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Stillleben im Uni-Museum
Das Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg verfügt über einen reichen Fundus von Stillleben. Meinolf Siemer, Dozent für Kunstgeschichte, hat mit 15 Studierenden insgesamt 36 Werke aus dieser Sammlung für das Ausstellungsprojekt "Still + Leben" ausgewählt.
Das Besondere an der Ausstellung: Die Studierenden selbst waren für die komplette Planung und Organisation verantwortlich. Über zwei Semester hinweg haben sie Sponsorengelder eingeworben, den Katalog erarbeitet, sich mit der Hängung der Bilder befasst, Flyer und Plakate konzipiert, die Vernissage realisiert, Öffentlichkeitsarbeit gemacht und vieles mehr. "Dabei haben wir unheimlich viel gelernt", sagen die Studentinnen Isabell Ohst und Paulina Petrus.
Recherchen zu den Bildern
Kunstgeschichtlich haben sich die Studierenden natürlich auch mit den Stillleben auseinandergesetzt. Für den Ausstellungskatalog galt es, sich mit der Gattung selbst zu befassen, die Geschichte jedes einzelnen Werks zu recherchieren und darüber Essays zu schreiben.
Teils war das relativ einfach - über eines der Bilder liegt eine Magisterarbeit vor. Teils waren die im Museum vorhandenen Informationen spärlich, teils enthielten sie spannende Geschichten. "Ein großes Blumen-Stillleben des Niederländers Andries Daniels zum Beispiel war bis in die 1970er-Jahre hinein fälschlicherweise Jan Brueghel zugeschrieben worden", erzählt Studentin Paulina Petrus. Erst durch den Hinweis einer Expertin aus Belgien kam der Fehler ans Licht.
Geschichte der Stillleben
Reich gedeckte Tafeln, Obst und Gemüse, Blumen, bei der Jagd erlegte Tiere: Das sind einige typische Motive von Stillleben. Diese Malereigattung entstand im 17. Jahrhundert und gelangte vor allem in den Niederlanden zur Blüte. Entstanden ist sie aus dem Drang vermögender Menschen, ihren Reichtum zu zeigen.
"Am Anfang wurden die Auftraggeber der Bilder immer zusammen mit ihrem Reichtum gemalt", sagt Studentin Isabell Ohst. Später beschränkten sich die Künstler auf die Objekte selbst. Weil nun keine Menschen mehr im Spiel waren, bemühten sich die Maler, die leblosen Objekte besonders lebhaft darzustellen. Sie spielten stark mit Licht und Schatten, verliehen den Werken dadurch eine dreidimensionale Wirkung und den Objekten ein täuschend echtes Aussehen.
Fakten zur Ausstellung
Die Ausstellung "Still + Leben" in der Gemäldegalerie des Martin-von-Wagner-Museums ist bis 7. Oktober zu sehen. Sie zeigt 36 Stillleben aus dem Bestand des Museums. Die Werke verdeutlichen die hohe Malkultur im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts, vor allem in den Niederlanden. Informationen über die Exponate bekommen die Besucher unter anderem an Tablet-Computern.
Öffnungszeiten: 5. Juli bis 7. Oktober 2012, Dienstag bis Samstag 10 bis 13:30 Uhr sowie an folgenden Sonntagen, ebenfalls von 10 bis 13:30 Uhr: 22. Juli, 5. August, 19. August, 2. September, 16. September, 30. September. Der Eintritt ist frei, zur Ausstellung erscheint ein Katalog (15 Euro).
Führungen finden an folgenden Sonntagen jeweils um 11 Uhr statt: 22. Juli (Blumenstillleben, Isabell Ohst), 5. August (Der gedeckte Tisch, Maria Schabel), 19. August: (Faszination Gegenstand, Anne-Kathrin Siecke), 2. September (Das Stillleben und sein Raum, Stefanie Pfeiler).
Weitere Führungen sind in Planung und werden auf der Homepage des Ausstellungsprojekts angekündigt. Dort finden sich auch weitere Informationen über Stillleben und die Ausstellung.
Zur Homepage des Ausstellungsprojekts: www.fokus-kunstgeschichte.de
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