei Schülergruppen prämiert. „Luftfeuchtigkeit und Wolken“ heißt das Experimentierprogramm, mit dem sechs Schüler der Von-Galen-Schule, einer Realschule in Warendorf (NRW), den Jugendsoftwarepreis in ihrer Altersgruppe (8.-10. Klasse) gewinnen. Erman Aydin Güray Kilic, Kevin Knight, Marc Metten, Igor Neufeld, Konstantin Lobaj und Tobias Pollmeyer haben ein Programm entwickelt, mit dem sich verstehen lässt, wie Luftfeuchtigkeit und Wolkenbildung zusammenhängen. Mit der Software der 16- und 17-jährigen lässt sich beobachten, wie die relative Luftfeuchtigkeit sinkt oder steigt, wenn die Temperatur verändert wird, und ab welcher Höhe sich Wolken bilden. Die Schüler liefern auch eine Bauanleitung für ein Hygrometer, mit dem Luftfeuchtigkeit gemessen werden kann sowie eine Übersicht über die verschiedenen Wolkenklassen und ein Wolkenquiz.

Bei den Experimentierprogrammen der Sekundarstufe II setzte sich eine Arbeitsgruppe 18 - bis 20-jähriger des Hölderlin-Gymnasiums in Heidelberg (BW) durch. Für ihr Lernprogramm für Neurobiologie namens „Sense of Life 42 (SoL42)“ leisteten Alexander und Ingmar Koch, Kolja Schleich und Maximilian Schmidtke intensive Programmierarbeit. Mit SoL42 können Mitschüler Nerven- und Sinneszellen im Computer erstellen und miteinander verknüpfen. Auf diese Weise entsteht ein einfaches neuronales Netzwerk, das verdeutlicht, wie Signale im Körper weitergeleitet werden. Wenn die Nervenzellen erfolgreich aktiviert werden, lassen sich virtuell Reflexe hervorrufen, wie z.B. der Kniesehnenreflex.

Jeder Preisträger, der mit einer Gruppe den Jugendsoftwarepreis gewinnt, erhält in diesem Jahr einen PDA, einen mobilen Computer im Handy-Format. Einzelpreisträger erhalten einen Laptop. Zudem sind die Gewinner des Jugendsoftwarepreises vor der Preisverleihung in festlichem Rahmen am Tag vor der Preisverleihung Gäste der Klaus Tschira Stiftung in Heidelberg. Die Stiftung unterstützt die Sieger auch bei der Verbreitung ihrer Software, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche in der Schule und zu Hause die preisgekrönten Programme nutzen können.

Besonders geeignet zur Unterstützung des schulischen Unterrichts hielt die Jury das Multimediaprogramm des 17-jährigen Pascal Christian, der die Oberstufe der Gewerblichen Schule in Waiblingen (BW) besucht. Sein Ziel ist es, anderen Schülern den Einstieg in die Chemie zu erleichtern. Vorwissen in der Chemie sei nicht nötig, sagt Pascal, um mit seiner Software „in die Welt der Chemie eintauchen zu können“. Hierfür bietet er mit seinem aufwändig gestalteten Programm vielerlei Animationen, gesprochene Erklärungen und einen umfangreichen Wissenstest. Die Jury würdigte besonders, dass die Inhalte grafisch besonders ansprechend und spielerisch vermittelt werden.

Mit zwei weiteren preisgekrönten interaktiven Multimediaprogammen erklären Schüler der Mittel– und der Oberstufe Experimente und technische Entwicklungen, die auf Albert Einsteins Arbeit zurückzuführen sind. „Einsteins Licht“, das in der Gruppe der 8.-10. Klasse gewinnt, wurde von fünf Schülern des Landesgymnasiums für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd (BW) erstellt. Die 15 bis 17 Jahre alten Physikfans erklären beispielsweise wie ein CD-Player funktioniert oder wie das Strichmuster eines Barcodes von einem Computer „gelesen“ werden kann. Mit Hilfe von vielen aufwändigen und originellen Animationen wecken Frank Buchhöcker, Karl Christ, Paul Hangstein, Katrin Honauer und Adrian Meyer die Entdeckerfreude anderer Schüler. Dabei nehmen sie auf das unterschiedliche Vorwissen Rücksicht, indem sie für „Profis“ zusätzliche gesondert abrufbare Informationen anbieten. „Einsteins Gedankenexperimente“ wurden von acht Schülern des Jakob-Brucker-Gymnasiums in Kaufbeuren multimedial umgesetzt. Die 16 bis18-jährigen Oberstufenschüler verdeutlichen mit Computerhilfe beispielsweise was „relative Gleichzeitigkeit“, „gedehnte Zeit“ oder „verkürzter Raum“ bedeuten. Dabei dringen sie mit ihren Erklärungen in die Tiefe der Probleme ein und veranschaulichen die spannenden Inhalte mit Bildern, Animationen und verständlichen Texten.

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