Ansgar Denner und das Higgs-Boson

(PresseBox) (Würzburg, ) Quarks, Leptonen und Eichbosonen - mit solchen Elementarteilchen setzt sich Professor Ansgar Denner (50) auseinander. Er hat am 1. Oktober den Lehrstuhl für Theoretische Physik II an der Uni-versität Würzburg übernommen.

Welche Kräfte halten die Welt zusammen? Um die fundamentalen Wechselwirkungen zwischen den Bausteinen der Materie zu beschreiben, hat sich das so genannte Standardmodell der Elementarteilchenphysik als sehr erfolgreiche Basis erwiesen. Viele Teile dieses theoretisch erarbeiteten Modells wurden in den vergangenen Jahrzehnten experimentell untersucht und mit großer Genauigkeit bestätigt. "Insbesondere zeigte sich, dass die elektroschwache Wechselwirkung zwischen Leptonen und Quarks auf den Promillebereich genau vorhergesagt worden war", so Professor Denner.

Experimentell sind aber noch nicht alle Aspekte des Standardmodells nachgewiesen. Das betrifft insbesondere das Higgs-Boson und seine Wechselwirkungen. Dieses Teilchen gilt als der Schlüssel, über den sich die Massen aller fundamentalen Teilchen verstehen lassen. Außerdem kann das Standardmodell nicht alle Fragen der Teilchenphysik beantworten.

Forschung am Large Hadron Collider Gibt es das Higgs-Boson? Und welche Eigenschaften hat es? Um diese Fragen zu lösen, ist im November 2009 am Europäischen Teilchenforschungszentrum CERN in Genf die größte Maschine der Welt in Betrieb gegangen, der Large Hadron Collider (LHC). Ansgar Denner gehört zu den zahlreichen Wissenschaftlern, die an diesem internationalen Großprojekt in der Schweiz mitarbeiten.

"Der LHC ist so ausgelegt, dass er das Higgs-Boson finden wird, falls es existiert und die vom Stan-dardmodell vorhergesagten Eigenschaften besitzt", ist sich der Professor sicher. Darüber hinaus rechnen die Physiker damit, am LHC neue Teilchen und Wechselwirkungen zu entdecken, die über das Standardmodell hinausgehen.

Aufwändige Berechnungen an Hochleistungscomputern

"In meiner Arbeitsgruppe erarbeiten wir genaue Vorhersagen für Teilchenreaktionen am LHC. Dabei geht es insbesondere um die Produktion des Higgs-Bosons und anderer Teilchen des Standardmodells", erklärt Denner. Diese Arbeit erfordere aufwändige mathematische und numerische Berechnungen, die sich nur mit vielen miteinander vernetzten Hochleistungscomputern durchführen lassen.

Die Simulationen seien nötig, um aus der Vielzahl von Prozessen am LHC die physikalisch interessanten Reaktionen herauszufiltern, detailliert zu untersuchen und zu interpretieren. "Diese komplizierten Rechnungen werden nur an wenigen Instituten durchgeführt, und meine Arbeitsgruppe zählt zu den führenden Gruppen auf diesem Gebiet", wie Professor Denner sagt.

Ansgar Denners Lebenslauf Ansgar Denner wurde 1960 in Schweinfurt geboren. Er studierte Physik an der Uni Würzburg und promovierte hier im Jahr 1986. Es folgten Tätigkeiten am Würzburger Physikalischen Institut, am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München und schließlich 1991 die Habilitation im Fach Theoretische Physik an der Uni Würzburg.

Am CERN in Genf arbeitete Denner zwei Jahre lang als Fellow, dann kehrte er nach Würzburg zurück. 1996 wechselte er ans Labor für Teilchenphysik am Paul-Scherrer-Institut (Schweiz). Dort war er bis zu seiner Berufung nach Würzburg tätig, zuletzt als Interimsleiter des Labors. In Würzburg tritt er die Nachfolge des emeritierten Professors Reinhold Rückl an.

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