Hochstimmung deutscher Arbeitnehmer im 2. Quartal 2010 gedämpft

Zufriedenheit am Arbeitsplatz sinkt leicht

(PresseBox) (Fulda, ) JOB AG legt zweiten Arbeitsklima-Index für 2010 vor
Ausgabe 2-2010

Auswertung 2-2010:

- Deutsche Arbeitnehmer sind im 2. Quartal unzufriedener
- JOB AG legt die insgesamt 10. Befragung im dritten Jahr vor
- Zufriedenheitsindex liegt nur bei 7,4 und damit unter dem Wert des 1. Quartals (Skala von 1=sehr schlecht bis 10=sehr gut)
- Männer liegen konstant bei (7,6)
- Frauen unzufriedener als vorher (7,2)
- Einflussfaktoren Arbeitsklima, Unternehmenskultur sowie Entwicklungsmöglichkeiten steigen
- Deutlicher Rückgang bei Gehalt, Aufgaben und Sicherheit des Arbeitsplatzes

Es scheint, als würden sich die positiven Erwartungen, mit denen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in das Jahr 2010 gestartet sind, nicht fortsetzen. Liegt es an der Ungewissheit der weiteren wirtschaftlichen Lage, der Unsicherheiten in der Politik, oder sind die Ziele und Wünsche, die einige Arbeitnehmer für das Jahr 2010 gehegt hatten, bislang nicht eingetreten? Im 2. Quartal 2010 sinkt das Wohlbefinden deutscher Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz und erreicht auf einer Skala von 1,0 (sehr schlecht) bis 10,0 (sehr gut) nur den Wert von 7,4. Im 1. Quartal lag dieser noch bei 7,5. Wichtige Einflussfaktoren für das Wohlbefinden sind das Arbeitsklima, die Unternehmenskultur und die Entwicklungsmöglichkeiten. Diese drei Werte verzeichnen einen Zuwachs. Gehalt, Aufgaben und Sicherheit des Arbeitsplatzes verlieren als Motivatoren etwas an Bedeutung.

Die JOB AG (Fulda), Spezialist für Personal Management und Job Management in Deutschland, untersucht seit 2008 kontinuierlich einmal pro Quartal die Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. TNS Emnid erhebt im Auftrag der JOB AG im nunmehr dritten Jahr diesen Wert repräsentativ und unabhängig in der berufstätigen Bevölkerung.

1.100 repräsentativ ausgewählte berufstätige Frauen und Männer aus allen Regionen, Altersgruppen und Bildungsschichten in Deutschland spüren zwar hinsichtlich ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz die wirtschaftliche Gesamtlage. Dennoch hat sich diese Situation nicht nachhaltig auf ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz ausgewirkt. Der Wert sank während der nun insgesamt zehn Befragungen nie unter die 7,0-Marke.

Stefan Polak, Vorstand der JOB AG, kommentiert die Ergebnisse der zweiten Quartalsabfrage 2010: "Anscheinend wurden hier die Wünsche und Erwartungen einiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an das Jahr 2010 bisher nicht ganz erfüllt. Die eine oder andere Veränderung und Unsicherheit haben sich in diesem Fall nun doch leicht auf die Zufriedenheit der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewirkt. Positiv hervorzuheben ist, dass das Arbeitsklima mit kleinen Höhen und Tiefen doch immer die Liste der Wohlbefinden-Faktoren anführt, und das nun schon im dritten Jahr. Ermutigend ist auch, dass den Beschäftigten beispielsweise in diesem Quartal auch die Unternehmenskultur sowie die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sehr wichtig sind. Hier sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber weiter eng zusammenarbeiten."

Westen unzufriedener als Osten - Frauen skeptisch!

Sowohl im Westen (7,4) als auch im Osten (7,5) sinkt die Zufriedenheit. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Osten erneut zufriedener sind als im Westen, und das seit dem 2. Quartal 2009. Die Zufriedenheit der männlichen Berufstätigen liegt konstant und weiterhin überdurchschnittlich bei 7,6. Nachdem die Frauen schon im 4. Quartal 2009 eine "Talsohle" durchschritten (7,3) und Anfang des Jahres wieder über dem Durchschnitt lagen, (7,5, Q1, 2010) brach der Zufriedenheitswert nun wieder ein (7,2).

Wie wohl fühlen sich alle?

