Kein Gedanke an Ruhestand

Spitzenmanager, Kommunalpolitiker, Träger des Bundesverdienstkreuzes: Dr. Hans-Günther van Allen ist seit zehn Jahren Dozent an der International Business School (IBS) in Lippstadt – Bad Waldliesborn

(PresseBox) (Lippstadt, ) Jahrelang leitete er als Vice President of International Operations die weltweiten Exportgeschäfte eines amerikanischen Unternehmens in New York, später war er Bürgermeister seines Heimatstädtchens Lohmar und Vize-Landrat im Rhein-Sieg Kreis, war Geschäftsführender Gesellschafter eines eigenen Unternehmens in Duisburg. Er ist Diplom-Dolmetscher und MBA, hat promoviert und wurde mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet: Wofür andere Menschen eigentlich drei Leben brauchen, hat Dr. Hans-Günther van Allen MBA in einem geschafft. Und denkt noch lange nicht an Ruhestand: Ein Buch habe ich noch nicht geschrieben, gibt er zu: „Das könnte mich noch reizen“. Noch mag er nicht an die Zeit denken, wenn der Körper dieses Tempo nicht mehr mithalten kann, deshalb hält er sich mit regelmäßigem Jogging, Fitness, Rad fahren und Skifahren fit. Für die geistige Fitness sorgen seine zahlreichen Berufe und Ehrenämter, von denen er einige noch immer mit viel Elan ausübt: Van Allen ist Dozent für Internationales Controlling, Projectmanagement, Human Ressource Management und International Business Environment an der International Business School in Lippstadt – Bad Waldliesborn. Hier lässt er seine Studenten in den Vorlesungen – von denen er einige übrigens in englischer Sprache hält – an vielen praktischen Beispielen aus seinem langen Berufsleben teilhaben. Und an solchen „Case Studies“ herrscht nach fünf Jahrzehnten kein Mangel.

Hans-Günther Van Allen wurde in Haan bei Wuppertal geboren, besuchte das naturwissenschaftliche Gymnasium in Wuppertal-Vohwinkel und schloss mit dem Abitur in Bad Godesberg ab. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, entschied sich danach aber für ein Sprachenstudium an der Universität Erlangen mit dem Ziel, Dolmetscher und Übersetzer für Englisch und Spanisch zu werden: „Eine falsche Berufsentscheidung – aber später kam mir diese gute Sprachenausbildung zugute und hat mir viele Wege eröffnet“, so van Allen. Nach dem Abschluss folgte noch eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann und Stationen als Industriedolmetscher bei einem Unternehmen in Siegburg und später als Geschäftsführer eines deutschen Tochterunternehmens in Großbritannien. „Damals merkte ich, dass ich allein mit Sprachen beruflich nicht weiterkam - ich wollte aber Karriere machen“, erinnert sich van Allen. Beruflich folgten Stationen in Köln als Geschäftsführer eines amerikanischen Unternehmens des Maschinenbaus und später in den USA – und nebenbei ein Studium der Betriebswirtschaft, das in ein MBA-Studium mündete. 1979 schloss van Allen mit dem MBA ab. Berufsbegleitend – denn van Allen war damals schon Vice President der Air Control Group in New York. Sein Chef schlug ihm damals vor, doch den MBA zu machen. An den Abenden hatte er ja Zeit – schließlich lebte die Familie in Deutschland.

