Risiko- und Qualitätsbewusstsein steigt: Corporate Treasurer mit erhöhtem Sicherheits- und Liquiditätsbedürfnis

10. Global Cash Management Survey von J.P. Morgan Asset Management

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Für Corporate Treasurer ist angesichts der Ereignisse des letzten Jahres die Liquidität der wichtigste Handlungsmaßstab. Sie zeigen eine stärkere Risikoaversion als im Vorjahr, verbunden mit einem erhöhten Bewusstsein für Qualitätsanlagen und für die Kreditwürdigkeit ihrer Banken. Dies zeigt die aktuelle Global Cash Management-Studie von J.P. Morgan Asset Management, die auf jährlicher Basis Entwicklungen und Trends im Liquiditätsmanagement von Unternehmen untersucht. Diese Studie wurde bereits zum zehnten Mal gemeinsam mit der Association of Corporate Treasurers (ACT) durchgeführt. An der aktuellen Befragung, die von Juli bis Oktober 2008 stattfand, haben 314 Corporate Treasurer teilgenommen. Den größten Anteil haben Befragte aus den USA (32 Prozent) gefolgt von Teilnehmern aus Großbritannien (16 Prozent). Aus Deutschland kommen vier Prozent der Befragten, weitere Teilnehmer stammen aus West- und Osteuropa, aber auch aus Singapur, China und Indien sowie Südamerika. "Mit dieser weiten Abdeckung von Regionen und Märkten ist die Studie nun ein wirklich globales Sprachrohr der aktuellen Einstellungen im Corporate Treasury", betont Robert Deutsch, globaler Leiter des Bereichs Global Liquidity von J.P. Morgan Asset Management, der die Studie federführend betreut hat.

Erneut fanden im Verlauf des Befragungszeitraums außergewöhnliche Ereignisse an den globalen Finanzmärkten statt. "Die meisten Treasurer haben vor den dramatischen Vorfällen im Bankensektor seit Mitte September an der Befragung teilgenommen. Aber die zum Beginn der Studie schon ein Jahr andauernde Finanzkrise ist bereits deutlich in den geänderten Einstellungen und Erwartungen der Corporate Treasurer reflektiert", erläutert Deutsch. Sollte die Befragung jetzt noch einmal durchgeführt werden erwartet er demnach kein geändertes, sondern nur ein noch ausgeprägteres Antwortverhalten.

Anzahl der Bank-Partner steigt weiter

Ihren wichtigsten Arbeitsbereich sehen die Corporate Treasurer aktuell im Cash Management (56 Prozent), gefolgt von Cash Flow-Prognosen (17 Prozent) und Risikomanagement (11 Prozent). Diese Bewertung unterstreicht die Bedeutung, die das Thema Liquidität für die Unternehmen bekommen hat. Nachdem in den Jahren zuvor die Anzahl der Bankbeziehungen rückläufig war, gaben die Befragten schon 2007 an, die Anzahl der ihrer Bank-Partnerschaften steige wieder. "Bereits zu Beginn der Finanzkrise stellten sich die Treasurer also wieder breiter auf, um das Risiko stärker zu diversifizieren", betont Sven Lorenz, bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt für institutionelle Geldmarktfonds verantwortlich. Dieser Trend verstärke sich aktuell weiter: Während bei der letzten Befragung 22 Prozent angaben, wieder mit mehr Banken zu arbeiten, stieg der Anteil aktuell auf 37 Prozent. Darüber hinaus wollen 44 Prozent die Anzahl ihrer Bankbeziehungen beibehalten. Reduzieren will sie mit 19 Prozent nur jeder Fünfte.

Trotzdem ist Lorenz davon überzeugt, dass die Treasurer nach wie vor darauf bedacht sind, ihr Liquiditätsmanagement zukünftig noch effizienter zu gestalten: So gaben Corporate Treasurer bei Benennung der wichtigsten genutzten Dienstleistungen zu 94 Prozent das Cash Management an, mit jeweils 78 Prozent folgen Kreditmöglichkeiten und Währungsservices. Für das Liquiditätsmanagement nutzen bereits 73 Prozent der Befragten eine Online-Plattform.

