Mehr Ertrag und höhere Effizienz bei der Maisernte

juwi, John Deere, DLR R-N-H und Land-Data Eurosoft starten wegweisendes Pilotprojekt: Optimale Nutzung von Substraten für Biogasanlagen

(PresseBox) (Wörrstadt, ) Mais ist einer der wichtigsten Rohstoffe für Biogasanlagen.
Doch die Qualität des Substrats ist heute noch häufig vom Zufall abhängig, weil die verschiedenen Faktoren wie Bodenart, Maissorte, Wetterverhältnisse, Erntemaschinen etc. in vielen Fällen nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Die Folge sind Verluste an Erntemenge, Substratqualität sowie Lagerverluste in Silos von bis zu 20 Prozent, was eine mitunter deutlich geringere Energieausbeute zur Folge hat. Diese Defizite können künftig vermieden werden: juwi, einer der führenden Projektentwickler von Bio-, Solar- und Windenergieanlagen, der Landtechnik-Konzern John Deere, Land-Data Eurosoft und das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H) haben ein wegweisendes, ganzheitliches Pilotprojekt gestartet, das über die gesamte Prozesskette hinweg mit Hilfe modernster Sensortechnik und Biomasselogistik die einzelnen Faktoren, Schritte und Verfahren fein aufeinander abstimmt - von der Arbeit auf dem Feld bis hin zum Transport des Substrats zur Biogasanlage.

"Wir können so den Ertrag pro Hektar und damit auch die Effizienz der Anbaufläche deutlich steigern.
Und davon haben alle etwas: Der Landwirt hat höhere Einnahmen, für die Betreiber der Biogasanlagen fallen geringere Kosten an und die Umwelt profitiert, weil weniger Anbaufläche benötigt wird", betont Aleksey Atanasov, Projektmanager der juwi Bio GmbH. Klaus Kellner vom John Deere Vertrieb bestätigt: "Wir setzen bewusst bei der Entwicklung unserer Maschinen auf die Erhöhung der Effizienz und Intelligenz, um die Kosten der Rohstoffproduktion, die immerhin 50 Prozent der Gesamtkosten einer Biogasanlage ausmachen, nachhaltig senken zu können."

Angewendet werden soll das Verfahren zum ersten Mal im großen Stil bei der Substratbeschaffung für die geplante Biogasanlage in Wörrstadt, die insbesondere auch Mais verarbeitet und in zwei Stufen von der juwi Bio GmbH, einer Tochter der juwi-Gruppe, 2011 (370 Kilowatt elektrisch) und 2012/2013 (weitere 250 kW elektrisch) realisiert wird. Exemplarisch soll an dieser Anlage ein wegweisendes Produktions- und Lieferkettenmanagement für Biomasse entwickelt werden.

Hierzu hat juwi gemeinsam mit John Deere, Land Data Eurosoft und der Beratung des DLR R-N-H im Beisein von Prof. Siegfried Englert, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium, beim Lohnunternehmen Roland in Rehborn (Landkreis Bad Kreuznach) ein dreijähriges Pilotprojekt aufgelegt. Rheinland-Pfalz unterstützt diese Zusammenarbeit durch die Bereitstellung amtlicher Geodaten. Professor Englert erklärte hierzu: "Wir erwarten von deren Einbindung in moderne Informations- und Sensortechnologien Vorteile für Anlagenbetreiber, Landwirte und Lohnunternehmer, aber auch für die Umwelt und die Bürger im Land."

Das Verfahren:

Das Verfahren startet mit der Bereitstellung des "Biomasse- und Logistikplaners" durch das DLR R-N-H. Dieser liefert unter Berücksichtigung von Wetter- und Bodendaten landesweit für Rheinland-Pfalz Ertragsprognosen. Unter Einbeziehung des amtlichen Straßen- und Wegenetzes kann bei der Planung der Erntekette der Logistikaufwand für jeden einzelnen Ernteschlag abgeschätzt werden. In der zweiten Stufe hat der Landtechnik-Spezialist John Deere ein spezielles Ernteverfahren entwickelt, mit dem Daten zum Ertrag und zum Trockenmassegehalt des Substrats bereits bei der Ernte GPS-gestützt für jede Anbaufläche exakt erfasst werden können. So ermittelt ein Durchflussmesser das Erntevolumen, das zusammen mit weiteren Daten des John Deere "NIR HarvestLab Sensors" zu genauen Ertragsdaten verrechnet wird. Auf Basis dieser Sensordaten, die direkt auf der Maschine erfasst und ausgewertet werden, wird noch während des Erntevorgangs die Häcksellänge dem Trockensubstanzgehalt angepasst. So wird das Substrat homogener.
Wesentlicher Vorteil ist dabei, dass Nacherwärmung und Sickersaft sicher vermieden und eine bestmögliche Qualität zur Lagerung in den Silos erzielt wird.

Die Einzeldaten der Maisernte werden auf dem Feldhäcksler erfasst und im Anschluss in der Software von Land-Data zusammengeführt und aufbereitet. Mit der Software kann der Lohnunternehmer die Abrechnung sowohl für den Landwirt als auch für die Biogasanlage erstellen. "Die mehrfache Verwendung der von der Maschine einmalig und automatisch erfassten Daten für Dokumentation, Kalkulation und Abrechnung ist eine wichtige Anforderung, die wir mit unserer Software Agrar-Office erfüllen", betont Dr. Wolfgang Angermair von der Land-Data Eurosoft. Die für Biomasseerzeuger wichtige Erntedokumentation steht dem Landwirt dann zur Verfügung.

