Esslinger Automobilzulieferer übernimmt Ricardo Prototechnik

Eberspächer wird zum "Schwergewicht" im Leichtbau

(PresseBox) (Esslingen/Schwäbisch Gmünd, ) Eberspächer hat seine Kompetenz in der Leichtbautechnik von Abgasanlagen weiter ausgebaut: Der Esslinger Automobilzulieferer übernimmt mit Wirkung zum 28. Juli den Bereich Prototechnik der Ricardo Deutschland GmbH mit rund 80 Mitarbeitern. Die neu gegründete Prototechnik GmbH & Co. KG wird am Standort Schwäbisch Gmünd zum Kompetenzzentrum für Leichtbau und Sonderserienfertigung ausgebaut. Prototechnik wird das bisherige Geschäft weiterführen und am Markt als eigenständiges Unternehmen agieren.

Prototechnik ist auf Produkte im Bereich Ansaug- und Abgassysteme, auf Abgasnachbehandlung und sonstige Rohrsysteme spezialisiert. Der Fokus des seit 2003 zu Ricardo PLC beziehungsweise bislang zur Ricardo Deutschland GmbH, gehörenden Unternehmensbereichs liegt auf der Entwicklung und Herstellung von Prototypen sowie Sonderserien für Pkw, Nutzfahrzeuge, "Off-Highway"-Anwendungen, Motorräder, Rennsport- und High-Performance-Fahrzeuge. Die Experten der 1985 gegründeten Prototechnik verfügen über umfassendes Knowhow in der Leichtbautechnik und in der Verwendung von Spezialwerkstoffen wie Aluminium und Titan. Im Vergleich zum herkömmlichen Edelstahl lassen sich beispielsweise mit Titan Gewichtseinsparungen von circa 40 Prozent erzielen. Paradebeispiel ist die Serienfertigung des Titan-Schalldämpfers für den Porsche 911 GT3 RS. Zu den Kunden von Prototechnik - die seit über 20 Jahren erfolgreich mit Eberspächer zusammenarbeitet - zählen namhafte Motoren- und Fahrzeughersteller, weitere Systemlieferanten sowie eine Vielzahl internationaler Rennteams. Die innovativen Leichtbaulösungen aus Schwäbisch Gmünd sind im nationalen und im weltweiten Rennsport präsent: Diverse Seriencups und Formelklassen, von der DTM über WTCC und sonstige Langstreckenrennen bis hin zum 24-Stunden-Rennen in Le Mans - alle setzen auf Prototechnik.

"Jedes Gramm Gewichtsersparnis reduziert den CO2-Ausstoß und macht die Fahrzeuge umweltverträglicher", betont Geschäftsführer Dr. Thomas Wünsche, der bei Eberspächer für den Bereich Abgastechnik verantwortlich ist. Mit Übernahme der Prototechnik könne Eberspächer neue Markt- und Produktfelder im Bereich Leichtbau erschließen, ist sich Wünsche sicher. Insbesondere durch die spezielle Kompetenz des Unternehmens bei der Verwendung neuer Materialien ergebe sich die Chance, auch für Pkw- und Nfz-Serien innovative Produkte im Bereich Abgastechnik zu entwickeln."

Zum Hintergrund: Das Thema Leichtbau hat in den letzten Jahren in der Automobilindustrie sehr an Bedeutung gewonnen. Das liegt an den immer strengeren CO2-Grenzwerten - aber auch daran, dass die Fahrzeuge durch umfangreiche Sicherheitspakete und zusätzliche Elektronik immer schwerer werden. Eine Möglichkeit, die Abgasanlage leichter zu gestalten, besteht in der konsequenten Reduzierung des eingesetzten Materials. Im Bereich Edelstahl war Eberspächer beispielsweise das erste Unternehmen, das so genannte "Tailored Strips" (maßgeschneiderte Stahlbänder mit unterschiedlichen, teilweise reduzierten Blechdicken) zur Fertigung von Abgastechnik verwendet hat.

Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG

Eberspächer zählt weltweit zu den führenden Systementwicklern und lieferanten für Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Bus-Klimasysteme und engagiert sich zudem in der Fahrzeugelektronik sowie bei automobilen Bussystemen zur elektronischen Vernetzung im Fahrzeug. Kunden sind nahezu alle europäischen, nordamerikanischen und immer mehr asiatische Pkw- und Nfz-Hersteller. 2009 hat die international aufgestellte Unternehmensgruppe mit 5260 Mitarbeitern einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.



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