Cash-Management weiterhin mit großen regionalen Unterschieden

Bei der Allokation der Liquidität sind in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedliche Herangehens-weisen zu finden. Während in den USA 51 Prozent der Corporate Treasurer Fondsvehikel nutzen, sind es bei globaler Betrachtung nur 32 Prozent. Großbritannien und Irland schneiden mit 33 Prozent noch leicht überdurchschnittlich ab, auch im asiatisch-pazifischen Raum ist mit 30 Prozent eine gewisse Affinität zu den Fonds zu verzeichnen. In den kontinentaleuropäischen Ländern sind Fondsinvestments mit 18 Prozent dagegen unterrepräsentiert. Besonders in Osteuropa besteht für diese Vehikel mit 12 Prozent Investitionen noch Nachholbedarf. Außerhalb der USA sind nach wie vor Bankeinlagen die meist genutzte Investmentform (75 Prozent in Osteuropa, 74 Prozent in Kontinentaleuropa, 58 Prozent in Großbritannien und 56 Prozent in Asien).

Mit 91 Prozent nutzt die überwiegende Mehrheit der Treasurer bereits so genannte Liquidity Funds, also Geldmarktfonds mit AAA-Rating. Diese konnten im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von sechs Prozentpunkten verzeichnen. Alle anderen gepoolten Investments mussten Abschläge hinnehmen: Die Nutzung von "Spezialfonds" sank von 22 auf 16 Prozent, kurzfristige Rentenfonds von 18 auf 12 Prozent, Enhanced Yield Fonds von 16 auf 12 Prozent und Total Return Fonds von 7 auf 2 Prozent. Am selbstverständlichsten ist der Einsatz der Geldmarktfonds mit AAA-Rating in den USA, wo sie von 100 Prozent der Corporate Treasuer genutzt werden. In Asien sind es auch bereits 93 Prozent der Befragten, in Großbritannien 86 Prozent. Kontinentaleuropa hat mit 68 Prozent noch etwas Nachholbedarf. Unternehmen mit größerer Marktkapitalisierung greifen bereits stärker auf diese Investments zu: Hier sind 94 Prozent in AAA-Geldmarktfonds investiert, im Vergleich dazu sind es bei den Small Caps bis 500 Millionen US-Dollar nur 86 Prozent. Experte Lorenz bestätigt, dass auch in Deutschland große Unternehmen Vorreiter bei der Nutzung von AAA-Geldmarktfonds für ihr Liquiditätsmanagement sind. Aber auch für mittelgroße Unternehmen seien diese Vehikel interessant, da sie die Effizienz in der Tagesgeld- oder Monatsgelddisposition steigern können.

Qualität wird immer wichtiger

Nach wie vor ist bei der Auswahl der AAA-Geldmarktfonds die Rendite ein entscheidender Faktor. Sie erhielt im Durchschnitt von allen Befragten auf einer Skala von 1 = "besonders wichtig" bis 9 = "gar nicht wichtig" einen Wert von 3,39. Während bei der Befragung im letzten Jahr die Reputation und die Marke des Emittenten als weniger wichtig beurteilt wurden, stieg dieses Kriterium nun wieder deutlich an und liegt mit einem Wert von 3,44 auf Rang 2 (Vorjahr: Rang 4). Die Beziehung zur Bank sank auf den dritten Platz der Entscheidungsfaktoren, gefolgt von der Fondsgröße (Anstieg von Rang 8 auf 4), den Gebühren (Abstieg von Rang 3 auf 5) und dem verwalteten Vermögen des Emittenten in Geldmarktfonds. Lorenz erläutert: "Es ist eine Trendwende zu beobachten: Zwar herrscht immer noch ein gewisses Renditebewusstsein, jedoch rücken Sicherheit und Liquidität immer stärker ins Blickfeld der Corporate Treasurer."

