BIO-Europe 2005 - Wachstumsfaktoren für die Biotech-Industrie

Experten der internationalen Biotechnologie-Industrie diskutierten auf der BIO-Europe 2005 in Dresden, wie die Branche zum Wachstum stimuliert werden kann.

(PresseBox) (Dresden, ) Auf der weltweit führenden Partnering-Konferenz für Biotechnologie und Pharma, der BIO-Europe 2005 (7. - 9.11., Dresden), diskutierte eine internationale Expertenrunde, was die Biotech-Industrie für weiteres Wachstum benötigt.

Jim Mullen, Chairman der drittältesten Biotech-Firma der Welt, Biogen Idec, stellte sein Unternehmen vor. Er wies darauf hin, dass 25 Jahre seit der Geburt der Biotech-Industrie vergangen seien und alle Länder gleiche Startbedingungen gehabt hätten und warf die Frage auf, warum dann die USA so viel weiter fortgeschritten sei.

Jim Mullen machte hierfür vorrangig drei Gründe verantwortlich. Zum einen habe die USA ein positives Umfeld für Forschung und Entwicklung mit einer hervorragenden Wissenschaft und gut ausgebildeten Forschern. Zum Zweiten habe das „National Institutes of Health“ (NIH) die Aufgabe, große Summen in die akademische Forschung zu investieren, wobei die daraus resultierende „intellectual property“ auch einfach zu kommerzialisieren sein sollte. Zuletzt nannte er den Zugang zu Kapital, denn an einem Abend in Boston (Massachusetts) könne er so viele Venture Capitalists treffen wie in einer Woche in ganz Europa.

Jim Greenwood, Präsident der Biotechnology Industry Organization (BIO), lobte den Freistaat Sachsen wegen seiner Anstrengungen, die Biotechnologie voranzubringen. Sachsen sei die einzige deutsche Bioregion, die seit fünf Jahren kontinuierliches Wachstum vorweisen könne.

Greenwood betonte den globalen Charakter dieser Branche. Er wies auf die Rolle der BIO beim Aufbau einer florierenden Biotechtechnologie hin. Sein Verband sei der weltweite Fürsprecher der Biotech-Industrie.

Er bezeichnete die Preisgestaltung als die größte Herausforderung der Branche. Zurzeit werde in den Vereinigten Staaten der Preis nach Marktwert bestimmt, anders als in Europa, wo die Regierungen teilweise die Preise festsetzten. Arzneimittelpreise sollten die Kosten für Innovation und Entwicklung widerspiegeln. Als Ergebnis der Preisfestlegung durch die Regierung bezahlten die US-Konsumenten signifikant höhere Beträge und trügen so einen überproportional hohen Anteil an den weltweiten Entwicklungskosten.

Die hohen Arzneimittelpreise in den USA sind allerdings nicht mehr aufrechtzuerhalten und politisch kaum noch durchsetzbar. Der District Washington DC (USA) hat daher vor kurzem begonnen, Preisbestimmungen einzuführen - ein Schritt, den die Organisation BIO verhindern möchte.

Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Münchner MediGene AG, Präsident des Industrieverbandes European Biopharmaceutical Enterprises (EBE) und der BIO Deutschland, sprach über Möglichkeiten, den Erfolg deutscher Biotech-Firmen zu fördern. Deutsche Unternehmer müssten ihre Strategie ändern, um attraktiver für Investoren zu werden. Eine Schlüsselfunktion komme Fusionen und Übernahmen (M&A) zu, die in Deutschland zurzeit kritisch gesehen würden. M&As sollten als Erfolg, nicht als ein Fehler gesehen werden. Investoren sollten zu M&As ermutigen, denn diese seien unverzichtbar, um Unternehmen mit ausreichender Größe aufzubauen.

Simon Best, Vorstand des britischen Unternehmens Ardana Bioscience und desiginierter Vorsitzender der „Bio Industry Association“ (BIA) beschrieb die Biotech-Industrie in Großbritannien als eine der am meisten ausgereiften und aktivsten außerhalb der USA. Das Land brauche jedoch auch Erfolge wie Biogen Idec, um Investoren mit signifikanten Summen anziehen zu können. Eine weitere Herausforderung in Großbritannien sei die geringe Akzeptanz neuer Produkte, selbst wenn sie im eigenen Land entwickelt würden. Er betonte, dies habe weniger mit den Kosten, als vielmehr mit den Ärzten zu tun, die neue innovative Technologien nicht annähmen. Es scheine eine geringere Motivation als in anderen Ländern wie beispielsweise Deutschland zu geben, die neuesten Produkte auch einzusetzen.

Sachsen: Wachsende Life-Sciences-Industrie plus Lebensqualität

Heute geht die führende Partnering-Konferenz für die Biotechnologie- und Pharmabranche, BIO-Europe 2005, in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zu Ende. Thomas Jurk (SPD), stellvertretender Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, zog eine erste Bilanz: "Sachsens Biotechnologie- und Pharmaindustrie hat seit dem Jahr 2000 eine beeindruckende Erfolgsgeschichte erlebt. Die positive und ermutigende Resonanz der BIO-Europe-Teilnehmer bestärkt uns darin, dass wir gute Chancen haben, einer der Top-3-Standorte in Deutschland mit internationaler Ausstrahlung zu werden." Die acht an der Konferenz beteiligten sächsischen Unternehmen hätten viele Gespräche über Partnerschaften und Kooperationen führen können. "Die großen Pharmakonzerne und zahlreiche Biotech-Unternehmen aus aller Welt haben erlebt, welche Chancen für Wissenschaft und Wirtschaft wir bieten", so Jurk weiter. "Damit haben wir es zukünftig leichter, Firmen und Investoren für Sachsen zu gewinnen."

Über die Veranstalter der BIO-Europe

Die Biotechnology Industry Organization (BIO) mit Sitz in Washington, DC vertritt mehr als 1.000 Biotechnologie-Unternehmen sowie akademische und staatliche Einrichtungen aus 33 Ländern. Die jährliche BIO ist die führende Messe für Biotechnologie und Life Sciences der Welt.

Die EBD Group, Inc. mit Sitz in Carlsbad, Kalifornien, und München berät Life Science Firmen bei deren internationalen Geschäftsentwicklungen und klinischen Produktentwicklungen. Gemeinsam mit ihren Partnern BIO, BioCentury und BioSquare SAS richtet die EBD Group Konferenzen für die globale Life Science Branche aus.

Weitere Informationen für Journalisten:

An der 11. BIO-EUROPE Konferenz (7.- 9. November in Dresden) nehmen 1.500 Top-Manager und Führungskräfte aus 900 Pharma und Biotechunternehmen sowie dem Finanzsektor teil. Weitere detaillierte Informationen zur BIO-Europe 2005 finden Sie auf der Konferenz-Website unter www.ebdgroup.com/bioeurope.

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