Wind-Masterplan muss Blockade des Windkraftsausbaus in Oberösterreich beseitigen

Nur ein ambitionierter Masterplan kann die oberösterreichischen Atomstromimporte ersetzen

(PresseBox) (Linz, ) Demnächst ist die Präsentation des Windmasterplans für Oberösterreich zu erwarten. IG Windkraft und atomstopp sind sich in ihrer Forderung einig: Dieser Masterplan muss endlich dem Stillstand in Sachen Windenergie in Oberösterreich ein Ende bereiten und zu einem ambitionierten, zügig voranschreitenden Ausbau führen.

Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, präzisiert: "Es ist zu befürchten, dass der Masterplan nicht die notwendigen Änderungen bringt, um den sechsjährigen Stillstand des Windkraftausbau in Oberösterreich zu beenden. Wir brauchen auch in Oberösterreich ein klares politisches Commitment zur Windkraft, wie wir dies in anderen Bundesländern seit Jahren haben." Sowohl Umfragen als auch Gespräche mit der Bevölkerung vor Ort belegen, dass auch die OberösterreicherInnen den Ausbau der Windkraft wollen.

Anton Haunold, Obmann der IG Windkraft Oberösterreich, ergänzt: "Wie kann es sein, dass in Niederösterreich und im Burgenland innerhalb von 2 Jahren 1000 Megawatt Windkraftleistung genehmigt werden, während in Oberösterreich seit 6 Jahren kein einziges Windrad genehmigt werden kann? Der Wind-Masterplan ist eine Chance, den Karren herum zu reißen. Leider wurde die IG Windkraft in die Ausarbeitung des Masterplanes noch nicht substantiell eingebunden."

Auch aus Sicht der Antiatombewegung gibt es fundamentales Interesse an einer flotten Forcierung der Windenergie. "Atombefürworter konfrontieren uns immer wieder damit, dass Österreich auf die Importe von Strom aus Atomkraftwerken angewiesen wäre. Diese Aufrechnung kratzt völlig zu Recht an der Glaubwürdigkeit heimischer Antiatompolitik!", so Roland Egger und Gabriele Schweiger von atomstopp. Und weiter: "Besonders beschämend ist, dass gerade in Oberösterreich - mit seiner etablierten Antiatom-Offensive DAS Antiatom-Vorzeigebundesland schlechthin! - seit 2005 die Erweiterung der Windenergie-Kapazitäten künstlich unterbunden wird. Wir verlangen ein Atomstromimport-Verbot. Das ist wirtschaftlich und rechtlich möglich, wie GLOBAL 2000 und Greenpeace kürzlich belegt haben, und die Ausreden aus dem Wirtschaftsministerium, warum ein Atomstromimport-Verbot nicht von Österreich alleine gemacht werden solle, ist nicht nachvollziehbar. Dass sich Bundesminister Mitterlehner, wie gestern beim österreichischen Energie-Gipfel offenbar wurde, in seiner Argumentation ausgerechnet von der bekanntermaßen Atomkraft-favorisierenden EU-Kommission beraten lässt, geht eindeutig zu weit. Welches Land soll denn dann den ersten Schritt mit einem Atomstromimport-Verbot setzen, wenn nicht Österreich? Wir werden jedenfalls nicht akzeptieren, dass regenerative Energie-Ressourcen ungenutzt bleiben, obwohl Investoren und auch geeignete Standorte ausreichend zur Verfügung stünden. Ein Zustand, der sich mit dem neuen Konzept grundlegend ändern muss!"

"Die aktuelle Ökostrom-Tarifverordnung liest sich wie eine ausdrückliche Einladung an Windkraftbetreiber und sollte auch als Auftrag gewertet werden", fordert Alfons Gstöttner, Geschäftsführer der Windkraft Innviertel GmbH, und erklärt dazu: "Bis 2020 könnten 10 % des Stromverbrauches in Oberösterreich durch Windkraftwerke im eigenen Bundesland gedeckt werden. Mit 2 Windparks pro Bezirk könnte diese Strommenge produziert werden. Die rechtliche Basis wurde mit dem vergangenen Juli beschlossenen Ökostromgesetz 2012 gelegt. Nun liegt es an der Landespolitik, die Windenergie zu nutzen. Blickt man auf Bayern, so wird schnell klar, dass gerade der politische Wille eine entscheidende Rolle spielt." Laut aktuellem Energiekonzept will Bayern bis 2021 1000 bis 1500 neue Windräder errichten, um den Atomstrom durch Windstrom zu ersetzen. "In Bayern weht sogar weniger Wind als hier in Oberösterreich. Es ist zu hoffen, dass der Wind-Masterplan den nötigen Schwung in die oberösterreichische Windenergie bringt", ergänzt Haunold.

"Wir erwarten uns von den zuständigen Gremien des Landes Oberösterreich ein entschlossenes und ambitioniertes Endresultat des Windmasterplans, ein Endresultat, das für uns und für Oberösterreich einen Neustart in Sachen erneuerbare Energien darstellt und auch zeigt, dass man entschlossen ist, den Atomstromimporten mit dem Ausbau der Windkraft das Wasser abzugraben", so die SprecherInnen von IG Windkraft und atomstopp abschließend.

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