Bevor van Allen dann endgültig nach Deutschland zurückkehrte, folgten noch zwei Jahre in London als Director of European Operations. Ende der Siebziger Jahre kam van Allen dann in die Heimat zurück. Grund war die Familie, der er die langen Phasen der Trennung nicht länger zumuten wollte. Und überzusiedeln in die USA kam für van Allen nicht in Betracht: „Schon damals war ich amerikakritisch eingestellt, obwohl die USA mir viel gegeben haben. Der religiöse Fundamentalismus, die Bigotterie und Weltfremdheit in weiten Teilen der Bevölkerung – es kam nicht in Betracht, dass ich hier leben und meine Kinder aufwachsen lassen wollte. In der heutigen Situation wäre das ganz und gar unmöglich“, so van Allen. Damals war er Mitte Vierzig und stand vor der Frage, wie man die Karriere in Europa fortsetzen könnte. „Schon immer hatte ich den Wunsch, eine eigene Firma zu besitzen. Diesen Wunsch konnte ich mir jetzt erfüllen“. So wurde van Allen 1982 Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer der Firma Schoeps in Duisburg, einer mittelständischen Großhandelsfirma für Laboreinrichtungen und wissenschaftliche Geräte. Während dieser Zeit promovierte er an der Graduate School in Cincinatti (USA) zum Doctor of Philosophy (Economics). Nach dreizehn Jahren verkaufte van Allen seine Geschäftsanteile – und beschränkte sich fortan auf beratende Funktionen – u.a. bei MERCK, aber auch für die Unternehmensberatung BERCON in Frankfurt. In einem Alter, wo die meisten schon an Ruhestand denken, schlug van Allen noch einen weiteren beruflichen Weg ein: Den des Dozenten. Als Dozent für internationale Management-Fächer an der International Business School in Lippstadt, der Fachhochschule Karlsruhe und der Fachhochschule Bochum. „Mir war klar, dass ich mich nicht zur Ruhe setzen würde. Ich hatte immer sehr viel gearbeitet, 70-Stunden-Wochen waren die Regel. Jetzt wollte ich die Dinge tun, die vorher zu kurz gekommen waren“. Seminare geben, lehren, anderen etwas beibringen. „Es macht mir Spaß, die Studenten an die Praxis heranzuführen und mit ihnen gemeinsam Projekte anzugehen“, bekennt van Allen, dessen eigene Kinder – zwei Söhne und eine Tochter – mittlerweile erwachsen sind und schon eigene Familien gegründet haben. Vor allem die privaten Akademien – wie die IBS - reizten van Allen: „Die privaten packen Dinge an, die die staatlichen Hochschulen vernachlässigen. Dass die Sprachen von Anfang an parallel laufen und einen so hohen Stellenwert haben, ist sehr gut. Auch das „verschulte“ System, das einen gewissen Druck ausübt, um das Pensum in der kurzen Zeit zu bewältigen, kommt vielen Studenten entgegen“, glaubt van Allen. Da die Studenten an der IBS auf internationale Abschlüsse wie Bachelor und Master vorbereitet werden, hält van Allen einige seiner Vorlesungen in englischer Sprache.

Dass van Allen neben all diesen Dingen noch Zeit für Ehrenämter und kommunalpolitische Tätigkeit fand, mag man kaum glauben. Tatsächlich aber war er von 1975 bis 1985 Bürgermeister von Lohmar und von 1994 bis 1999 Vize-Landrat des Rhein-Sieg-Kreises. Für sein großes kommunalpolitisches Engagement erhielt er 1987 das Bundesverdienstkreuz am Bande and 2004 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Dazu kommt noch das Engagement für zahlreiche Vereine, Ausschüsse und Aufsichtsräte und ehrenamtliche Tätigkeit für ein Seniorenheim – wo sich übrigens auch seine Frau Dagmar engagiert, die seit kurzem als Beamtin pensioniert ist. „Ich möchte immer im Geschehen drin sein“, erklärt van Allen seine Motivation zu arbeiten und Dinge zu bewirken, die ihn bis heute nicht verlassen hat. „Das ist nicht Ehrgeiz, sondern die Lust am Vermitteln, am Führen. Ich bin gern Chef, das hat mir immer Spaß gemacht“, gibt van Allen zu.

Dass bei soviel Arbeit viele Dinge zu kurz kommen, ist nur verständlich. Bei van Allen ist es das Lesen, dem er gern mehr Zeit widmen würde. „Wenn ich lese, dann viel zu viel Fachliteratur, das ist heute einfach notwendig geworden“, so van Allen. Privat liest er am liebsten Biographien. Selbst ein Buch zu schreiben, das würde ihn noch reizen: „Am liebsten aus dem Grenzbereich Politik und Wirtschaft. Das ist in Deutschland ein schwieriges Thema, in den USA ist es ganz normal, dass Manager sich auch in der Politik engagieren. Dort sind die Verknüpfungen von Wirtschaft und Politik viel enger. Das würde ich gern genauer unter die Lupe nehmen, dazu hätte ich viel zu sagen. Denn diese beiden Bereiche haben auch mein Leben bestimmt“.

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