Die Hälfte der Befragten, die bereits Fonds nutzen, investiert entsprechend nur in Investmentfonds mit AAA-Rating. Im Vorjahr waren es noch 35 Prozent. Der Anteil derjenigen, die bereit sind, in nicht geratete Fonds zu investieren, ist auf unter fünf Prozent gesunken. Für Bankeinlagen verlangen immerhin rund 16 Prozent der Befragten ein AAA-Rating, was in Anbetracht der immer geringeren Anzahl von AAA gerateten Banken bemerkenswert ist. Kaum noch ein Corporate Treasurer ist bereit, Cash-Investments mit einem Rating von BBB oder schlechter vorzunehmen. Die Bonität ihrer Banken prüfen die Befragten nun auch deutlich häufiger als noch im letzten Jahr: Nach 37 Prozent 2007 führen nun 81 Prozent der Corporate Treasurer regelmäßige Überprüfungen durch.

Angesichts der Marktereignisse wurden auch einige neue Fragen in die Global Cash Management Studie aufgenommen, wie beispielsweise der Alltag der Corporate Treasurer sich im letzten Jahr verändert hat. Demnach haben 46 Prozent der Befragten ihren Ansatz der Bonitätsbeurteilung signifikant geändert, 44 Prozent legen in ihren Investmententscheidungen einen stärkeren Fokus auf das Kontrahentenrisiko.

Die Zukunft des Liquiditätsmanagements

Befragt nach ihren wichtigsten Themen im Cash Management nannten 18 Prozent der befragten Treasurer Liquidität als erste Priorität. Dies löst die Sorge ab, Cash Flow-Prognosen einzuhalten, die insbesondere im letzten Jahr eine große Rolle spielte (aktuell: 17 Prozent). Zusammen mit der Bonitätsbeurteilung (8 Prozent), Kontrahenten- und Ausfallrisiko (6 Prozent) sowie dem Kreditrisiko (6 Prozent) dominieren Themen rund um die Finanzkrise die Agenda der Liquiditätsmanager.

Für das Corporate Treasury insgesamt sehen die Befragen insbesondere den Bereich des Währungsrisikos mit Sorge. Nach den bedeutenden Währungsbewegungen der letzten Monate hat dieses Thema bei vielen Unternehmen dramatisch an Bedeutung gewonnen. Verbunden mit der zum Befragungszeitraum vorherrschenden Unsicherheit an den Zinsmärkten beschäftigt das Thema nach 6 Prozent in 2007 aktuell 43 Prozent der Treasurer. Auch die Kreditkrise ist mit 39 Prozent ein beherrschendes Thema. Diese aktuellen Anliegen haben derzeit Priorität, während im letzten Jahr eher langfristige Themen wie Fusionen & Übernahmeaktivitäten ihres Unternehmens und Änderungen im regulatorischen Umfeld die Befragten noch stark beschäftigen.

J.P. Morgan Asset Management - Global Cash Management Survey 2008

Der "J.P. Morgan Asset Management - Global Cash Management Survey" wurde von 1. Juli bis 8. Oktober 2008 durchgeführt. Diese globale Befragung von Corporate Treasurern fand bereits zum zehnten Mal in Zusammenarbeit mit der "Association of Corporate Treasurer" (ACT) und den "European Associations of Corporate Treasurer" (EACT) statt. Ziel der Studie ist, Einblicke in die Trends und Entwicklungen zu geben, die das Liquiditätsmanagement aktuell prägen. Der Begriff des Cash- oder Liquiditätsmanagements umfasst dabei alle Maßnahmen zur kurzfristigen Finanzdisposition eines Unternehmens. Die Studie untersucht in diesem Zusammenhang die Bankbeziehungen und Treasury-Funktionen der Studienteilnehmer, in welche Instrumente sowie nach welchen Kriterien diese Unternehmen überschüssige Barmittel investieren, und fragt nach der Zukunft des Cash Managements. Die Marktteilnehmer können aufgrund der Studienergebnisse ihre Marktposition und ihre Prozesse reflektieren. Die befragten Treasurer sind in Unternehmen der verschiedensten Branchen weltweit tätig und repräsentieren Organisationen aller Größenordnungen.

