Teller und Tank - ein nachhaltiges Nutzungskonzept für reine Pflanzenöle

Erfolgreicher Projektabschluss "2ndVegOil" zum Einsatz in modernen Traktorenmotoren

(PresseBox) (Brüssel, ) Die Symbiose aus modernster Motorentechnologie und einem nachhaltigem Versorgungskonzept für Kraftstoffe aus reinen Pflanzenölen funktioniert perfekt und harmonisch. Das ist das Ergebnis des EU-Projekts "Demonstration of 2nd Generation Vegetable Oil Fuels in Advanced Engines (2ndVegOil)". In den vergangenen drei Jahren wurde die Kompatibilität von reinen, nicht verarbeiteten Pflanzenölen und Traktoren-Verbrennungsmotoren erforscht und mit größtem Erfolg bestätigt. Bei der Abschlussveranstaltung in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union in Brüssel am Montag lobten Vertreter aus Politik und Fachkreisen die innovative Technik und den ökologischen Ansatz.

Das Projekt "2ndVegOil", innerhalb des siebten europäischen Forschungsprogramms mit 2,2 Millionen Euro gefördert, erbrachte den Nachweis, dass moderne Abgasnachbehandlungssysteme (DOC/DPF-, SCR-Systeme) auch beim Einsatz mit reinen Pflanzenölkraftstoffen funktionieren. Für das Zusammenspiel von bester Motorleistung bei gleichzeitiger Erfüllung aktueller und künftiger Abgasrichtlinien wurden sowohl die Motoren als auch die Kraftstoffe aus reinen Pflanzenölen aufeinander abgestimmt.

Der Agrarsektor ist als Absatzmarkt prädestiniert: Über die dezentrale Struktur bei Anbau und Ölgewinnung entsteht ein sehr kurzer und damit hocheffizienter, geschlossener Kreislauf von der Kraftstofferzeugung zum Kraftstoffverbrauch, da der Kraftstoffproduzent zum Abnehmer wird. Die Wertschöpfung bleibt in der Region, gleichzeitig entsteht ein wesentlicher Beitrag zum erneuerbare Energien-Mix. Stefanie Dieringer und Prof. Dr. Peter Pickel (zuständige Projektleiter beim Projekt-Koordinator John Deere ETIC): "Wir haben nicht die Lösung für den Planeten, wir haben aber die Lösung für die, die den Planeten ernähren."

Als Hindernis für eine Markteinführung wurden einmal mehr die fehlenden politischen Rahmenbedingungen benannt. Jo Leinen, Vorsitzender des Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, bekräftigte die Wichtigkeit und Absicht einer deutlich stärkeren politischen Unterstützung. Dr. Ruppert Schäfer vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium betonte: "Wir brauchen dringend die Harmonisierung der Agrardieselbesteuerung innerhalb der EU". Er forderte weitere substanzielle Anschubhilfen von der EU ein.

Über lokale, dezentrale Strukturen bei der Ölgewinnung kommt dem landwirtschaftlichen Sektor eine Schlüsselrolle zu. Durch nachhaltige, abgestimmte Anbaumethoden der Ölsaaten können zudem Ressourcen geschont, Kosten gesenkt und die Biodiversität erhöht werden. Im Projekt konnte der Nachweis geliefert werden, dass Pflanzenölkraftstoffe alle zukünftigen Anforderungen an Biokraftstoffe aus den EU-Richtlinien zu erneuerbaren Energien und zur Kraftstoffqualität erfüllen werden (28/2009/EC und 30/2009/EC).

Der Vertreterin des EC-Vice-President Siim Kallas, Laure Chapuis, wurde eine europäische Vornorm für Pflanzenölkraftstoffe überreicht. Weitere Teilnehmer wie Hans-Josef Fell, MdB, Franz-Xaver Söldner, EC DG MOVE, und Erwin Hornek, Mitglied des Nationalrats Österreich, zeigten sich vom Projekterfolg begeistert.

Neben John Deere haben neun weitere europäische Projektpartner, drei davon aus Bayern (regineering - Duft & Innerhofer GbR, Denkendorf, Vereinigte Werkstätten für Pflanzenöltechnologie, Allersberg, Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen der TU München) gemeinsam mit Unterauftragnehmern an den technologischen, ökonomischen und ökologischen Fragestellungen gearbeitet. In vier Ländern leisteten 16 Traktoren rund 24.000 Betriebsstunden im Feldtest, hinzu kommen zahlreiche Betriebsstunden an Motorprüfständen, u. a. beim Technologie- und Förderzentrum Straubing.

John Deere GmbH & Co. KG

Deere & Company ist ein weltweit führender Hersteller von Maschinen für die Land-, Forst- und Bauwirtschaft sowie von Maschinen für Rasen- und Grundstückspflege mit Sitz in den USA. Das "2ndVegOil"-Projekt wurde seitens John Deere durch die Mannheimer Fabrik (JDWM) und das John Deere European Technology Innovation Center (JD ETIC) in Kaiserslautern koordiniert. Das JD ETIC und die JDWM kooperieren mit zahlreichen Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen im Umkreis der Standorts Kaiserslautern und deutschland- bzw. europaweit.

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