Beschäftigte kurz vor dem Rentenalter (60+) sind weiterhin sehr zufrieden. Der Wert stieg seit dem ersten Quartal 2009 kontinuierlich auf 8,0 an und steht nun im 2. Quartal 2010 bei 8,1. Das Wohlbefinden der 40- bis 49- Jährigen entwickelt sich seit dem 1. Quartal antizyklisch zu den anderen Altersklassen und steigt von 7,3 (Q1, 2010) auf den Durchschnittswert 7,5.

Die jüngeren Generationen zeigen deutlichere Stimmungsschwankungen. Erzielten die Berufstätigen in der Altersklasse 30- bis 39-Jährige noch einen überdurchschnittlich positiven Anstieg (7,8, Q1, 2010), nahm dieser Wert im 2. Quartal rapide ab (7,2). In der Altersklasse darunter ging es auch leicht abwärts. Die 14- bis 29-Jährigen liegen im Zufriedenheitsindex bei 7,4 (7,6, Q1, 2010). Konstant sind in der Gruppe nur die Beschäftigten im Alter von 50- bis 59-Jahren (7,4).

Auf dem ersten Rang der Zufriedenheit liegt unangefochten mit einer leichten Steigerung die Berufsgruppe der Selbstständigen, Freiberufler und Landwirte (8,7). Aufwärts geht es auch für die "Anderen Arbeiter" mit 6,7. Sie schaffen es aber nach wie vor nicht, die 7,0-Marke zu überspringen. "Andere Angestellte und Beamte" fühlen sich konstant wohl bei 7,4. Die beiden Berufsgruppen "Leitende Angestellte und Beamte" sowie die "Facharbeiter" fühlen sich deutlich unwohler im 2. Quartal 2010. Der Wert für "Leitende Angestellte und Beamte" nahm von überdurchschnittlichen 8,0 im 1. Quartal auf 7,6 im 2. Quartal ab. Facharbeiter verzeichnen nur noch einen Wert von 7,2 (7,4, Q1, 2010).

Die Grundstimmung der Berufstätigen sowohl in Voll- als auch in Teilzeit ist schlechter als im 1. Quartal. Der Wert der Vollzeitbeschäftigten sinkt auf 7,5. Die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit sind weiterhin etwas unzufriedener als ihre Vollzeit-Kollegen (7,1).

Seit dem letzten Quartal 2009 gibt es keine Veränderung des Zufriedenheitswerts bei Gewerkschaftsmitgliedern. Sie stehen weiterhin bei 7,1 auf der Zufriedenheitsskala. Nichtorganisierte Arbeitnehmer verzeichnen nur eine minimale Veränderung nach unten 7,5 (7,6, Q1, 2010).

Zufriedene Arbeitnehmer im Nordosten Deutschlands

Sehr zufrieden zeigen sich weiterhin die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Gegen den Trend entwickelt sich weiterhin Nordrhein-Westfalen: Im 1. Quartal 2010 nahm die Zufriedenheit im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern ab (7,5). Im 2.Quartal 2010 steigt der Wert allerdings auf Platz zwei unter den Bundesländern mit 7,8. Einen Aufwärtstrend zeigen die Bundesländer Schleswig Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen (7,5). Alle anderen Bundesländer verlieren minimal in diesem 2. Quartal: Baden Württemberg (7,0), Sachsen und Thüringen (7,1) Berlin gesamt (7,2), Bayern (7,5). Erwähnenswert ist der Rückgang in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Der Wert sank von überdurchschnittlichen 7,7 im 1. Quartal 2010 auf 7,0.

Mit Schulausbildung und Gehalt zufrieden?

Egal, welche Schulausbildung die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besitzen, eines haben sie alle gemeinsam: die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist bei allen etwas gesunken. Arbeitnehmer mit Hauptschule ohne Lehre sind in diesem Quartal am unzufriedensten. Der Wert sank von 6,6 auf nun 6,0. Die Beschäftigten mit Hauptschule und Lehre (7,3), mittlerem Bildungsabschluss (7,5) sowie Abitur (7,6) sind nur minimal unzufriedener. Eines ist zumindest nach wie vor zu sehen: je höher der Bildungsabschluss, desto höher die Zufriedenheit.

