- Pressemitteilung BoxID 510184
Wie lässt sich die E 50-Ware ausrüsten? - Weskott lüftet das Geheimnis
Erfahrungen der Elastic & Weskott Textilveredlung GmbH bei der Ausrüstung von elastischen E 50-Gewirken
Insbesondere hinsichtlich der Veredlung der feinen Textilien erwarteten die Produktentwickler von KARL MAYER einige Herausforderungen. Sie stellten sich die Frage, wie sich die Textilien mit der glatten, homogenen Oberfläche, der hohen Faden- und Maschendichte pro Quadratzentimeter und der daraus resultierenden Spezifik in puncto Arbeitsvermögen und Dehnungsverhalten in der Ausrüstung verhalten würden. Antworten hierauf lieferte die Zusammenarbeit mit der Elastic & Weskott Textilveredlung GmbH. Das erfahrene Traditionsunternehmen hat einige Rohwaren der neuen E 50-Qualität ausgerüstet und dabei wichtige Erkenntnisse gesammelt.
Die Ausrüstung der E 50-Ware: kein Problem...
Um Aussagen zur Ausrüstung der hochfeinen Stoffe treffen zu können, hat KARL MAYER mehrere Charmeuse- und Doppeltrikot-Waren in E 50 von der Elastic & Weskott Textilveredlung behandeln lassen.
Die Textilien wurden zuerst auf einem Spannrahmen fixiert (Abb. 1). Danach folgten das Färben in einem HT-Baum-Färbeapparat (Abb. 2) und zum Schluss das Trocknen der Partien ebenfalls auf einem Spannrahmen - ein konventioneller Prozessablauf für elastische Trikotwaren, bei dem es wider Erwarten zu keinerlei feinheitsbedingten Einschränkungen kam.
Bei Stoffen mit einer geschlossenen Struktur und einer hohen Wickeldichte können beim Baumfärben Egalitätsprobleme auftreten. Die Färbeflotte wird meist von innen nach außen durch die Stofflagen gedrückt und muss hierbei den Wickel sowohl in der Länge als auch in der Breite gleichmäßig durchdringen. Wird mit einem zu hohen Druck gearbeitet, ist ein Verschieben des Wickels oder eine Oberflächenschädigung (Moiré) des Stoffes nicht auszuschließen. Ein zu geringer Druck dagegen birgt die Gefahr einer ungenügenden Durchdringung der Ware mit der Farbflotte. Die Folge hieraus ist eine bunte Partie. Nichts von all dem war beim Färben der E 50-Ware aus dem Hause KARL MAYER zu bemerken. "Da wir aus den Färbeversuchen lernen wollten, habe wir bewusst Farbstoffe gewählt, die Fehler im Stoff nicht verzeihen, sondern deutlich aufzeigen. Dennoch konnten wir keinerlei Mängel feststellen", erklärte Betriebsleiter Volker Drexel. Inwieweit sich die Färbung auch größerer, produktionsrelevanter Wickelumfänge problemlos gestaltet, wird die kommende Praxis zeigen. Hier sind Gewichte von ca. 150 kg bei einer Ware der Feinheit E 40 üblich. Auch die bei der Ausrüstung feiner Stoffe zu befürchtenden Probleme an der Oberfläche - wie beispielsweise Moiré-Effekte oder Maschenverlegungen - blieben aus.
Die gemeinsam von Elastic & Weskott und KARL MAYER erarbeiteten Vorgaben für die Versuchspartien betrafen die Farbgleichmäßigkeit, aber auch das Warengewicht und die Breite der Fertigware. "Die Ware war sehr dimensionsstabil", bestätigte Oliver Holleck vom technischen Service. "Sie zeigte bei der Warenschau und bei der anschließenden Fertigwarenprüfung kaum Einsprung." Das ausgerüstete Textil überzeugte zudem mit einem guten Griff und durch Resistenz gegenüber elektrostatischer Aufladung.
Voraussetzung für die positiven Ergebnisse der Ausrüstungsversuche waren allerdings ein sorgsamer Umgang des Personals mit dem feinen Stoff und die Berücksichtigung spezifischer Basics bereits in der Wirkerei.
...wenn die Voraussetzungen stimmen
Die Vorkehrungen der Wirkerei für gute Ergebnisse in der Veredlung betreffen vor allem die Gestaltung der Warenkanten und des Wickelaufbaus. Über den Einsatz der Aufrollung Nr. 29 können die hierfür bestehenden Anforderungen optimal erfüllt werden. Die Kanten zeigten eine nur geringe Einrollneigung, ließen sich problemlos einnadeln und führten zu keinerlei Verzügen in der Ware. Oliver Holleck bestätigte dies: "Das Handling des Stoffs in der Ausrüstung war relativ einfach. Die Ware lief gut durch."
Bei der Aufwicklung der fertigen Rohware kommt es auf einen geraden Wickelaufbau mit planen, falten- und abdruckfreien Oberflächen und gleichmäßigen Spannungsverhältnissen an. Streifenbildung muss vermieden werden, und die Textillagen auf dem Warenbaum dürfen keine Möglichkeit haben, sich gegeneinander zu verschieben. Die Folge von Relativbewegungen innerhalb des Wickels sind beispielsweise Maschenverwerfungen und hieraus resultierend Moiré-Effekte. Diese können auch bei einer zu langen Lagerzeit zwischen dem Wirken und der Ausrüstung entstehen.
Für den optimalen Durchlauf der E 50-Ware durch den Veredlungsprozess ist zudem eine abgestimmte Feinjustierung der Maschinenparameter durch das Personal erforderlich. Die Veredlungsspezialisten müssen beim Handling der soften Ware darüber hinaus darauf achten, dass die Oberfläche nicht z. B. durch Druckstellen oder Fadenzieher beeinträchtigt wird.