Beratungsinstitutionen wie das DLR R-N-H können dann, in Verbindung mit den spezifischen Wetter-, Boden- und weiterer Geodaten, für jede Anbaufläche eine Empfehlung an den Biomasseerzeuger aussprechen, welche Sorten bzw. Fruchtarten sich für den Anbau an seinem Standort am besten eignen. Damit werden schon weit vor der Aussaat die Weichen für eine optimierte Flächenauswahl und für höhere Erträge gestellt.

Die GPS-gestützte Dokumentation des gesamten Transportes ermöglicht auch eine Effizienzsteigerung bei der Erntekette. Mit dem Business Pack I hat John Deere ein neues Verfahren, bei dem der gesamte Transport umfassend dokumentiert wird. Business Pack I erlaubt eine direkte Erfassung und eine exakte Abgrenzung zwischen den einzelnen Flächen, so dass unmittelbar im Anschluss an einen bestimmten Schlag die Ernte am Feld des nächstgelegenen Landwirtes fortgesetzt werden kann. Ein Quantensprung in der Biomasselogistik, denn dadurch können die Transport- Routen optimiert werden, was Fahrtstrecken und Kraftstoff und damit erheblich Kosten sowie CO2- Emmissionen einspart.

Zum Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H), Bad Kreuznach:

Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H) ist eine Institution der Agrarverwaltung von Rheinland-Pfalz. Es untergliedert sich in fünf Abteilungen, darunter die Abteilungen Schule (mit Berufs- und Fachschulen für alle Grünen Berufe), Technische Zentralstelle (TZ) und Landwirtschaft. Die Abteilung Landwirtschaft entwickelt Strategien für den Pflanzenbau und Pflanzenschutz in der Landwirtschaft, steuert die landwirtschaftliche Beratungstätigkeit in Rheinland-Pfalz und koordiniert das landwirtschaftliche Versuchswesen. Die Abteilung Landwirtschaft bearbeitet vorwiegend produktionstechnische Fragestellungen zu Sorteneignung, Düngung, Bodenbearbeitung und Pflanzenschutzmaßnahmen. Im Pflanzenschutz werden die klassischen Bereiche Mykologie, Virologie, Entomologie, Nematologie, Herbologie und Applikationstechnik bearbeitet. Zentrale Bedeutung haben die Warn- und Informationsdienste (Fax- und Internetservice) für die landwirtschaftliche Praxis.

Zu John Deere:

John Deere ist Deutschlands größter Hersteller von Landmaschinen. Im Juni 2010 hat John Deere in Kaiserslautern sein neues Technologie- und Innovationszentrum (ETIC) als einer der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsstandorte des Konzerns eröffnet. Im John Deere ETIC werden Zukunftsentwicklungen erarbeitet und gemeinsam mit den Produktentwicklungsabteilungen der Fabriken zur Serienreife gebracht. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf dem Gebiet der "Präzisionslandwirtschaft", in dem das Unternehmen bereits eine führende Stellung in der Branche einnimmt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration von "intelligenten Technologien" und der Elektronik in Landmaschinen.
Ziel ist dabei, den Fahrer zu entlasten und die Technik durch die automatische Anpassung an wechselnde Arbeitsbedingungen noch wirtschaftlicher arbeiten zu lassen.

Zur Land-Data Eurosoft GmbH & Co. KG:

Land-Data Eurosoft gehört zu den führenden Anbietern von Agrarmanagement-Lösungen für Landwirte, Berater und Lohnunternehmer. Als modernes Dienstleistungsunternehmen verbindet Land- Data Eurosoft die notwendige Kompetenz in der Softwareentwicklung mit einem leistungsfähigen Serviceangebot für Beratung, Installationsunterstützung, Support und Schulung. Angebote rund um GPS, GIS, Bodenbeprobung und Sensorik runden die Produktpalette ab. Neueste Technologien, Schnittstellen und ein offenes System helfen, modernste Technik zum Nutzen der Kunden anzuwenden.

Enge Kontakte mit Forschung und Wissenschaft sind Grundlage, um zukunftsträchtige Entwicklungen frühzeitig zu verfolgen und voranzubringen. Die intensive Zusammenarbeit mit der Landtechnik garantiert volle Funktion und Nutzung der technischen Möglichkeiten. Seit 10 Jahren besteht eine enge Kooperation mit John Deere, dem Weltmarktführer in der Landtechnik. Speziallösungen unter anderem für Biogasanlagen, Lohnunternehmer oder Dienstleister vervollständigen das Produkt- und Dienstleistungsangebot.

juwi Holding AG

juwi zählt zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien. Seit 1996 plant, projektiert, finanziert und betreibt der Projektentwickler Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien. Gegründet wurde die juwi-Gruppe von Matthias Willenbacher und Fred Jung. Gemeinsam haben die Vorstände das Unternehmen von einem Zwei-Mann-Büro für die Projektentwicklung von Windparks zu einer weltweit tätigen Gruppe mit mehr als 900 Mitarbeitern und rund 900 Millionen Euro Umsatz (Prognose 2010) entwickelt. Dazu zählen neben Solar-, Wind- und Bioenergie auch Wasserkraft und Geothermie. Die juwi-Gruppe verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, den USA und Costa Rica. Gemeinsam mit einem hoch motivierten Team verfolgen Willenbacher und Jung das Ziel einer rein regenerativen Energieversorgung: 100% Einsatz für 100% erneuerbare Energien. Die Kampagne »100 Prozent erneuerbar« ist Ausdruck dieser Zielsetzung.

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