Wirtschaftslage: Mitarbeiter befürchten mehr Spannungen mit dem Management und im Kollegenkreis

Befragung der JOB AG bestätigt den wirtschaftlichen Aufschwung und rückt zwischenmenschliche Diskrepanzen in den Vordergrund

(PresseBox) (Fulda, ) Im Hinblick auf den eigenen Arbeitsplatz und die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland blicken die Arbeitnehmer positiver in die Zukunft als im 1. Quartal 2010. Denn obwohl einige Regierungspolitiker aufgrund aktueller Umfragen beklagen, dass der messbare wirtschaftliche Aufschwung noch nicht in den Köpfen der Bevölkerung angekommen sei, zeichnet eine repräsentative Befragung der JOB AG, Fulda, ein anderes Bild: Nur noch 43 Prozent der 1.140 Befragten sind im 2. Quartal 2010 der Meinung, dass die aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland die größte Herausforderung für den eigenen Arbeitsplatz darstellt. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als drei Monate zuvor. Im Gegensatz hierzu sehen die Arbeitnehmer sowohl eine Zunahme der Konflikte mit dem Management mit 13 Prozent (Q1: 11%) und im Kollegenkreis mit 12 Prozent (Q1: 10%). Das bedeutet, dass jeder vierte Arbeitnehmer die wesentlichen Herausforderungen am Arbeitsplatz im zwischenmenschlichen Bereich sieht.

Die JOB AG, Spezialist für Personal Management und Job Management aus Fulda, befragt seit 2008 jedes Quartal deutsche Berufstätige zum Arbeitsklima und den Herausforderungen am Arbeitsplatz. Auf die zu Jahresbeginn 2010 aufgenommene Frage "Worin sehen Sie bezogen auf Ihren Arbeitsplatz die größten Herausforderungen?" konnten deutsche Arbeitnehmer aus vielen Faktoren auswählen, beispielsweise der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens, Spannungen zwischen Kollegen oder mit dem Management und Unter- sowie Überforderung. Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich. Die JOB AG hat zum zehnten Mal das renommierte Marktforschungsunternehmen TNS Emnid mit der Untersuchung beauftragt.

Die repräsentative Analyse ergab zwar, dass die Berufstätigen in Deutschland "die aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland" als größte Herausforderung sehen. Mit 43 Prozent der Nennungen lag dieser Faktor indes zwei Prozentpunkte unter dem Vorquartalswert. An zweiter Stelle folgt mit 38 Prozent die "Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung". Im 1. Quartal entfielen noch 39 Prozent auf diese Aussage. Die "aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens" fiel ebenfalls um einen Punkt auf 26 Prozent. Während alle wirtschaftlichen Faktoren rückläufig waren, stiegen im 2. Quartal die zwischenmenschlichen Diskrepanzen signifikant: Lagen Faktoren wie Spannungen zwischen Management und Mitarbeitern oder Kollegen sowie Unter- und Überforderung im 1. Quartal bei 37 Prozent, so sind diese aktuell auf 43 Prozent angestiegen.

"Das wirtschaftliche Arbeitsklima bessert sich", sagt Stefan Polak, Vorstand der JOB AG. "Die Angst vor dem Arbeitsverlust sowie vor den Auswirkungen der Finanzmarktkrise sinkt. Somit gewinnen mögliche Spannungen mit Vorgesetzten und Kollegen im Bewusstsein der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder an Bedeutung." Der nunmehr zehnte Arbeitsklima-Index der JOB AG soll Aufschluss über die zukünftige Stimmungslage in den Unternehmen geben und Verständnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schaffen. Polak zu den Ergebnissen: "Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei sinkender Angst vor Arbeitsplatzverlust andere Themen in den Mittelpunkt rücken. Das Management von Unternehmen sollte bei anziehender Konjunktur diese zwischenmenschlichen Aspekte beachten, um frühzeitig gegensteuern zu können."

Die Ergebnisse im Detail

Bei der Differenzierung nach Geschlecht zeigen sich einige Unterschiede in der Bewertung des Arbeitsklimas: Während die Männer die Unsicherheit über die eigene zukünftige Entwicklung entspannter sehen (6 Prozentpunkte Rückgang auf 35%), steigt dieser Wert bei den Frauen um fünf Prozentpunkte auf 41 Prozent an. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei den Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ab (Männer von 31 auf 27%, Frauen von 22 auf 24%). Im Gegensatz hierzu sehen die männlichen Befragten eher mögliche Spannungen zwischen dem Management (13%) als Frauen (12%). Im 1. Quartal war es umgekehrt.