Mögliche Aufwertungen der Ware in der Veredlung
Neben der konventionellen Ausrüstung kann die E 50-Ware durch verschiedene weitere Schritte optisch und funktionell aufgewertet werden. Vor dem Hintergrund der bereits gesammelten positiven Erfahrungen bei der Veredlung der feinen Ware ist für Volker Drexel ein Bedrucken ebenso möglich wie das Beschichten oder Kaschieren. Die Maschinen sind hierfür auf die spezifische Langzügigkeit der Ware einzustellen. Für noch mehr Vorteile der soften Qualität beim Einsatz im Wäschebereich sorgt zudem eine Appretur mit einem hydrophilen Weichmacher, der das Feuchtigkeitsmanagement der hautnah getragenen Stoffe verbessert.
Die Elastic & Weskott Textilveredlung GmbH - ein Ausrüster mit Fingerspitzengefühl
Die Elastic & Weskott Textilveredlung GmbH entstand im Jahre 2005 als Joint Venture der Ferdinand Weskott GmbH und der Elastic Textile Europe GmbH. Spezialgebiet des Unternehmens ist die Ausrüstung elastischer Maschenwaren und damit ein Bereich, in dem das Haus Ferdinand Weskott eine rund 100-jährige Erfahrung gesammelt hat.
Der Familienbetrieb Ferdinand Weskott wurde bereits 1895 in Wuppertal gegründet. Konzentrierte sich der Veredler vorerst auf die Appretur von Bändern, kam später, im Jahre 1953, die Ausrüstung geraschelter elastischer Maschenwaren hinzu. Dieser Geschäftszweig wurde in der folgenden Zeit kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.
Die langjährige Arbeit mit den elastischen Stoffen führte zu einem hochspezialisierten, umfangreichen Wissen in der Belegschaft und machte das Veredlungsunternehmen zu einem wertvollen Partner der Dessous-, Bademoden-, Wäsche- und Miederwarenhersteller. "Bei uns wird die elastische Ware mit viel Fingerspitzengefühl behandelt", erklärt Betriebsleiter Volker Drexel. "Da keine Partie wie die andere ist, haben unsere erfahrenen Mitarbeiter die Stoffe ständig im Blick und justieren die Maschinen- und Prozessparameter falls erforderlich nach. Einen Dienst nach Vorschrift gibt es nicht." Und so bringen sich auch alle Fachkräfte bei der Erfüllung exklusiver Kundenanforderungen im gemeinsamen Austausch ein.
Derzeit sind 54 Mitarbeiter bei der Elastic & Weskott Textilveredlung tätig. Dem qualifizierten Team steht ein moderner Maschinenpark mit Maßzuschnitt und allem, was eine leistungsfähige Veredlung ausmacht, zur Verfügung. Hier zu nennen sind insbesondere mehrere Spannrahmen, das Equipment zum Waschen, Appretieren und Dekatieren, Anlagen für das HT-Baum- und Strangfärben sowie ein Labor. Das Labor wurde gerade erst erweitert und mit modernsten Geräten ausgestattet. Moldingprüfungen und Tests zum Kraft-Dehnungs-Verhalten können hier ebenso durchgeführt werden wie Untersuchungen zur Wasch-, Reib- und Schweißechtheit. Ein modernes Farbmessgerät zur Erstellung von Farbrezepturen und für die Qualitätsprüfung der Ware gehört selbstverständlich ebenfalls zur Ausstattung. Der messtechnische Nachweis vorgegebener Farbparameter wird zunehmend von den Konfektionären gefordert. Die Anforderungen an die Farbgenauigkeit sind sehr hoch.
Als ein weiterer Trend zeigen sich die Wäschehersteller derzeit äußerst farbenfreudig. Allein innerhalb der ersten fünf Wochen dieses Jahres hat die Elastic & Weskott Textilveredlung 68 neue Farben in ihr Sortiment aufgenommen. Bunt geht es zudem bei der Art der elastischen Rohware zu. Unter den angelieferten Stoffen finden sich Leichtgewichte mit 24 g/m² und schwere Technische Textilien, die bis zu 900g/m² auf die Waage bringen.
Bei der Behandlung all der verschiedenen Stoffe kommen Chemikalien und Hilfsmittel mit sowohl dermatologischer als auch ökologischer Unbedenklichkeit zum Einsatz. Durch die kluge Wahl der Substrate konnte die Abwasserbefrachtung in den letzten fünf Jahren um zwei Drittel gesenkt werden. "Ein umweltbewusstes Wirtschaften sind wir auch unserem direkten Umfeld schuldig", erklärt Geschäftsführer Klaus Weskott, dessen Werk mitten in der Stadt liegt.
Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren
High Performance Computing HPC für die industrielle Bildverarbeitung
, Maschinenbau, RAUSCHER GmbH Systemberatung für Computer und angewandte Grafik
Matrox Supersight Solo ist das Einsteigermodell der konfigurierbaren Hochleistungs-Computerplattform (HPC) Supersight. Mit einer Prozessorkarte auf Basis der...
MAPAL with new Head of Marketing and Corporate Communications
, Maschinenbau, MAPAL Dr. Kress KG
Andreas Enzenbach (47) has been Head of Marketing and Corporate Communications at the Aalen-based precision tool manufacturer, MAPAL, since February 2013. In this...
MAPAL mit neuem Leiter Marketing und Corporate Communications
, Maschinenbau, MAPAL Dr. Kress KG
Andreas Enzenbach (47) ist seit Februar 2013 neuer Leiter Marketing und Corporate Communications beim Aalener Präzisionswerkzeughersteller MAPAL. In seiner Funktion...