Mit 314 Befragten blieb die Anzahl der Teilnehmer fast auf Vorjahresniveau (2007: 339 Teilnehmer). Die Befragten haben alle Fragebögen elektronisch (online) ausgefüllt. Die regionale Verteilung der Studienteilnehmer ist 2008 noch breiter gestreut als in den Vorjahren. Die Corporate Treasurer aus den USA haben erstmals Großbritannien als am stärksten vertretene Nation abgelöst. Sie stellen mit 32 Prozent nun ein Drittel der Teilnehmer (Vorjahr 18 Prozent). Großbritannien liegt mit 16 Prozent (Vorjahr 23 Prozent) auf Rang zwei, gefolgt von Australien (7 Prozent) Deutschland, den Niederlanden, Italien, Polen und Singapur mit je 4 Prozent, Belgien (3 Prozent) und Irland, Luxemburg, Frankreich, Tschechien, China und Indien mit je 2 Prozent. Außerdem wurden Corporate Treasurer aus der Schweiz und Kanada befragt.

Wie schon in den Vorjahren vertritt Großteil der Befragten großkapitalisierte Unternehmen: 80 Prozent der teilnehmenden Unternehmen haben eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen US-Dollar, während 42 Prozent sogar die 5 Milliarden-Marke überschreitet. Bei der letzen Befragung waren dies allerdings noch 50 Prozent. Entsprechend ist der Anteil kleinerer Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 500 Millionen US-Dollar von 14 auf 20 Prozent angestiegen.

Die Studie ist in englischer Sprache online verfügbar unter:
http://www.jpmgloballiquidity.com/gle/pdfs/other/SURVEY-2008.pdf

J.P. Morgan Asst Management - Global Liquidity

J.P. Morgan Asset Management ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 550 Milliarden US-Dollar einer der weltweit größten Anbieter von Geldmarktfonds. Seit Mitte 2007 konnte der Marktanteil der institutionellen Geldmarktfonds mit AAA-Rating von 18 auf 31 Prozent ausgebaut werden, davon werden außerhalb der USA über 186 Milliarden Euro verwaltet (Quelle: iMoneyNet Offshore Analyser, monatliche Daten per 31.12.2008). Dies belegt das große Vertrauen der Anleger in die umfassende Expertise der Gesellschaft bei der Verwaltung von kurzfristigen Anlagen. So global wie die betreuten Kunden aufgestellt sind, präsentieren sich auch die Vertriebs- und Service-Teams in den USA, Europa und Asien. Auch in Frankfurt gibt es ein eigenes Liquidity-Team zur Betreuung der Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund um das Thema Geldmarktfonds. Rund 40 Prozent der Dax-Unternehmen vertrauen bereits J.P. Morgan Global Liquidity ihr Geld an.

JPMorgan Asset Management S.a.rl.

Als Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co. bietet J.P. Morgan Asset Management seinen Kunden erstklassige Investmentlösungen. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Investmentgesellschaften und verwaltet in den Asset Management Fonds von JPMorgan Chase & Co. per 31. Dezember 2008 Kundengelder von über 1,13 Billionen US-Dollar. Mit 40 Niederlassungen weltweit verbindet J.P. Morgan Asset Management ein globales Angebot und eine breite Expertise in allen relevanten Assetklassen mit einer starken lokalen Präsenz. In Deutschland ist J.P. Morgan Asset Management seit 20 Jahren präsent und mit über 15 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen eine der größten ausländischen Fondsgesellschaften. www.jpmam.de Aktuelle Verkaufsprospekte sind kostenlos erhältlich beim Herausgeber, JPMorgan Asset Management (Europe) S.à r.l., Frankfurt Branch, sowie bei der deutschen Zahl- u. Informationsstelle, J.P. Morgan AG, Junghofstr. 14, D-60311 Frankfurt.

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