Große Unterschiede treten bei der Aufteilung nach ost- und westdeutschen Befragten zutage, wenn es um die wirtschaftlichen Faktoren geht. Bei der Frage nach der größten Herausforderung für den eigenen Arbeitsplatz liegt im Osten eindeutig mit 54 Prozent die "aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland" weit über den Nennungen der westdeutschen Arbeitskollegen (40%). Besonders frappierend ist bei den Ostdeutschen der starke Anstieg bei der Unsicherheit über die Entwicklung des eigenen Arbeitsplatzes: Lag dieser Wert im 1. Quartal bei 37 Prozent, so ist er aktuell um 14 Prozentpunkte auf 51 Prozent angewachsen. Bei den Westdeutschen sank der Wert von 39 auf 35 Prozent. Jedoch besteht im Westen ein höheres "Spannungsverhältnis zwischen dem Management und den Mitarbeitern". Dieser Wert ist um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent gestiegen, während er im Osten konstant bei 10 Prozent liegt.

Bei der Selektion nach Altersgruppen blicken vor allem die Arbeitnehmer zwischen 14 und 39 Jahren positiver als im 1. Quartal in die Zukunft, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeht. Interessant ist die Tatsache, dass die Werte der allgemeinen Wirtschaftslage und der eigenen Unzufriedenheit als Einflussfaktoren auf das Arbeitsklima um jeweils vier Prozentpunkte sinken, während die aktuelle Situation für das Unternehmen pessimistischer gesehen wird (Q1: 25%, Q2: 31%). Im Gegensatz hierzu schätzen die Arbeitnehmer im Alter von über 60 Jahren sowohl die gesamtwirtschaftlichen als auch die zwischenmenschlichen Entwicklungen besser ein als vor drei Monaten. Jedoch fällt die Perspektive für das Unternehmen (+6 Prozentpunkte auf 28%) sowie für die eigene Entwicklung (+7 Prozentpunkte auf 23%) deutlich zurückhaltend aus.

Bei den Fragen nach der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nähern sich Katholiken und Protestanten an: Die Unsicherheit über die eigene Entwicklung ist bei beiden Konfessionen leicht rückläufig, was die Herausforderungen bezogen auf den eigenen Arbeitsplatz angeht. Und während die Entwicklung des eigenen Unternehmens bei den bisher pessimistischeren evangelischen Studienteilnehmern von 32 auf 27 Prozent sinkt, steigt dieser Wert bei den Katholiken leicht von 22 auf 24 Prozent. Spannungen mit den Kollegen sehen die Protestanten derzeit weniger (von 12 auf 11%) als die Katholiken (von 9 auf 14%). Letztere Befragungsgruppe befürchtet zudem eine zunehmende Unterforderung am Arbeitsplatz (von 3 auf 8%).

Insgesamt fällt auf, dass die Angestellten mit einem monatlichen Haushalts-Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.500 Euro die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland kritischer sehen als die darunter und darüber liegenden Gehaltsgruppen. Mit einer Ausnahme gilt dies auch für die Einschätzung der Entwicklung des eigenen Arbeitsplatzes: Lediglich die Angehörigen der Einkommensgruppe bis 1.000,- Euro netto beansprucht mit 58 Prozent nicht nur die mit Abstand höchste Wertung, sondern auch die stärkste Veränderung (+20 Prozentpunkte!). Das bedeutet, dass mit der positiven Wirtschaftsentwicklung auch ein Aufschwung im Niedriglohnsektor einhergeht, was zu Neueinstellungen und so zu mehr Konkurrenz am eigenen Arbeitsplatz führt. Den größten Zuwachs beim Faktor "Spannungen mit Kollegen" sehen die Befragten mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 2.500,- Euro. Diese eher harmonische Gruppe legt um fünf Prozentpunkte auf 14 Prozent zu und belegt damit in dieser Kategorie gemeinsam mit der Einkommensgruppe unter 1.000 Euro den Spitzenplatz.

Die Ergebnisse der exklusiven Befragung der JOB AG stehen allen Medien und Unternehmen gegen Quellenangabe kostenfrei zur Verfügung. Auf Wunsch können von Medien Sonderauswertungen - soweit aus dem Datenmaterial ableitbar - abgerufen werden. Der kommende Arbeitsklima-Index für das 3. Quartal wird Anfang November 2010 veröffentlicht.

JOB AG Personaldienstleistungen AG

Die JOB AG mit Hauptsitz in Fulda ist der Spezialist für Personal Management und Job Management mit rund 60 Niederlassungen in ganz Deutschland. Das Leistungsspektrum umfasst alle Module der Wertschöpfungskette des modernen Personal Managements: Human Resources-Beratung, Zeitarbeit, Personalvermittlung, Temp to Perm Lösungen, Master Vendor Lösungen, Onsite Management, Interims-Management und Direct Search, sowie Projekte in den Geschäftsbereichen Produktion, Logistik & Handel, Industrie, Handwerk & Technik, Office & Management und spezialisierte Lösungen für Engineering, Fashion Logistik, Finanz- und Rechnungswesen, Call Center und Medical & Care. In 2009 konnte ein Gesamtumsatz von rund 85,0 Mio. € erzielt werden. Die Mitarbeiterzahl lag bei rund 4.000 MA.

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