Im 2. Quartal steigt die Zufriedenheit der Berufstätigen mit einem Haushalts-Nettoeinkommen zwischen 1.500 Euro und 2.000 Euro auf 7,0 an (6,9, Q1, 2010). Diese verzeichnen als einzige Gruppe einen Anstieg. Ohne Veränderungen zeigen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 2.000 Euro bis 2.500 Euro (7,2) sowie die Kollegen mit 2.500+ Euro (7,8). Rückgängig ist der Wert bei den Berufstätigen, die bis zu 1.000 Euro verdienen. Von 7,2 im 1. Quartal sank der Wert nun auf 6,6.

Ein gleiches Bild wie im ersten Quartal zeigt sich beim persönlichen Nettoeinkommen. Hier sind die Berufstätigen mit unter 1.000 Euro weiterhin am unzufriedensten (6,9). Unzufriedener als im Quartal zuvor sind auch die Arbeitnehmer mit einem Nettoeinkommen von 1.000 bis 1.500 Euro (7,1). Weiterhin positiv entwickelt sich die Zufriedenheit ab der 1.500-Euro-Marke. Angeführt wird die Zufriedenheitsliste von den Berufstätigen mit einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro (8,7), darauf folgen die Kategorien 2.000 bis 2.500 Euro (8,0) sowie 1.500 bis 2.000 Euro (7,4).

Was beeinflusst das Wohlbefinden deutscher Arbeitnehmer am Arbeitsplatz?

Im 2. Quartal 2010 sinken fast alle Nennungen der Einflussfaktoren im Hinblick auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Nur das Arbeitsklima (55% der Nennungen), die Entwicklungsmöglichkeiten (12%) und die Unternehmenskultur (11%) steigen an. Das Gehalt (38%) und die Sicherheit des Arbeitsplatzes (31%) verlieren an Bedeutung. Auch der Motivationsfaktor der Aufgaben am Arbeitsplatz stagniert und beendet seinen Aufwärtstrend(42%).

Dass das Arbeitsklima an Bedeutung gewinnt, stützen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ost (52%) und West (56%) sowie die Frauen (56%). Diese Kategorien verzeichnen alle einen Anstieg um mehrere Prozentpunkte. Einzig die Männer folgen nicht dem Trend: Der Wert für das Arbeitsklima fällt um 3 Prozentpunkte auf 54 Prozent. Antizyklisch entwickeln sich auch die Nennungen der Männer für die "Sicherheit des Arbeitsplatzes". Hatten im 1. Quartal 2010 die Berufstätigen aus Ost, West, Männer und Frauen alle einen Anstieg verzeichnet, nimmt dieser Wert im Osten, Westen und bei den Frauen ab. Der Wert der männlichen Arbeitnehmer steigt indes weiter auf 34 Prozent.

Die Ergebnisse des JOB AG Arbeitsklima-Index stehen allen Medien und Unternehmen gegen Quellenangabe kostenfrei zur Verfügung. Auf Wunsch können von Medien Sonderauswertungen - soweit aus dem Datenmaterial ableitbar - abgerufen werden.

Folgeuntersuchung im September 2010

Der nächste Arbeitsklima-Index der JOB AG erscheint turnusmäßig im September 2010.

Die JOB AG wird im Herbst dieses Jahres darüber hinaus eine umfassende Gesamtauswertung der Arbeitsklima-Untersuchungen von Sommer 2008 bis Sommer 2010 vorlegen, um Unternehmen und Arbeitnehmern mit diesem Langzeitvergleich wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geben zu können. Die Studie kann ab 1. September kostenfrei abgerufen werden.

JOB AG Personaldienstleistungen AG

Die JOB AG mit Hauptsitz in Fulda ist der Spezialist für Personal Management und Job Management mit rund 60 Niederlassungen in ganz Deutschland. Das Leistungsspektrum umfasst alle Module der Wertschöpfungskette des modernen Personal Managements: Human Resources-Beratung, Zeitarbeit, Personalvermittlung, Temp to Perm Lösungen, Master Vendor Lösungen, Onsite Management, Interims-Management und Direct Search, sowie Projekte in den Geschäftsbereichen Produktion, Logistik & Handel, Industrie, Handwerk & Technik, Office & Management und spezialisierte Lösungen für Engineering, Fashion Logistik, Finanz- und Rechnungswesen, Call Center und Medical & Care. In 2009 konnte ein Gesamtumsatz von rund 85,0 Mio. € erzielt werden. Die Mitarbeiterzahl lag bei rund 4.000 MA.

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